One Night Only - Kinostart: 27.08.2026

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Mit seinem Skript zu ONE NIGHT ONLY schaffte es Travis Braun zunächst auf die sogenannte ...
 
... Black List, auf der jährlich besonders vielversprechende, bislang noch nicht verfilmte Drehbücher gesammelt werden. Lange blieb der Stoff danach nicht ohne Produzenten. Universal griff zu und verpflichtete Will Gluck als Regisseur, der mit WO DIE LÜGE HINFÄLLT bereits bewiesen hatte, dass er mit modernen romantischen Komödien umgehen kann. Gluck nahm selbst noch Veränderungen an der Vorlage vor, offiziell wird jedoch ausschließlich Braun als Drehbuchautor geführt. Die Ausgangsidee erinnert dabei durchaus ein wenig an THE PURGE – nur dass hier nicht das Verbrechen, sondern Sex für eine Nacht von allen gesetzlichen Einschränkungen befreit wird.
 
Nacht der Abenteuer
 
In dieser Zukunftsversion der USA sind sexuelle Beziehungen vor der Ehe seit drei Jahren verboten. Damit sich die Bevölkerung auch daranhält, wird jeder Mensch mit einem Chip ausgestattet, der Verstöße registriert. Allerdings macht der Staat einmal jährlich eine Ausnahme: In einer einzigen Nacht darf jeder mit jedem ins Bett steigen, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Genau darauf hat Owen lange gewartet, denn er möchte die Gelegenheit mit seiner Freundin nutzen. Die macht ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung.
 
Allie wiederum hofft, während der besonderen Nacht endlich den richtigen Mann zu finden. Owen und Allie begegnen sich dabei immer wieder, obwohl ihre jeweiligen Pläne zunächst in ganz andere Richtungen führen.
 
Tolle Chemie
 
Dass dieses Gesellschaftsmodell nicht unbedingt einer genaueren Überprüfung standhält, versteht sich von selbst. Der Film versucht zwar irgendwann, die technische Seite der Überwachung etwas genauer zu erläutern, wirklich plausibler wird die Konstruktion dadurch jedoch nicht. Wer sich darauf einlässt, bekommt immerhin eine romantische Komödie, die ihre Figuren in eine ungewöhnliche Situation versetzt. Owen und Allie sind keineswegs sofort aufeinander fixiert, sondern verfolgen zunächst hartnäckig ihre eigenen sexuellen Ziele. Daraus entwickelt sich eine turbulente Odyssee durch die Nacht, bei der Gluck einige erfreulich schräge Situationen auffährt.
 
Interessanter wäre ONE NIGHT ONLY womöglich geworden, wenn der Film seine gesellschaftliche Ausgangslage stärker für Satire genutzt hätte. Ob Travis Brauns ursprüngliches Skript in dieser Hinsicht bissiger angelegt war, lässt sich schwer sagen. Gluck jedenfalls hält sich mit Angriffen auf Moralvorstellungen, staatliche Kontrolle und gesellschaftliche Erwartungen auffallend zurück. Dabei steckt gerade darin reichlich Potenzial: Weil alle nur diese eine Gelegenheit pro Jahr bekommen, wird aus der vermeintlichen sexuellen Freiheit plötzlich eine Pflichtveranstaltung. Jeder will das Maximum aus wenigen Stunden herausholen, wodurch aus Lust schnell Leistungsdruck entsteht.
 
Parallel entdeckenOwen und Allie, dass Nähe und Intimität eben nicht automatisch mit Sex gleichzusetzen sind. Aus dieser Konstellation hätte eine ziemlich böse Gesellschaftssatire entstehen können. Gluck entscheidet sich stattdessen für die wesentlich harmlosere Variante und konzentriert sich auf die Liebesgeschichte.
 
Wenig Sex
 
Das funktioniert vor allem dank Callum Turner und Monica Barbaro. Zwischen beiden stimmt die Chemie, sodass man ihrer allmählichen Annäherung gerne folgt. Auch komödiantisch harmonieren sie gut miteinander. Gerade wenn der Film seine ohnehin absurde Grundidee konsequent ausreizt und einzelne Situationen ins Groteske steigert, entstehen einige ausgesprochen amüsante Momente. Gleichzeitig bekommt die Geschichte genügend Gefühl, ohne allzu klebrig zu werden. Die Botschaft fällt entsprechend klassisch aus: Der vermeintlich perfekte Sex ist weniger wert als eine echte emotionale Verbindung.
 
Bemerkenswert ist allerdings, wie zurückhaltend ONE NIGHT ONLY angesichts seines Themas bleibt. Glucks ursprüngliche Fassung soll wesentlich freizügiger gewesen sein, doch davon ist im fertigen Film wenig übriggeblieben. Selbst für eine Produktion, die in den USA ein R-Rating erhielt, geht es erstaunlich sittsam zu. Der Regisseur begründete diese Entscheidung mit einem veränderten Verhältnis der Gen Z zu Nacktheit und Sex im Kino. Das jüngere Zielpublikum empfinde entsprechende Szenen häufig als unangenehm. Ob diese Einschätzung tatsächlich verallgemeinert werden kann, sei dahingestellt. Sicher scheint nur: Eine vergleichbare Komödie hätte vor zwei oder drei Jahrzehnten wahrscheinlich deutlich mehr gewagt.
 
 
Fazit
 
ONE NIGHT ONLY ist letztlich eine sympathische, optisch ansprechende und angenehm kurzweilige Romcom mit einer originellen Ausgangslage, die wesentlich mehr satirisches Potenzial besitzt, als der Film ausschöpft. Dass die nächtliche Tour trotzdem Spaß macht, liegt vor allem am bestens aufgelegten Hauptdarstellerduo Turner und Barbaro. Übrigens: Es gibt auch zwei Cameos von Glen Powell und Sydney Sweeney, Glucks Stars aus WO DIE LÜGE HINFÄLLT, aber nur in Form von zwei Fotos.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor:in: Peter Osteried
  • Regie: Will Gluck
  • Drehbuch: Travis Braun
  • Besetzung: Monica Barbaro, Callum Turner