Der Historienfilm erzählt die wahre Geschichte von der Unabhängigkeit Indiens.
1947 warten ein prächtiger Palast, hunderte von Dienern und unerträgliche Hitze auf Lord “Dickie” Mountbattan (Hugh Bonneville aus “Downton Abbey”) und seine Familie. Der Lord ist der letzte Vizekönig von Indien. Entsandt von König George VI, um das Land in die Unabhängigkeit zu entlassen.
Als ob das nach 200 Jahren britischer Kolonialherrschaft nicht schon schwer genug sei, machen dem Lord darüber hinaus zerstrittene indische Interessengruppen zu schaffen. Der von vielen verehrte Gandhi und der Vorsitzende des Indischen Nationalkongresses, Nehru, wollen einen Einheitsstaat. Der Vertreter der muslimischen Minderheit fordert hingegen einen eigenen islamischen Staat - Pakistan. Immer öfter kommt es im Land deshalb zu Unruhen und blutigen Auseinandersetzungen.
Eine zweite, persönlichere Ebene
Soweit der historische Hintergrund, der in “Der Stern von Indien” die Handlung vorantreibt. Darüber hinaus hat der Film noch eine zweite, weitaus persönlichere Ebene. Er zeigt das Familienleben von Lord Mountbattan, seiner Frau Edwina (Gillian Anderson) und Teenager-Tochter Pamela (Lily Travers).
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Obwohl die Familie in der Öffentlichkeit stets die Form bewahrt, brodelt es hinter den Kulissen. Edwina hat ihre eigene Meinung und ist laut Aussage ihres Mannes ein “viel politischeres Tier” als er selbst. Sie will sich sozial engagieren, die Kindersterblichkeit bekämpfen und gegen Analphabetismus kämpfen. Ihr Mann lehnt das ab. Indien soll lernen, sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen.
Und dann sind da noch der Hindu Jeet und seine große Liebe, die Muslima Aalia. Beide arbeiten als Dienstboten im Palast des Vizekönigs. Ihr Schicksal benutzt Regisseurin Gurinder Chadha (“Kick it like Beckham”), um zu zeigen, welche Auswirkungen die politischen Intrigenspiele der Mächtigen auf den Alltag der Bevölkerung haben. Jeet und Aalia bewahren den Film davor, zu sehr zur Dokumentation zu werden. Wie ihre Mitbürger können auch die Palast-Angestellten nur hilflos dabei zuschauen, wie andere über ihr Schicksal bestimmen.
Ein gespaltenes Land
Lord Mountbattan gibt schließlich dem Druck seiner Regierung nach und Indien wird am 15. August 1947 nicht nur unabhängig, sondern zugleich in Indien und Pakistan aufgeteilt. Es beginnt eine Völkerwanderung ungeahnten Ausmaßes, in der Millionen von Menschen von jetzt auf heute in ihre neue Heimat umsiedeln. Viele sterben auf der Reise oder fallen Lynch-Mobs zum Opfer. Auch Jeet und Aalia reisst das Schicksal auseinander. “Geschichte wird von den Siegern geschrieben”, warnt uns der Prolog. Am Ende des Films wissen wir, was damit gemeint ist.
Fazit
“Der Stern von Indien” verknüpft geschichtliche Ereignisse mit persönlichen Schicksalen. Obwohl er Längen hat, ist der Film ein starkes Plädoyer für Einheit und Toleranz.
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