Woodwalkers 2 - Kinostart: 29.01.2026

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Woodwalkers geht in die nächste Runde: die tierische Filmreihe versucht erneut ...
 
... sein Glück beim Publikum...
 
Zusammenfassung
 
Der Puma-Gestaltenwandler Caraq (Emile Chérif) und seine tierischen Freunde müssen sich auch im zweiten Teil wieder mit dem Milliardär Andrew Milling (Oliver Masucci) auseinander setzen, der sich als Kandidat zum Gouverneur aufstellen lässt. Mit diesem hohen Amt will er über das Land hinaus seine treue Anhängerschaft vergrößern.
 
Doch Millings geheime Pläne sind auch dieses Mal alles andere als gutmütig. Die Schüler der Clearwater High wollen ihm einen Strich durch die Rechnung machen, aber der Milliardär hat ein starkes Ass im Ärmel: Er kennt als einziger den Standort von Caraqs echter Familie und droht gleichzeitig seiner Adoptivfamilie. Es wird Zeit, dass Caraq sich für eine Seite entscheidet…
 
Alles wieder beim Alten
 
Im ersten Teil saß noch Damian John Harper im Regie Stuhl. Doch der musste für den zweiten Teil Platz machen für den wesentlich bekannteren Sven Unterwaldt Jr.. Der hatte mit „die Schule der magischen Tiere“ bereits eine deutsche Tierfilmreihe ab dem zweiten Teil übernommen. Zudem ist er für einige Otto Walkes Klassiker, wie „die sieben Zwerge“ und „Ottos Eleven“ verantwortlich. Von diesem „Klassiker-Flair“ bekommt man in Woodwalkers 2 jedoch quasi gar nichts mit. Die Dialoge bleiben seltsam abgelesen und passen weiterhin besser in ein Buch als in einen Film. Mittlerweile hat man sich jedoch etwas an den Stil gewöhnt, wodurch dieses Gerede in der Welt der Woodwalkers schon fast natürlich wirkt. Vielleicht reden die Menschen und Gestaltenwandler in diesem Paralleluniversum einfach anders…
 
Das deutscheste Amerika aller Zeiten
 
Apropos Paralleluniversum…als wir die Info bekommen, dass Milling zum Gouverneur zur Wahl steht, wurde mir erst so richtig bewusst, dass wir uns tatsächlich in Amerika befinden sollen. Der zweite Teil legt viel mehr Aufmerksamkeit auf den Standort und spielt beispielsweise in einem Diner. Ab dem Gouverneur Moment bleibt man zurück mit einem Uncanny-Valley Gefühl…alles soll normal wirken und geht weiter wie vorher, aber da ist so ein komisches Gefühl, dass da einfach was nicht stimmt.
 
Die Sets fühlen sich leblos und aufgesetzt an. Alles ist so deutsch und soll aber unbedingt amerikanisch sein. Es bleibt ein Dorn im Auge, was sich über die Szenen hinweg zieht. Ich führe die deutsche Stimmung unter anderem auf das Schauspiel und die Dialoge zurück, denn in Deutschland selbst wurde für diese Szenen nicht gedreht. Aber auch Italien und Belgien bieten eben kein Amerika Flair…
 
 
Neue Charaktere
 
Neben dem Amerika Fokus, gibt es außerdem neue Charaktere…die ebenso seltsam sind. Denn sie sind eigentlich maximal unnötig. Hier muss erwähnt werden, dass diese Charaktere eventuell in einem nächsten Teil wichtig werden könnten, aber an dieser Stelle in der Geschichte wirken sie einfach deplatziert. Oliver Masucci bleibt seiner Rolle als Elon Musk Abklatsch treu und lässt den Bösewicht heraushängen.
 
Im Großen und Ganzen ist sein Schauspiel ziemlich stabil und er funktioniert als Antagonist für die Gestaltenwandler gut. Im Gegensatz zu den Kindern wirken seine Sätze immerhin auch nicht komplett abgelesen. Die Dialoge sind aber auch schwer natürlich rüberzubringen…den Darstellern sei also verziehen. Den Urhebern der Dialoge würde ich aber nochmal ein Seminar ans Herz legen. Ein paar Pluspunkte in Sachen Kreativität konnten aber gesammelt werden, denn die Figuren hauen passend zu ihren Tieren immer wieder Sprüche raus. So findet die Eichhörnchen-Gestaltwandlerin einige Sachen sehr „nussig“. Das sind die Momente im Film, die gut funktionieren und Kindern sicherlich viel Spaß bereiten.
 
Der Sinn und Zweck
 
Sobald der Abspann über die Leinwand flimmert, taucht auch die Frage nach dem „warum“ auf. Warum brauchte es diesen zweiten Teil? Der gesamte Film fühlt sich an wie ein Warteraum, der zur Überbrückung dient. Am Ende des Filmes hat sich quasi kaum etwas verändert, was man nicht auch innerhalb von 15 Minuten in dem ersten Teil hätte klären können. Es werden viele Neben-Geschichten aufgemacht, aber keine nimmt wirklich Fahrt auf. Selbst das Finale ist ernüchternd und bestätigt nochmal, dass der Film nicht alleine stehen kann, sondern nur ein Zwischenstück bildet. Es gibt keine richtigen Herausforderungen, die sich zuspitzen. Alles ist ein bisschen zu einfach. Als es dann um das Thema Familie geht, fängt es auf einmal an interessant zu werden…doch dann wird ganz schnell wieder das Thema gewechselt.
 
Wasser predigen und Wein trinken
 
Ein weiteres Thema, dass unübersehbar bleibt, ist der Natur- und Tierschutz. Die Idee das Thema für einen Kinderfilm aufzuarbeiten ist eigentlich sehr nett. Besonders die Gestaltenwandler als Vermittler zwischen Menschen und Natur zu nutzen ist schlau und bringt das Thema einfach und nachvollziehbar an ein junges Publikum. Aber die Charaktere müssen es eben andauernd in großen Reden ausdrücken, wie wichtig Tierschutz ist. So wird es mit der Zeit einfach nervig, selbst wenn man eigentlich voll hinter der Botschaft steht. Ein schlechter Nachgeschmack bleibt zudem, wenn man daran denkt, dass echte Tiere am Set waren und dann über Tierschutz gesprochen wird. Ob ein Puma vor Kamera und einem ganzen Filmteam gut aufgehoben ist, bleibt fraglich.
 
Pluspunkte
 
Um auch mal ein paar gute Punkte zu nennen, muss die schöne Musik erwähnt werden, die sehr abenteuerlich und passend ist. Auch die Animationen sind wieder gut gelungen. Auch positiv ist, dass schlau versteckt wurde, statt mit wenig Budget Billig-Effekte zu zaubern. So wird den Kindern bei den Verwandlungen einfach mal zugetraut, dass sie ihre Fantasie einsetzen. Besonders für die Kinder ist es insgesamt doch einfach schön, die Tiere zu sehen und sich vorzustellen, welches Tier sie wohl wären.
 
 
Fazit
 
Der zweite Teil der Woodwalker Reihe ist in allen Belangen mittelmäßig und dient auch nur als Mittelstück zwischen dem ersten und einem dritten Teil, der eventuell noch folgt. Es gibt keine Weiterentwicklung und weder die Action noch der Humor stechen hervor, um den Film zu einem besonderen Erlebnis zu machen. Wer aber gerne einfach wieder in die Welt zurück möchte kann hier seinen Spaß haben.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor:in: Melanie Fibich
  • Regie: Sven Unterwaldt
  • Drehbuch: David Sandreuter
  • Besetzung: Emile Chérif, Oliver Masucci