Nur zwei Jahre nach dem ersten Realfilm mit dem eigenbrötlerischen Petterson und seinem findigen Kater Findus gibt es nun den zweiten Film, der passend zur Jahreszeit an Weihnachten spielt.
Die Ingredienzien des Originals sind alle vorhanden, nur in einer Hinsicht hat sich etwas geändert: Die Hauptrolle musste neu besetzt werden. Immer Ärger mit Weihnachten Weihnachten steht vor der Tür. Petterson hat seinem Kater Findus das schönste Weihnachten überhaupt versprochen, aber dazu muss noch einiges erledigt werden.
Doch die Zeit läuft den beiden davon, da es Petterson auch nicht allzu gut geht. Als er sich dann aber doch aufrafft, um im Wald nach einem geeigneten Tannenbaum für das Fest zu suchen, kommt es zum Unfall. Petterson verstaucht sich den Fuß. Damit ist aber auch ausgeschlossen, dass er noch ins Dorf gehen und dort die nötigen Besorgungen für das Fest machen kann.
Findus fürchtet, dass das Weihnachtsfest ins Wasser fällt, da sie kaum etwas im Haus haben, mit dem sich feiern ließe. Aber es gibt ja noch die nette Nachbarin Beda und den manchmal unwirsch erscheinenden Gustavsson. Beide bieten auch ihre Hilfe an, aber Petterson möchte niemandem zur Last fallen – und ist sowieso viel zu stolz, um um Hilfe zu bitten.
Mehrere Geschichten
Wie schon beim ersten Teil hat sich Autor Thomas Springer auch hier darauf verlegt, gleich mehrere Geschichten von Sven Nordqvist als Vorlage für den Film zu nutzen. Hier sind es „Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch“ (1989) und „Morgen, Findus, wird’s was geben“ (1995), die zum Einsatz kommen.
Litt der erste Teil ein wenig darunter, dass die Geschichte aufgrund der unterschiedlichen Vorlagen ins Episodische abglitt, so bietet Weihnachten als gemeinsames Element hier deutlich mehr Potenzial, eine in sich stimmige Geschichte zu erzählen. Hilfreich ist dabei auch, dass sich Springer mit nur zwei und nicht gleich mit vier Geschichten auseinandersetzen muss.
Ein neuer Petterson Stefan Kurt schlüpft diesmal in die Rolle von Petterson, die er von Ulrich Noethen übernommen hat. Wirklich auffällig ist der Personalwechsel nicht, was auch daran liegt, dass mit dem Bart und dem Hut Unterschiede bei den beiden Schauspielern gar nicht so auffallen. Kurt geht aber auch in der Rolle auf. Er spielt sie mit sichtlicher Freude und schafft es auch, die Interaktion mit dem erst in der Postproduktion hinzugekommenen Findus echt aussehen zu lassen. Findus wird wieder von der Tochter des Regisseurs gesprochen, während die technische Umsetzung von der Trickschmiede Chimney übernommen wurde. Das ist technisch einwandfrei. Dieser Kater wirkt wirklich lebendig.
Von Vorteil ist hier sicherlich auch, dass der Film keine echten Locations einsetzt, sondern samt und sonders auf einer Soundstage gedreht wurde. Das erlaubt es wie schon beim Vorgänger, in der visuellen Annäherung an die Kinderbücher sehr exakt zu sein. Darüber hinaus ergibt sich aber auch eine unwirkliche, fast schon an Theater erinnernde Stimmung, die dem Film ausgesprochen zuträglich ist.
Für das Surreale sind aber auch die Mucklas zuständig. Das sind kleine, nicht weiter definierbare Wesen, die auch in Pettersons Haus leben und immer wieder auftauchen, ohne dass sie für die Handlung relevant wären. Stattdessen sind sie für die vielen kleinen Neben-Gags zuständig und bereichern „Petterson und Findus 2 – Das schönste Weihnachten überhaupt“ ungemein.
Fazit
Ali Samadi Ahadi ist es gelungen, mit dem zweiten Teil die Tugenden des Originals zu wiederholen. Er hat einen wunderschönen Film für die gesamte Familie erschaffen, der über eine einfache, aber wichtige Botschaft verfügt. Dass es kein Zeichen von Schwäche ist, wenn man Hilfe annimmt, sondern stattdessen das Gegenteil. Um Hilfe zu bitten und sie auch anzunehmen, ist wahrlich stark.
„Petterson und Findus 2 – Das schönste Weihnachten überhaupt“ ist ein verspielter, auf viele Details setzender Familienfilm, der toll gespielt und schön getrickst ist. Ein großer Spaß – und ideal, um an den Feiertagen ins Kino zu gehen.
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