Erneut sind zwei Jahre nach dem letzten Film vergangen. Mit OSTWIND – ARIS ANKUNFT ...
... wird nun ein neues Kapitel aufgeschlagen, das folgerichtig auch von neuer Hand umgesetzt wird. Nach Katja von Garnier, die die letzten beiden Filme inszenierte, ist nun Theresa von Eltz an der Reihe. Auch vor der Kamera gibt es einen Neuankömmling: Luna Paiano.
Wieder zuhause
In Andalusien bricht ein Feuer aus, bei dem Mika, aber auch Ostwind verletzt werden. Beide kommen zurück nach Kaltenbach, aber Mika liegt weiterhin im Koma. Ostwind spürt das und obwohl er von seinen Verletzungen geheilt ist, frisst er nicht und verlässt auch nicht den Stall. Sam weiß schon nicht mehr, was er machen soll.
Fanny macht derweil ein soziales Praktikum und soll mit ihrer Chefin das junge Mädchen Ari, das verhaltensauffällig und gewalttätig ist, in ein Kinderheim bringen. Aber Fanny glaubt, dass in Ari mehr steckt, als es auf den ersten Blick scheint. Sie überzeugt das Jugendamt, Ari nach Kaltenbach zu schicken – auch wenn sie dafür lügen muss. Ari findet sich auf dem Hof ein und entwickelt eine besondere Beziehung zu Ostwind. Sie will nun reiten lernen.
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Derweil entspinnen sich Intrigen auf dem Gestüt, denn die frisch hinzugekommene Isabell will Kaltenbach übernehmen und schreckt dabei auch vor drastischen Mitteln nicht zurück …
Frischer Wind
Mit dem dritten Film hätte die Reihe ihr Ende finden können, ein vierter Roman war da aber auch schon im Anmarsch. Der wurde nun umgesetzt und bietet reichlich Neues. Denn Hanna Binke ist als Mika hier nur eine Nebenfigur, die die meiste Zeit im Koma liegt. Stattdessen hat man ein neues, junges Mädchen, das eine besondere Beziehung zu Ostwind aufbaut. Erfrischend an der Figur ist, dass sie abseits üblicher Teenie-Konventionen daherkommt und recht schlagfertig ist.
Die Probleme rund um Aris Herkunft sind spürbar, drängen sich aber nie wirklich auf. Der Film erschafft hier eine Leichtigkeit, die auch von Paianos großer Natürlichkeit profitiert. Sehr schön sind die Szenen, als sie Herrn Kaan bittet, ihr das Reiten beizubringen. Da wird Tilo Prückner zu einer Art Mister Miyagi der Pferdewelt, der Ari merkwürdige Aufgaben stellt, die mit Reiten so gar nichts zu tun haben, ihr aber alles mitgeben, was sie benötigt, um sich auf einem Pferderücken wohlzufühlen.
Etwas esoterisch
Dem positiven Aspekt von Aris Ankunft steht der esoterische Unterbau etwas entgegen. Den gab es auch bei den vorherigen Filmen schon, hier wird aber deutlich übertrieben. Denn dass das besondere Band zwischen Mika und Ostwind dergestalt ist, dass beide einem Teufelskreis gleich daran zugrunde gehen, ist dann schon etwas sehr dick aufgetragen. Zumal man auch noch Ari in das Ganze einbaut und sie nicht nur von Mika träumen lässt, sondern das auch noch macht, als sie noch gar nicht von Kaltenbach gehört hat.
Mit Isabell und dem fiesen Pferdetrainer Thorvaldson hat man zwei Schurkenfiguren, die auch sehr übertrieben daherkommen. Die eine ist eine eiskalte Psychopathin, die sich ob ihrer Schlechtigkeit das Grinsen nicht verkneifen kann, der andere ein ganz in Schwarz gekleideter Tierschänder, dem die Bösartigkeit schon ins Gesicht geschrieben steht. Der Handlungsbogen mag zur Konfliktbildung nötig gewesen sein, die Umsetzung ist aber frei von jedweder Subtilität und spart sich auch die Erklärung, wieso die alte Frau Kaltenbach ihr Gestüt überhaupt irgendjemandem überschreiben sollte.
Fazit
OSTWIND – ARIS ANKUNFT funktioniert nicht in jeder Hinsicht, bietet aber zumindest einen frischen Ansatz und hat mit Ari auch eine sympathische und interessante neue Hauptfigur zu bieten. Damit erfindet sich die Reihe sicherlich nicht neu, die Frischzellenkur reicht jedoch, um das Format zu entstauben. Und das ist wohl auch gut so, da der fünfte Roman „Der große Orkan“ erst kürzlich erschienen ist.
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