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Peterchens Mondfahrt - Kinostart: 31.03.2022

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Nach einer Realverfilmung (1959) und einer Zeichentrickversion (1990) ...
 
... dürfen wir uns jetzt auf eine Kino-Neuinterpretation der bekannten Märchenbuchvorlage freuen. Umgesetzt von Regisseur Ali Samadi Ahadi, der bereits mit den Petterson & Findus – Filmen große Erfolge in der jungen Zielgruppe feiern konnte. Aber gelingt das auch diesmal?
 
Ein Käfer, eine Linde und der Mond
 
Die Geschichten von Autor Gerdt von Bassewitz über die Abenteuer des Maikäfers Herrn Sumsemann mit den Kindern Peter & Anneliese dürften wahrscheinlich jedem bekannt sein.
 
Für die neue Kinoversion wurde jene ausgewählt, bei der es darum geht, dass die geliebte Linde des Herrn Sumsemann inklusive seiner Sumsefrau aus Versehen von der Nachtfee auf den Mond verbannt wurde. Und er diese nur mit zwei mutigen Kindern, wie zum Beispiel Peter und Anneliese, zurück auf die Erde holen kann.
 
Ein Abenteuer, bei dem allerdings nicht nur die Mondfahrt eine Hürde darstellt. Denn bei der Befreiungsaktion müssen die drei auch den Mondmann und seine Gehilfen austricksen. Aber zum Glück erhalten sie dabei Unterstützung vom Sandmann, den Sternschnuppen und zahlreichen anderen Wesen, die sie auf Ihrer Reise kennen lernen.
 
Tolle Animationen und liebenswerte Charaktere
 
Große Mühe haben sich die Macher bei der visuellen Gestaltung des Films gegeben. Denn die Charaktere und die unterschiedlichen Settings sind nicht nur bunt und kindgerecht ansprechend, sondern auch mit viel Liebe zum Detail umgesetzt worden. Egal ob in der irdischen Welt oder auf dem Mond. Mit einem 3D-Look, der sogar im Ansatz einen Vergleich zu Disney-Produktionen nicht scheuen braucht.
 
Bei den Figuren wurde zudem darauf geachtet, dass Kinder ab 6 Jahren nicht verängstigt werden. Alle Protagonisten sind äußerst liebenswerte Charaktere und alle Bösewichte, wie der Mann im Mond und seinen Gehilfen, wurden mit einer Portion Naivität und Tollpatschigkeit bedacht. Etwas, dass sie dadurch ebenfalls sympathisch macht.
 
Aber auch dramaturgisch ist der Film sehr gut gelungen. Langeweile kommt beim Zielpublikum garantiert nicht auf. Es passiert ständig etwas, denn Regisseur Ali Samadi Ahadi erzählt das bekannte Märchen actionreich und rasant. Hervorzuheben sind dabei die vielen guten Ideen der Filmemacher. So darf man sich vor allem in der Mitte des Films auf ein rasantes Wettrennen der Naturgeister durch eine Milchstraßen – Arena, sowie Käsefondue-Quellen freuen, um einen Frozen Joghurt Vulkan zu erobern.
 
 
Die 84 Minuten vergehen deshalb also wie im Flug. Sogar für Erwachsene. Auch wenn letzteren wahrscheinlich das ständige Geschreie und die extrem herausgehobene Tollpatschigkeit der Charaktere auf die Nerven gehen könnte. Der Nachwuchs wird daran aber ganz sicher seine wahre Freude haben. Großer Wert wurde ebenfalls auf gesellschaftsrelevante Themen gelegt.
 
Deshalb spielt Diversität bei den Naturgeistern eine große Rolle. Und die Nachtfee ist nicht nur ein androgynes Wesen, sondern ernährt sich natürlich ausschließlich vegan. Außerdem spricht Frau Holle mit österreichischem Akzent.
 
Hochkarätige Besetzung
 
Stimmlich dürfen wir uns bei PETERCHENS MONDFAHRT auf Dirk Petrick, Peter Simonischek, Roxana Samadi, Raphael van Bargen, Tom Vogt, Gerti Drassl u.v.a. freuen.
 
Der Film ist also eine teure Produktion. Und damit die hohen Kosten garantiert wieder eingespielt werden, hat man kurzerhand für die Interpretation des Titelsongs auch noch Lina Larissa Strahl, bekannt u.a. aus diversen Disney-Filmen, sowie den Bibi & Tina-Kinoadaptionen, verpflichtet. Einem Song, der durchaus das Potenzial zum Ohrwurm hat.
 
 
Fazit
 
Mit PETERCHENS MONDFAHRT ist Regisseur Ali Samadi Ahadi mit seinem Team eine erfrischende Neuauflage der bekannten Märchenvorlage gelungen. Ein Film der Jung und Alt garantiert begeistert und deshalb für einen unbeschwerten Kinobesuch, vor allem mit Kids, uneingeschränkt empfohlen werden kann.
 
 
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor:in: Max Wrede
  • Regie: Ali Samadi Ahadi
  • Drehbuch: Arne Nolting
  • Besetzung: Peter Simonischek, Roxana Samadi