Hochkarätig besetzt nimmt uns Regisseur David Minahan mit auf die emotionale ...
... Reise von drei Menschen, die ihre eigene (sexuelle) Identität entdecken, sowie ihr Glück finden möchten. Basierend auf dem gleichnamigen von der Presse gefeierten Roman von Shannon Pufahl.
Did you ever fell in Love?
Diese Frage wird im Film plakativ in den Raum gestellt. Bei einer Geschichte, welche im Kalifornien der 50iger Jahren ihren Anfang nimmt. Muriel (Daisy Edgar-Jones) und ihr Mann Lee (Will Poulter), der gerade als Soldat aus dem Korea-Krieg zurückgekehrt ist, wollen sich unter der kalifornischen Sonne ein Bilderbuchleben aufbauen.
Ihren Traum möchten sie gemeinsam mit Lees Bruder verwirklichen, dem charismatischen Spieler Julius (Jacob Elordi). Doch die unbeschwerte Dreiecksbeziehung endet abrupt, als Julius nach Las Vegas verschwindet. Dort hält er sich mit Poker und Glücksspiel über Wasser – und trifft auf Henry (Diego Calva).
Währenddessen fühlt sich Muriel in ihrem kalifornischen Alltag zunehmend gefangen und sehnt sich nach mehr im Leben. Bei heimlichen Pferdewetten hat sie Glück. Doch hält das Leben noch mehr für sie bereit?
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Coming Out als Mittel zum Zweck
Minahan inszenierte ON A SWIFT HORSE in sehr ruhigen, leisen Tönen. Mit viel nackter Haut. Sexszenen erwarten die Zuschauerinnen nämlich Überfluss. Und eine extrem langsame Bildsprache. Streckenweise zu langsam. Hier hätte man den Handlungsverlauf deutlich raffen können.
Wir lernen die Charaktere zwar intensiv kennen, aber es passiert dabei im Verlauf fast des gesamten Filmes darüber hinaus fast gar nichts. Kein Streit, keine aufwühlenden Aufreger, nichts. Da macht sich schnell Langeweile breit.
Zudem hatte ich den Eindruck, dass der Film über die Tabakindustrie gesponsort wurde. Der Konsum an Zigaretten ist nämlich enorm. Es wird fast in jeder Szene geraucht. Erst gegen Ende spitzt sich die Handlung etwas zu, wenn sich Beziehungskonstellationen anders entwickeln als das die Zuschauer:innen gerne möchten. Denn der Film endet ohne Happy End.
Kein Wunder! Denn das Beziehungskarussell der Protagonist:innen dreht sich nicht nur im heterosexuellen Kosmos. Etwas das Minahan zu tragenden Handlungselementen werden lässt. Aber nicht um zu provozieren, sondern um zu zeigen, dass Liebe keine Grenzen kennt. Und für manche Menschen zum glücklich werden dazu gehört. Allerdings am Ende doch wieder negiert wird.
Perfekt besetzt
In den Hauptrollen dürfen Daisy Edgar-Jones („Der Gesang der Flusskrebse“, „Normal People“), Jacob Elordi („Saltburn“, „Priscilla“), Will Poulter („Warfare“), Diego Calva („Babylon“) und Sasha Calle (“In the Summers”) glänzen.
Hochemotionale Momente kommen dabei vor allem zwischen Daisy Edgar-Jones und Sasha Calle auf. Man spürt zwischen ihren Charakteren förmlich die Funken fliegen. Aber auch die anderen Darsteller:innen sind für ihre Rollen perfekt gecastet.
Fazit
ON SWIFT HORSES ist ein ambitionierter Versuch die gleichnamige Bestsellervorlage von Shannon Pufahl auf die Leinwand zu adaptieren. Scheitert jedoch an dem, was einem nur Bücher vermitteln können: Emotionale Charakterentwicklung über einen langen Zeitraum. Etwas, dass im Film eher langweilig und uninspiriert wirkt.
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