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Intrigo: Samaria - Kinostart: 10.10.2019

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Nach „Intrigo – Tod eines Autors“ kommen nun mit „Intrigo: Samaria“ ...
 
... und „Intrigo: In Liebe, Agnes“ gleichzeitig der zweite und der dritte Film von Regisseur Daniel Alfredson nach einer Vorlage von Håkan Nesser in die Kinos. Das ist ziemlich ungewöhnlich. Aber so haben wir das Ganze wenigstens bald hinter uns.
 
Eine Kirche, ein Bauernhof, eine Gestalt am Fester, …
 
Dokumentarfilmerin Paula will einen Film über den Mord an ihrer Schulfreundin drehen. Obwohl die Leiche nie gefunden wurde, wurde der Vater des Mädchens vor Zehn Jahren zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Für ihren Film hat sie bereits den Vater, frühere Klassenkameraden, aber auch eine alte Zimmerwirtin interviewt. Nur der ehemalige Aushilfslehrer Henry möchte sich nicht für ein Gespräch zur Verfügung stellen. Doch dann sagt er überraschend doch seine Mitarbeit zu. Hat Henry vielleicht etwas zu verbergen …?
 
Abgesehen von der Handlung ist nichts an „Intrigo: Samaria“ wirklich schlecht. Die Handlung ist saudumm, aber das wäre halb so wild wenn der Film anderweitig irgendwie interessant wäre. Wenn er spannend wäre. Oder gut gespielt. Oder beeindruckende Bilder zeigen würde. Während der Pressevorführung habe ich irgendwann angefangen zu hoffen, der Film würde an irgendeiner Stelle wenigstens wirklich richtig schlecht werden. Bloß damit das Ganze irgendwie halbwegs interessant würde. Aber leider hatte der Film nicht einmal das zu bieten.
 
Zulassungsbescheinigung Teil I, Personalausweis, gültige HU, …
 
Dieser Film erinnert an einen Besuch auf dem Einwohnermeldeamt oder der KFZ-Zulassungsstelle. Wer jetzt mit launigen Witzchen über Beamte und Bürokratie rechnet, hat Pech gehabt. Denn ehrlicherweise muss man zugeben: in Ämtern und Behörden arbeiten Leute, die wissen was sie tun. Sie machen ihre Arbeit in aller Regel nicht schlecht. Ihr Job ist bloß furchtbar langweilig. Und besonders langweilig ist es für uns, zu warten und diesen Leuten bei der Arbeit zuzusehen. Ab und zu müssen wir das alles aushalten, weil wir einen neuen Ausweis oder KFZ-Kennzeichen brauchen. Aber zum Spaß würde doch keiner von uns eine Behörde aufsuchen.
 
Und wie auch bei jedem Amtsweg nur der grundsätzliche Ablauf wirklich nervt ist, ist auch bei „Intrigo: Samaria“ nur die Handlung wirklich furchtbar. Warum muss man sein Auto überhaupt ummelden, wenn man umzieht? Warum denkt sich die Dokumentarfilmerin nichts dabei, wenn der ehemalige Lehrer erst ablehnend reagiert und dann plötzlich bereit ist, mehrere Tage mit ihr zu verbringen? Warum muss man die Gebühr für das Ummelden am Automaten der Zulassungsstelle bezahlen, wenn man doch gerade eine Einzugsermächtigung für die Kfz-Steuer unterschrieben hat? Warum quatscht die Filmemacherin jeden Interviewpartner voll, statt den Leuten einfach zuzuhören?
 
Und genauso wie man bei Behörden immer und immer bei der Farce mitspielt und so tut, als wären all diese Dokumente und Formblätter wirklich wichtig (Mein Gott, wer außer mir hätte ein Interesse meine alte Karre umzumelden?), um dann ein absolut vorhersehbares Ergebnis zu erzielen (nämlich das Auto das einem längst gehört, einfach weiterfahren zu dürfen), so tun Regisseur und Co-Autor Daniel Alfredson und seine Truppe mittelmäßiger Darsteller so, als wäre die Handlung dieses Films nicht ebenso absurd wie vorhersehbar.
 
Man kann doch einen Charakter nicht bereits in den ersten Szenen Dialogzeilen sagen lassen wie „Ich halte es für besser die Dinge ruhen zu lassen.“ und dann so tun, als wäre es überraschend wenn die Figur etwas zu verbergen hat. Was sollen die Szenen rund um einen Schulaufsatz, die nirgendwohin führen? Und warum hängt Zehn Jahre später eine Tafel mit dem Hinweis auf die Lösung in dem Klassenzimmer? Aber so ist das nun mal bei diesen skandinavischen Krimis für Leute, die eigentlich keine Krimis mögen: diese Geschichten sollen immer schlauer wirken als sie tatsächlich sind.
 
 
Ihre Wartenummer an Schalter 41
 
Abgesehen von den Autoren hat keiner der an diesem Film Beteiligten einen schlechten Job gemacht. Regisseur Alfredson hat dem Film einen etwas zu glatten aber durchaus professionellen Look verpasst. Kamera, Beleuchtung, Schnitt, Ausstattung und Ton fallen nicht unangenehm auf. Das Gleiche gilt auch für die Darsteller.
 
Die britische Darstellerin Phoebe Fox hatte bisher winzige Rollen in halbwegs bekannten Filmen („Zwei an einem Tag“) oder größere Rollen in Filmen, die kaum jemand kennt („The Diamond Job“). Wir wollen um ihretwillen annehmen, sie sei einfach zu intelligent, um eine so dumme Rolle wirklich überzeugend spielen zu können.
 
Henry Buchan hat bereits in Filmen wie „Alles Geld der Welt“ oder „Vor uns das Meer“ keinen besonderen Eindruck hinterlassen. In seiner Rolle als Mann mit einem Geheimnis erledigt er seinen Job, mehr aber auch nicht.
 
Eine bildhübsche junge Schauspielerin namens Millie Brady spielt die Rolle des Opfers Vera. Ihr darstellerisches Talent lässt sich weder positiv noch negativ kommentieren.
 
Jeff Fahey war vor knapp Dreißig Jahren mal kurze Zeit berühmt nachdem er in Clint Eastwoods „Weißer Jäger, Schwarzes Herz“ die Rolle des Peter Viertel gespielt hat. Seither hat er vor allem in billigen Produktionen mitgewirkt. Er spielt den Vater so, wie ihn ein paar Tausend andere Darsteller auch gespielt hätten.
 
 
Fazit
 
Wer Teil Zwei einer Filmreihe sehen möchte, deren ersten Teil bereits keiner sehen wollte, kann das natürlich gerne tun. Nachdem man im Anschluss an den Film aber keine neuen KFZ-Kennzeichen und keinen neuen Personalausweis ausgehändigt bekommt, gibt es dafür aber keinen Grund.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: Daniel Alfredson
  • Drehbuch: Ditta Bongenhielm
  • Besetzung: Phoebe Fox, Andrew Buchan