Problemista - Kinostart: 13.06.2024

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Der Film kann sich nie entscheiden, was er sein will. Will er nun eine Komödie sein? ...
 
... Ein Drama? Eine Satire auf den Kulturbetrieb oder ein bissiger Kommentar auf die Einwanderungspolitik der USA? Letztlich ist er nichts davon, und alles zusammen. Aber wenn etwas in alle Richtungen geht, dann auch in keine wirklich überzeugend. Soll heißen: PROBLEMISTA hat gute Ansätze, tolle Ideen, bisweilen auch einen guten Gag, aber in der Summe funktioniert er nicht.
 
Spielzeugmacher
 
Alejandro ist in El Salvador aufgewachsen, hat aber immer davon geträumt, in die USA zu gehen. Als junger Mann erfüllt sich sein Wunsch. Er kommt nach New York, wo er für Hasbro neues Spielzeug erfinden will. Aber Hasbro hat nicht auf den jungen Mann gewartet und nun arbeitet er für eine Kryo-Firma, die ihre Klienten einfriert, auf dass sie in besserer Zukunft wieder aufgetaut werden. Alejandro macht jedoch einen Fehler und wird entlassen.
 
Zu seinem Glück findet er als Assistent einer exzentrischen Kunstkritikerin einen neuen Job, denn den braucht er auch, wenn er nicht abgeschoben werden will.
 
Aus einer Hand
 
Julio Torres hat hier ein Herzensprojekt verwirklicht, als Autor, Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller. Er hat sich aber wohl auch etwas übernommen, denn der Film zündet nie so richtig. Er ist nicht mal in der Lage, seine Geschichte durchgängig zu erzählen. Mehr hat man das Gefühl einer qualitativ sehr unterschiedlichen Nummernrevue.
 
Dabei hat Torres auf eigene Erfahrungen zurückgegriffen. Er kam auch aus El Salvador in die USA, auch er hatte einen Traum, und auch er hatte Angst, abgeschoben zu werden. Das sind die ernsthaften Momente des Films, die als Kritik auf die Abschiebepraxis der USA zu verstehen sind. Dann gibt es auch die satirischen Momente, die den amerikanischen Kunstbetrieb auf die Schippe nehmen.
 
Und es gibt eine Reihe von Gags, die mal mehr, mal weniger funktionieren. Wobei sie häufiger verpuffen, als punkten. Auch das trägt zur episodischen Wirkung des Films bei. Torres konnte sich offenbar nicht von seinem Job lösen. Denn eigentlich ist er Gag-Schreiber für die Sketch-Show SATURDAY NIGHT LIVE.
 
 
Tilda Swinton ist toll
 
Wie immer ist Tilda Swinton eine Schau, hier noch umso mehr, weil sie herrlich überzogen agiert. Exzentrisch ist sie in praktisch jeder ihrer Szenen. Das sind die Szenen, in denen der Film zum Leben erwacht. Aber sobald sie nicht zu sehen ist, wirkt PROBLEMISTA einschläfernd. Da hilft auch nicht, dass Julio Torres das Ganze mit seinem extrem zurückhaltenden Spiel noch schlimmer macht.
 
Was er jedoch kann: Schöne Bilder entwerfen. Einige Aufnahmen des Films sind wunderbar, andere surreal und skurril. Man hätte Torres gewünscht, ein besseres Drehbuch zur Hand zu haben, den als Regisseur ist deutlich überlegen. Der Film hätte schon 2023 in die Kinos kommen sollen, wurde aber wegen des Schauspieler-Streiks verschoben. Immer wieder. Jetzt startet Universal Pictures ihn ohne großes Tamtam. Der Film ist im Grunde schon vom Marketing her zum Scheitern verurteilt.
 
 
Fazit
 
Tilda Swinton ist toll – ihre Fans haben hier viel, das sie genießen können. Aber der Rest des Films ist leider schwachbrüstig. Im Grunde heißt das: Den Kinogang kann man sich getrost sparen, diese Art Film läuft in der Regel so schlecht, dass es eh nur wenige Wochen dauert, bis er bei einem Streaming-Dienst zu sehen ist. Dort hätte er, wenn man ganz ehrlich ist, auch von Anfang an hingehört. PROBLEMISTA hat einfach kein Kino-Flair.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor:in: Peter Osteried
  • Regie: Julio Torres
  • Drehbuch: Julio Torres
  • Besetzung: Tilda Swinton, Julio Torres