Der perfekte Urlaub - Kinostart: 22.10.2026

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Sieben Jahre nach DAS PEREKTE GEHEIMNIS gibt es eine Fortsetzung.
 
Das ist insofern ungewöhnlich, weil der erste Film ein Remake des italienischen Originals aus dem Jahr 2016 gewesen ist. Das wurde weltweit extrem oft neu verfilmt, eine Fortsetzung blieb aber aus. In Deutschland geht man den Weg von DER VORNAME, noch ein Remake, das ausschließlich hierzulande zu Fortsetzungsehren kam.
 
Auf Malle
 
Die Geschichte beginnt damit, das die Freunde alle aus unterschiedlichen Gründen und ohne es einander zu sagen, in einer Finca auf Mallorca aufschlagen. Da sind Pepe (Florian David Fitz), der sich geoutet hat, und Leo (Elyas M’Barek), der seiner Freundin sagte, er würde in eine Berghütte fahren. Sie treffen auf Rocco (Wotan Wilke Möhring) und Simon (Frederick Lau), die in geheimer Mission unterwegs sind. Allerdings tauchen dann auch noch die Frauen auf, die sagten, sie würden Wellness an der Ostsee machen: Leos Verlobte Carlotta (Karoline Herfurth), die ihm seit dem perfekten Spiel misstraut, ihre Freundin Marika (Diana Amft), Roccos Frau Eva (Jessica Schwarz) und deren Tochter Sophie (Emily Kusche).
 
Als sie es schaffen, die Finca abzufackeln, müssen sie in ein Club-Hotel ziehen – mit ganz viel Malle-Flair inklusive.
 
Anfangs bemüht
 
Die ersten Minuten verheißen eigentlich nichts Gutes, denn Autor und Regisseur Bora Dagtekin macht allerhand Verrenkungen durch, um seine Figuren alle zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu versammeln. Das wäre auch anders gegangen, denn es gibt zwar ein paar Gags, aber man fragt sich, ob die Luft aus dem Thema schon raus ist. Das hat der Film mit DER NACHNAME und DER SPITZNAME gemeinsam, die DER VORNAME fortsetzten, aber erstaunlicherweise ziemlich gut sind, obwohl es nicht zu erwarten war. Auch DER PERFEKTE URLAUB ist ziemlich gut, denn die knapp zwei Stunden vergehen wie im Flug.
 
Nach der langen Einführung ist Dagtekin ganz in seinem Element, wartet mit flotten Dialogen und krassen Situationen auf – aus beidem zieht er viel komisches Potenzial. Der Film ist dabei durchaus überzogen, aber das funktioniert, insbesondere vor dem Rahmen eines Mallorca-Urlaubs.
 
Mit ernsten Untertönen
 
Schon dem Original war zu Eigen, dass neben allem Humor auch durchaus ernste Töne vorkamen. Das ist auch hier so, etwa, wenn es darum geht, dass Pepe versucht, mit seiner Sexualität zurechtzukommen, oder wenn Rocco Verantwortung übernehmen will und muss, auch wenn das seine Ehe gefährden könnte. Aber diese ernsten Momente bereitet Dagtekin immer auch mit reichlich Humor auf. Erst ist es dramatisch, dann zum Schreien komisch – der Kontrast macht DER PERFEKTE URLAUB zu etwas Besonderem.
 
Die Schauspieler sind durch die Bank gut aufgelegt. Wie viel Spaß alle hatten, zeigen auch ein paar Outtakes während des Nachspanns. Die Mimen sind alle gut aufeinander eingespielt, mit Diana Amft ist Dagtekins Heldin aus der Serie DOCTOR’S DIARY dazugestoßen und erweitert das Ensemble sehr schön.
 
Dagtekin ist sehr gut darin, mit dieser Vielzahl an Figuren zu jonglieren und ihre jeweiligen Geschichten voranzutreiben, ohne dass die der anderen darunter leiden würden. Das Skript ist sehr genau austariert. Der auf Mallorca gedrehte Film macht nicht nur Urlaubslaune, sondern ist einfach auch höchst lustig.
 
 
Fazit
 
Das Ende des Films bereitet im Grunde schon einen dritten Teil vor. Es wäre nicht zu schlecht, würde es einen geben und das nicht erst wieder in sieben Jahren. Weil es Spaß macht, dieser Gruppe von Freunden dabei zuzusehen, wie sie sich an die Gurgel gehen und dann doch wieder vertragen. Filmfehler werden dabei immer verziehen, weil wie Jella Haases erst spät hinzugestoßene Figur Bianca so schön sagt: „Wenn ihr das nicht tätet, dann bliebe von euch allen nicht viel übrig.“
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor:in: Peter Osteried
  • Regie: Bora Dagtekin
  • Drehbuch: Bora Dagtekin
  • Besetzung: Elyas M’Barek, Karoline Herfurth