Der Historienfilm erzählt die wahre Geschichte von der Unabhängigkeit Indiens.
1947 warten ein prächtiger Palast, hunderte von Dienern und unerträgliche Hitze auf Lord “Dickie” Mountbattan (Hugh Bonneville aus “Downton Abbey”) und seine Familie. Der Lord ist der letzte Vizekönig von Indien. Entsandt von König George VI, um das Land in die Unabhängigkeit zu entlassen.
Als ob das nach 200 Jahren britischer Kolonialherrschaft nicht schon schwer genug sei, machen dem Lord darüber hinaus zerstrittene indische Interessengruppen zu schaffen. Der von vielen verehrte Gandhi und der Vorsitzende des Indischen Nationalkongresses, Nehru, wollen einen Einheitsstaat. Der Vertreter der muslimischen Minderheit fordert hingegen einen eigenen islamischen Staat - Pakistan. Immer öfter kommt es im Land deshalb zu Unruhen und blutigen Auseinandersetzungen.
Eine zweite, persönlichere Ebene
Soweit der historische Hintergrund, der in “Der Stern von Indien” die Handlung vorantreibt. Darüber hinaus hat der Film noch eine zweite, weitaus persönlichere Ebene. Er zeigt das Familienleben von Lord Mountbattan, seiner Frau Edwina (Gillian Anderson) und Teenager-Tochter Pamela (Lily Travers).
View the embedded image gallery online at:
https://cinepreview.de/index.php/item/150-der-stern-von-indien-10-08-2017#sigProId6eb16cfd61
https://cinepreview.de/index.php/item/150-der-stern-von-indien-10-08-2017#sigProId6eb16cfd61
Obwohl die Familie in der Öffentlichkeit stets die Form bewahrt, brodelt es hinter den Kulissen. Edwina hat ihre eigene Meinung und ist laut Aussage ihres Mannes ein “viel politischeres Tier” als er selbst. Sie will sich sozial engagieren, die Kindersterblichkeit bekämpfen und gegen Analphabetismus kämpfen. Ihr Mann lehnt das ab. Indien soll lernen, sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen.
Und dann sind da noch der Hindu Jeet und seine große Liebe, die Muslima Aalia. Beide arbeiten als Dienstboten im Palast des Vizekönigs. Ihr Schicksal benutzt Regisseurin Gurinder Chadha (“Kick it like Beckham”), um zu zeigen, welche Auswirkungen die politischen Intrigenspiele der Mächtigen auf den Alltag der Bevölkerung haben. Jeet und Aalia bewahren den Film davor, zu sehr zur Dokumentation zu werden. Wie ihre Mitbürger können auch die Palast-Angestellten nur hilflos dabei zuschauen, wie andere über ihr Schicksal bestimmen.
Ein gespaltenes Land
Lord Mountbattan gibt schließlich dem Druck seiner Regierung nach und Indien wird am 15. August 1947 nicht nur unabhängig, sondern zugleich in Indien und Pakistan aufgeteilt. Es beginnt eine Völkerwanderung ungeahnten Ausmaßes, in der Millionen von Menschen von jetzt auf heute in ihre neue Heimat umsiedeln. Viele sterben auf der Reise oder fallen Lynch-Mobs zum Opfer. Auch Jeet und Aalia reisst das Schicksal auseinander. “Geschichte wird von den Siegern geschrieben”, warnt uns der Prolog. Am Ende des Films wissen wir, was damit gemeint ist.
Fazit
“Der Stern von Indien” verknüpft geschichtliche Ereignisse mit persönlichen Schicksalen. Obwohl er Längen hat, ist der Film ein starkes Plädoyer für Einheit und Toleranz.
|
Unterstütze CinePreview.DE:
|
Ähnliche Kritiken
Letztendlich sind wir dem Universum egal - Kinosta...
Noch ein Film nach einem erfolgreichen Jugendbuch? Und dann noch mit einem sperrigen ...
... Titel der an einen anderen Film nach einem erfolgreichen Jugendbuch erinnern soll? Bitte nicht! ABER so wie man ein Buch niemals nach seinem Einband beurteilen darf, sollt...
Past Lives: In einem anderen Leben - Kinostart: 17...
Romantisches Drama ohne Klischees und dümmliche Kalendersprüche: ...
Mit ihrem Regiedebüt „Past Lives – In einem anderen Leben“ gelingt der in Südkorea geborenen Celine Song gleich ein großer Wurf. Viel bewegender dürfte es im Kinojahr 2023 nicht mehr werden!
...
Firebird - Kinostart: 17.05.2022
Peeter Rebanes Erstling ist zunächst einmal eine berührende Liebesgeschichte.
Aber gerade im Licht der aktuellen Weltpolitik, ist „Firebird“ noch viel mehr …
Black thorns and roses, smiles and tears
Sergey muss auf einem Luftwaffenstü...
Back to Black - Kinostart: 11.04.2024
Intimes Drama statt Glamour und Stadionauftritte ...
... Nach Filmen wie BOHEMIAN RHAPSODY, ROCKETMAN und ELVIS folgt nun mit BACK TO BLACK von Regisseurin Sam Taylor-Johnson das nächste Biopic über eine Musik-Künstlerin.
Eine Abwärtsspirale
Marisa A...


