Wer hätte das gedacht!? Jason Statham versucht sich dieses Mal als Bienenzüchter.
Doch keine Sorge, natürlich legt der Actionstar schnell genug den Imkeranzug ab, um in altbekannter Manier aufzuräumen.
Ohne Wimperzucken in den Rachemodus Der Titel von Stathams neuem Film suggeriert, dass er darin erst mal eine ruhige Kugel schiebt. In gewisser Weise stimmt das auch – zumindest in den Anfangsminuten. Den kantigen Briten als Imker zu sehen, hat durchaus seinen Reiz.
Dass der von ihm gespielte Adam Clay allerdings nicht bloß ein naturverbundener Bienenfreund ist, wird sehr schnell klar. Früher war er – selbstverständlich, möchte man sagen – Teil einer klandestinen Spezialeinheit namens „Beekeepers“, die sich um das Gleichgewicht im Staate kümmert, alles geradebiegt, was die offiziellen Organe nicht in den Griff bekommen. Einen solchen Mann scheucht man besser nicht auf, auch wenn er sich längst in den Ruhestand verabschiedet hat.
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Der mit friedlich-sonnigen Bildern beginnende Actionthriller hält sich nur kurz mit der Einführung seiner Figuren auf. Stathams Clay hat nach dem Ende seiner Agentenkarriere Zuflucht auf dem Anwesen von Eloise Parker (Phylicia Rashad) gefunden und bringt gleich in den ersten Momenten seine große Dankbarkeit zum Ausdruck. Außer ihr habe sich bislang kein Mensch um ihn gekümmert. Damit ist auch schon die Motivation für seinen anschließenden Rachefeldzug etabliert. Als die alte Dame nämlich von Cyberkriminellen ausgenommen wird und in ihrer Verzweiflung Selbstmord begeht, muss ein Kerl wie Adam den Verantwortlichen einfach zeigen, wo der Hammer hängt.
Während andere Selbstjustizfilme klein anfangen und mit zunehmender Dauer größere Geschütze auffahren, geht „The Beekeeper“ sofort in die Vollen. Ohne Wimperzucken legt unser breitbeinig durch die Gegend stapfender Racheengel die Callcenter-Zentrale in Schutt und Asche, von der aus Eloise übers Ohr gehauen wurde. Adam scheint um jeden Preis auffallen zu wollen. Anders lässt sich sein Knallstart nicht erklären. FBI-Agentin Verona Parker (Emmy Raver-Lampman), die witzigerweise weniger mitgenommen wirkende Tochter der Toten, hechelt ihm trotzdem die ganze Zeit hinterher.
Schier unbesiegbar
Durchaus kernig inszeniert Regisseur David Ayer („Bright“) einige der kompromisslosen Nahkämpfe, bei denen die Kamera dicht an die Figuren heranrückt. Das Bienenthema spiegelt sich zuweilen in der optischen Gestaltung wider, etwa wenn gelbe Lichtstrahlen den Bildhintergrund illuminieren. Diese beiden Punkte und eine kleine, den Oberfiesling Derek Danforth (Josh Hutcherson) betreffende Überraschung machen aus „The Beekeeper“ aber noch lange keinen guten Film. Wirklich ausgeklügelte Actionchoreografien sind Mangelware.
Und besonders das superheldengleiche Auftreten Adams erweist sich als Spannungskiller. Selbst ein James Bond, der am Ende freilich immer die Oberhand gewinnt, gerät zwischendurch einmal in Schwierigkeiten, muss kurzzeitig um den Erfolg seiner Mission bangen. Stathams Vollblutrambo hingegen mäht sich mühelos durch die Reihen der austauschbaren, mitunter gewaltsam auf skurril getrimmten Angreifer, ist sich seiner Überlegenheit stets bewusst. Wenigstens kleine Anflüge von Schwäche hätten die Macher dem Protagonisten zugestehen können.
Derek Danforth bleibt, wenn überhaupt, als verwöhnter, spleeniger Bonzensohn mit Vorliebe für Esoterik in Erinnerung, nicht aber als ernstzunehmender Gegenspieler. Sein Sicherheitsbeauftragter Wallace Westwyld wiederum hat offenbar nur eine einzige Aufgabe: gebetsmühlenartig Clays Unbezwingbarkeit zu betonen. Schräg, dass eine solch platte Rolle ausgerechnet Oscar-Preisträger Jeremy Irons übernommen hat. Auch sein Charisma hilft in diesem Fall wenig. Ein absurder Plot und bemüht coole Sprüche, wie man sie in einem anspruchslosen Rachereißer erwartet, sind ebenso am Start wie eine reaktionäre Haltung.
Hier und da gibt es, zum Beispiel über FBI-Beamtin Parker, kleine abschwächende Einwürfe. Am Ende lässt „The Beekeeper“ jedoch keinen Zweifel daran, dass es Männer wie Adam Clay braucht, um Probleme zu lösen. Auf der einen Seite steht das ineffektive Gesetz, auf der anderen die vom Ex-Agenten verkörperte Gerechtigkeit. All jene, die heutzutage dem Staat und seinen Handlungsträgern misstrauen, dürften da eifrig applaudieren.
Fazit
Geradlinig-abwegiger Vigilanten-Thriller, den auch einige knackige Nahkampfszenen nicht entscheidend aufwerten. Plumpe Dialoge, die vorher Gesagtes totreiten, und ein unbesiegbar scheinender Protagonist lassen echte Spannung erst gar nicht aufkommen.
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