Der kleine Vampir

Artikel bewerten
(2 Stimmen)
1979 ersann die damalige Grundschullehrerin Angela Sommer-Bodenburg die ...
 
... Geschichte des kleinen Vampirs. Bis zum Jahr 2015 folgten 20 weitere Bände. Die Geschichte wurde sofort ein riesiger Erfolg, in 34 Sprachen übersetzt und sogar mehrmals verfilmt.
 
Erstmals in Form einer kanadisch-deutschen Fernsehserie aus dem Jahr 1985, die die ersten beiden Bücher adaptierte, später als deutsche TV-Produktion und im Jahr 2000 schließlich als großer Realfilm. Nun nimmt man sich des Stoffes in Form eines computeranimierten Films an. Richard Claus, der hier als Regisseur fungiert, produzierte schon den 2000er Film nach einem Drehbuch von Larry Wilson, welcher nun auch wieder in die Tasten haute.
 
Erstmals animiert
 
Die Vampir-Sippe der von Schlottersteins kommt zusammen, um den 13. Geburtstag von Rüdiger zu feiern – zum 300. Mal. Doch dann taucht der Vampirjäger Geiermeier auf, der sie alle in einer riesigen Gruft einsperrt. Nur Rüdiger, seine Eltern und seine Schwester Anna können entkommen. Sie fliehen von Transsylvanien nach Deutschland, wo Rüdiger auf den 13-jährigen Jungen Anton Bohnsack trifft. Der war schon immer von Vampiren begeistert und zeigt gegenüber Rüdiger keine Angst. Im Gegenteil, er hilft ihm sogar. Die beiden Jungen freunden sich schnell an und machen sich dann gemeinsam daran, Rüdigers Familie zu helfen.
 
Doch dafür gibt es einige Stolpersteine, die überwunden werden müssen, darunter Antons Eltern, die nicht an Vampire glauben, und natürlich Geiermeier, der mit seinem Assistenten Manni immer ausgeklügeltere Methoden entwickelt, um den Vampiren zu Leibe zu rücken.
 
Kein Remake, keine Fortsetzung
 
Natürlich hätte Richard Claus auch eine Fortsetzung zu seinem Realfilm machen können, er wollte aber ganz neu an den Stoff herangehen. Darum entschied man sich, nicht direkt eines der Bücher zu adaptieren, sondern sich aus dem Besten zu bedienen, was diese zu bieten haben.
 
Dabei hat man natürlich die Ur-Geschichte beibehalten, denn Rüdiger und Anton müssen sich nun mal erst kennen lernen. Darüber hinaus ist manches aber auch anders, so etwa Geiermeier, der in den Romanen als Friedhofswärter begann, hier jedoch schon ein sehr versierter Vampirjäger ist.
 
 
Zudem stellte man ihm mit dem Erfinder Manni einen Assistenten zur Seite, mit dem er sich auch austauschen kann. Im Deutschen wird dieser übrigens von Wigald Boning gesprochen.
 
„Der kleine Vampir“ ist flott erzählte Fantasy-Unterhaltung, die tatsächlich für Groß und Klein funktioniert. Der Test, ob ein Animationsfilm auch ein erwachseneres Publikum ansprechen kann, ist immer die Frage, ob er auch als Realfilm funktionieren würde. Und hier muss man das bejahen. Herausgekommen ist darum ein schönes Abenteuer, welches das Herz auf dem rechten Fleck hat und einerseits für Toleranz eintritt, andererseits aber auch eine Ode an die Freundschaft ist. Das ist der Kern von „Der kleine Vampir“, der in den Romanen vorhanden ist und auch hier perfekt herausgearbeitet wurde.
 
Der heimliche Star
 
Die meisten Lacher hat eine Figur auf ihrer Seite, die eigentlich völlig nebensächlich ist: die Kuh, von der sich Rüdiger ernährt. Das klingt härter als es ist, da die Kuh damit auch eine neue Existenzebene erhält und freudig durch die Lüfte trabt. Das sieht einfach herrlich lustig aus.
 
Generell gilt aber, dass die Gagquote hier sehr gut ist, von den Dialekt sprechenden Gastwirten der Bohnsacks über die Vampir-Bande bis hin zum unverwüstlichen Geiermeier. Wirklich ernsthaft passiert dabei niemandem etwas, aber Action gibt es doch reichlich.
 
 
Fazit
 
„Der kleine Vampir“ ist ein herrlicher, verspielter, mit tollen Designs und flotter Erzählweise aufwartender Film für ein junges, aber auch ein junggebliebenes Publikum.
 
Es gibt reichlich zu lachen, aber auch zu Herzen gehende Momente und eine Botschaft, wie sie schöner nicht sein könnte. Wundervoll ist auch der Abspann, bei dem die Figuren noch einmal auftreten – gerade so, als wäre man im Theater und würde den Schauspielern zujubeln, während sie sich ein letztes Mal verbeugen.
 
 
Unterstütze CinePreview.DE:
                                                                                                                                        
 
 

Ähnliche Kritiken

Liliane Susewind - Kinostart:  10.05.2018
Liliane Susewind - Kinostart: 10.05.2018 Wenn in einer Kinderbuchreihe in 10 Jahren ganze 18 Titel erschienen sind, ...   ... darf man dahinter finanzielles Interesse vermuten. Wenn dann ein Film auf der Grundlage dieser Buchreihe produziert wird, geht es dabei sicher auch um Geld. Schade, wenn man davon n...
Kleiner Aladin und der Zauberteppich - Kinostart: ...
Kleiner Aladin und der Zauberteppich - Kinostart: ... Noch ein Film über Aladin? Nun bei dieser Produktion aus Dänemark sollte ...   ... keinerlei Verwechslungsgefahr mit dem Blockbuster aus dem Hause Disney bestehen.   Die Welt ist so groß   Der kleine Aladin träumt von der groß...
Paddington in Peru - Kinostart: 30.01.2025
Paddington in Peru - Kinostart: 30.01.2025 Teil Zwei war ein mit beträchtlichem Aufwand gedrehter passabler ...   ... Kinderfilm, der von der internationalen Kritik gefeiert wurde. Kann Teil Drei daran anknüpfen?   Vor einigen Bärenjahren …   Nach einer Titelsequenz, die uns zeigt, dass Paddington a...
Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft
Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft Bei dem Titel denkt man natürlich als erstes an die Disney-Filme mit Rick Moranis, ...   ... die schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Ob sich die Autorin der Romanvorlage davon inspirieren ließ, weiß man nicht, mit „Hilfe, ich habe meine Eltern...

Weitere Informationen

  • Autor:in: Peter Osteried
  • Regie: Richard Claus
  • Drehbuch: Larry Wilson
  • Besetzung: Wigald Boning