Das Filmteam der Kult-Kino-Reihe rund um Dorfpolizist Franz Eberhofer und ...
... seine Entourage hat sein Zerwürfnis mit Autorin Rita Falk beigelegt. Aber ist der mittlerweile zehnte Teil aufgrund dessen tatsächlich anders als seine Vorgänger?
Alles (scheinbar) beim Alten?
Eberhofer (Sebastian Bezzel) im Neubau, Birkenberger (Simon Schwarz) im Saustall und Susi (Lisa Maria Potthoff) (fast) im Bürgermeisteramt – und als wäre das Chaos in Niederkaltenkirchen nicht schon perfekt, geht auch noch die Oma (Enzi Fuchs) auf Kur!
Gut, dass die neue Haushaltshilfe Julika (Lara Mandoki) ganz zur Freude von Papa (Eisi Gulp) und Leopold (Gerhard Wittmann) für Ordnung auf dem Eberhofer-Hof sorgt, während Franz sich wohl oder übel zwischen Susis Wahlkampf und dem neuen Hobby von Sohn Paul zurechtfinden muss. Als der örtliche „Steckerlfischkönig“ plötzlich mausetot auf dem neu errichteten Golfplatz liegt, kommt das dem Dorfsheriff deshalb gar nicht so ungelegen.
Gemeinsam mit Rudi Birkenberger macht er sich an die Ermittlungen. Prompt geraten die beiden Spezln in eine ausgewachsene Familienfehde zweier Volksfestclans. „Romeo und Julia“ in Niederbayern!
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Zefix! Oder nicht?
Die Kinoreihe rund um die gleichnamige Bestsellerreihe von Rita Falk war fast ein Jahrzehnt ein Garant für hohe, verlässliche Besucherzahlen. Kein Teil hatte weniger als eine Million Zuschauer. Und, obwohl hauptsächlich bayerisch gesprochen wird, im gesamten deutschsprachigen Raum sehr beliebt. Bis es nach Nummer Neun, REHRAGOUT RENDEVOUZ aus dem Jahr 2023, zum Zerwürfnis mit der Autorin kam. Denn die fand diesen Teil plötzlich extrem „platt“. Deshalb hat man sich beim Verleih entschieden, erstmal keine weiteren Teile zu produzieren. Um die Wogen zu glätten.
Dennoch war die Versuchung zu verlockend, es aufgrund des bahnbrechenden Erfolges noch einmal, etwas anders zu versuchen. Weshalb nun auch Falks neuester Roman aus dieser Welt mit STECKERLFISCHFIASKO eine Leinwandadaption erhalten hat. Auch wenn der größtenteils nur den Titel mit dem Roman gemeinsam hat. Aber dürfen wir uns dabei, zumindest im Kern, dennoch auf gewohnte Kost freuen?
Jaein! Doch der Reihe nach: Zunächst mal ist man auf Nummer sicher gegangen. Und hat das Kernteam aus Niederkaltenkirchen prominent verstärkt. Deshalb dürfen wir uns auf deutsche Kinogiganten wie Ruby O´Fee, Milan Peschel, sowie Christian Tramitz freuen. Letzterer darf sogar als Mordopfer in ungewöhnlich freizügiger Pose glänzen.
Weniger ist mehr?
Dafür machen sich andere Figuren rar. Flötzinger alias Daniel Christensen, Max Simmerl alias Ferdinand Hofer und die Oma alias Enzi Fuchs haben nämlich fast nur Gastauftritte. Bei Enzi Fuchs ist das wiederum sogar mehr als verständlich. Denn man merkt ihr die Kraftanstrengung beim Spielen aufgrund ihres Alters deutlich an. Bei der restlichen Besetzung weniger, war aber wohl den Neuzugängen geschuldet.
Alles konzentriert sich ansonsten eben auf jene, sowie Franz Eberhofer und Rudi Birkenberger. Letzterer ist für Simon Schwarz diesmal sogar eine besonders körperliche Herausforderung gewesen. Sowie auf Eberhofer Junior. Ein Glücksgriff. Denn hier hat man ein aufstrebendes Jungtalent entdeckt, dass diesen Teil erfrischend aufwertet.
Dramaturgisch wurde dafür alles leider extrem in die Länge gezogen. 10 – 15 Minuten weniger hätten dem Werk und der Geschichte gutgetan. Wohltuend ist dabei jedoch, dass die Anzahl der Kraftausdrücke stark reduziert wurde und es nur eine, der Tradition geschuldet, Gesangseinlage in der Stammkneipe gibt. Wirkt allerdings ein klein wenig deplatziert.
Zudem müssen sich die Zuschauer auf folgendes einstellen: Ein dunkelhäutiger, der fließend bayerisch spricht, Migranten, welche eine Wohnung besetzen und senile Senioren, welche mit lustigen Konversationen zum Schmunzeln oder Lachen anregen sollen. Aber das ist wohl alles wie immer Geschmackssache.
Fazit
Diesen Teil der Eberhofer-Reihe wird vor allem das bayerische Publikum eher gespalten aufnehmen. Denn bisherige Zugpferde wie Stammtischparolen und alte Bekannte aus den bisherigen Teilen rücken stark in den Hintergrund. Zugunsten einer entschleunigten, etwas langatmigen Komödie, welche formelhaft mit einigen Fallschirmen inszeniert wurde. In der einzig Sebastian Bezzel und Simon Schwarz in gewohnter Manier glänzen dürfen.
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