Sean Anders kann bei seiner neuen Komödie „Plötzlich Familie“ aus ...
... dem Vollen schöpfen, denn die Erfahrungen, die er in diesem Drehbuch verarbeitet hat, hat er selbst gemacht, als seine Frau und er beschlossen, gleich mehrere Kinder auf einmal zu adoptieren. Nicht alles, was man im Film sieht, basiert auf wahren Ereignissen, manches aber schon. Wohl auch das hat geholfen, den Film so sympathisch werden zu lassen, weil man spürt, dass die Geschichte von Herzen kommt.
Aus zwei mach fünf
Pete (Mark Wahlberg) und Ellie (Rose Byrne) sind seit Jahren ein glückliches Ehepaar mit Jobs, die ihnen gefallen. Sie genießen ihre Freiheit, haben aber irgendwann das Gefühl, dass etwas in ihrem Leben fehlt. Die Freunde in ihrer Umgebung bekommen allesamt Nachwuchs, sie aber nicht. Aber vielleicht ist es das, was ihrem Leben fehlt. Nur wollen sie einen etwas anderen Weg gehen. Sie denken über Adoption nach.
Zuerst freunden sie sich mit dem Gedanken an, dann sehen sie sich ein paar Kinder an, die nach einem neuen Zuhause suchen. Begeistert sind die beiden von Lizzy, einem Teenager-Mädchen, das sich nichts gefallen lässt und rotzfrech ist. Aber da sie noch zwei jüngere Geschwister hat, beschließen Pete und Ellie, dass sie gleich alle drei adoptieren. Was anfangs so idyllisch erscheint, erweist sich jedoch schnell als Herausforderung, da die Kinder nicht an sie und sie nicht an die Kinder gewohnt sind. Schon bald fragen sich die frischgebackenen Eltern, ob sie einen Fehler gemacht haben.
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Ein wenig Tiefgang
Anders ist vor allem für seine „Daddy’s Home“-Komödien bekannt, die in erster Linie von überbordender Situationskomik leben. Solche gibt es auch hier, sie ist jedoch deutlich gemäßigter. Ein paar Schenkelklopfer hat man schon, in erster Linie ist der Humor aber etwas anderer Art, da er auch mit den melodramatischen und sentimentalen Elementen des Films harmonieren muss. Dazu kommt ein klein wenig Tiefgang, denn Anders nähert sich der Thematik schon mit dem nötigen Respekt und nimmt verschiedene Perspektiven ein.
Die der Eltern, die sich von der Situation überfordert fühlen, die Kinder aber dennoch lieben, und die der ältesten Tochter, die am liebsten zu ihrer leiblichen Mutter zurückwill, auch wenn die ihrer Drogensucht wegen gar nicht ihren Kindern gerecht werden kann. Das reizt Anders konsequent aus, bietet dann aber auch ein Ende, das natürlich reichlich happy sein muss. Alles andere käme bei einer Geschichte wie dieser auch gar nicht in Frage.
Die heimlichen Stars
Es sind nur Nebenrollen, die Octavia Spencer und Tig Notaro hier spielen. Sie sind die Frauen, die die Vermittlung der Kinder in Adoptivfamilien regeln. Aber es sind die mit Abstand besten Rollen des Films. Einerseits, weil die beiden mit der gegenseitigen Kabbelei so wunderbar harmonieren, andererseits, weil gerade in diesen Szenen sehr viel zum Lachen vorkommt, was als Gegenpol zu den etwas rührseligeren Momenten schon gut und wichtig ist.
Das übrige Ensemble ist auch gut, ihre „Eltern“ Mark Wahlberg und Rose Byrne spielt die Newcomerin Isabela Moner, die auch schon in „Sicario 2“ großartig war, aber locker an die Wand. Sie ist es, die den Film ganz und gar zum Leben erweckt, weil sie viel Esprit ausstrahlt und mit einer Frische und Natürlichkeit agiert, die sehr schön ist. Von dieser jungen Frau wird man künftig sicherlich noch sehr viel sehen.
Fazit
„Plötzlich Familie“ ist kein neuer „Daddy’s Home“. Vor und hinter der Kamera gibt es Übereinstimmungen, der neue Film von Sean Anders ist aber ernsthafter und ein wenig tiefsinniger. Gut, ein wenig kitschiger ist er auch, aber das ist gefällig, zumal die Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit sehr gut gehalten wird. Wenn es etwas zu lachen gibt, dann herzhaft, und wenn das Ganze sentimental wird, dann ist auch das wirklich berührend. Alles in allem ein schöner Film für einen Abend zu zweit im Kino.
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