Paw Patrol: Der Mighty Kinofilm - Kinostart: 28.09.2023

Artikel bewerten
(11 Stimmen)
Was dürfen wir von einem Kinderfilm erwarten, der auf einer Fernsehserie basiert, ...
 
... die vor allem dazu dient, jede Menge Spielzeug an Kinder zu verkaufen? Neue Figuren und Fahrzeuge natürlich. Aber sonst …?
 
Keine Pfote zu klein
 
In Abenteuerstadt wird erst ein großer Magnet von einem Schrottplatz gestohlen, dann brennt der Schrottplatz. Die PAW PATROL kann mithilfe ihres beträchtlichen Fuhr- und Geräteparks das Feuer löschen. Aber eine verrückte Wissenschaftlerin benutzt den Magneten, um einen Meteoriten auf die Erde zu holen. Dann bekommen verschiedene Mitglieder der PAW PATROL Superkräfte, neue Uniformen und neue Fahrzeuge und am Ende ist alles wieder gut.
 
„PAW Patrol: Der Mighty Kinofilm“ ist kein „Film“ im herkömmlichen Sinne des Wortes. Wenn überhaupt ist das ein sehr langer Werbe-Film. Der Spielzeugkonzern Spin Master hat bereits vor Jahren zugegeben, die TV-Serie würde keinen Gewinn produzieren. Das sei auch gar nicht vorgesehen. Sämtliche Gewinne kämen aus der Spielzeugproduktion und dem Verkauf von Lizenzen für PAW PATROL-Merchandisingartikel.
 
Nicht nur deshalb entzieht sich „PAW Patrol: Der Mighty Kinofilm“ der herkömmlichen Filmkritik. Wozu sollte eine solche Kritik auch gut sein? Kleine Kinder zwischen vier und acht Jahren, die jede Folge der Serie gesehen haben, in PAW Patrol-Kleidung herumlaufen, PAW Patrol -Federmäppchen, PAW Patrol-Brotzeitdosen und PAW Patrol-Turnbeutel in PAW Patrol-Rucksäcken in die Schule tragen, PAW Patrol-Joghurt löffeln, mit ihren PAW Patrol-Figuren, -Autos und -Plüschtieren spielen und abends in PAW Patrol-Bettwäsche einschlafen, werden ihre Eltern ohnehin in diesen Film schleppen. Und diese Eltern werden sich über diesen Film kein bisschen amüsieren können.
 
Ich will „PAW Patrol: Der Mighty Kinofilm“ mit seiner strohdoofen Handlung, seinem sanften Sexismus und seiner bestenfalls mittelmäßigen Animationstechnik gar nicht zu zynisch beurteilen. Im Film geht es um Freundschaft und wie wichtig der Beitrag jedes Teammitglieds ist und am Ende siegt ja auch immer das Gute und niemand kommt ernsthaft zu Schaden. Aber der ganze Sinn und Zweck dieses Machwerks ist so offensichtlich nur der Verkauf weiterer Spielzeuge, dass die Macher sogar selbst gar nicht anders können, als das sogar im Dialog offen einzugestehen. Und das ist weder ein „Inside-Joke“, noch ironisch oder „tounge in cheek“, sondern eben einfach nur zynisch.
 
Natürlich wollen die Macher anderer Kinder- und Familienfilme auch Geld machen. Und natürlich wollen sie einen guten Teil dieses Geldes auch mit Spielzeug und T-Shirts und Bechern und Mützen und wasweißdennichnoch machen. Aber die Leute bei Disney, Pixar, Illumination und anderen Unternehmen versuchen eben auch eine unterhaltsame Story und Gags für die ganze Familie zu bieten. Der beste Gag „PAW Patrol: Der Mighty Kinofilm“ hat mit einer Überraschung in der Toilette zu tun, die weder überraschend noch lustig war.
 
 
Kommt, Fellfreunde!
 
Regisseur und Co-Autor Cal Brunker und einer seiner Drehbuchautoren Bob Barlen hatten bereits beim ersten PAW Patrol-Kinofilm zusammengearbeitet. Und ich bin ehrlich überrascht, dass sie nicht auch bereits an der Fernsehserie zusammengearbeitet haben. Denn auch dieser Film wirkt wieder wie eine sehr lange Folge der Serie. Außer einer kurzen Origin-Story für Skye bietet uns der Film nichts, was die kleinen Fans nicht so oder so ähnlich auch in jeder der mittlerweile mehr als 200 Folgen der Serie zu sehen bekommen. Bloß eben mehr davon.
 
Angeblich bietet der Film in der englischen Originalversion Gastauftritte der Stimmen von Stars wie Kim Kardashian und Jimmy Kimmel. Wozu das gut sein soll, weiß kein Mensch. Gibt es viele Sechsjährige, die gleichzeitig auf PAW Patrol, teure Kosmetika und Late-Night-Shows stehen? Wenn überhaupt interessieren sich die kleinen Fans für die drei neu hinzugekommen Welpen, die eine „Junior Patrol“ bilden. Das Spielset mit diesen Figuren kostet EUR 54,95 und war bereits vor Filmstart im Handel.
 
 
Fazit
 
Die kleinen Fans der Serie werden den Film lieben. Die erwachsenen Begleitpersonen werden sich langweilen und dürfen danach neue Figuren und neue Fahrzeuge kaufen. Viel mehr gibt es über „PAW Patrol: Der Mighty Kinofilm“ leider nicht zu sagen.
 
 
ppdmkf gewinn banner
 
 
Unterstütze CinePreview.DE:
                                                                                                                                        
 
 

Ähnliche Kritiken

Sing: Die Show deines Lebens - Kinostart: 20.01.20...
Sing: Die Show deines Lebens - Kinostart: 20.01.20... Wie fast jeder von einem großen Studio mit beträchtlichem Aufwand produzierte ...   ... und mit beträchtlichem Werbeaufwand ins Kino gebrachte Film hat „Sing“ 2016 eine Menge Geld eingespielt. Und deshalb kommt nun auch die Fortsetzung ins Kino …  ...
LightYear - Kinostart: 16.06.2022
LightYear - Kinostart: 16.06.2022 Pixar ist das Studio mit der besten Erfolgsbilanz der Filmgeschichte.   Man hat dort noch nie einen wirklich schlechten Film gemacht. Gilt das auch für den neuesten Film des Studios mit der Lampe im Logo?   Bis zur Unendlichkeit …   Nach ei...
The Boss Baby
The Boss Baby Hin und wieder gibt es Animationsfilme großer Firmen, die sich nicht zwangsläufig an ein kindliches Publikum richten.   Zwar unterhalten diese Filme auch die jüngsten Zuschauer, man merkt aber schon die Unterschiede, wo gelacht wird. Szenen, die für...
Grand Prix of Europe - Kinostart: 24.07.2025
Grand Prix of Europe - Kinostart: 24.07.2025 Niedlicher Kinderfilm oder reiner Kapitalismus? Die Maskottchen-Mäuse ...   ... vom Europa-Park bekommen ihren eigenen Kinofilm…   Der erste Platz   Eddas größter Traum ist es, Rennfahrerin zu werden und beim Grand Prix of Europe den ersten Platz zu er...

Weitere Informationen

  • Autor:in: Walter Hummer
  • Regie: Cal Brunker
  • Drehbuch: Bob Barlen
  • Besetzung: Julian E. Henneberg, Lea van Acken