Zwei Jahre nach dem zweiten Teil kommt nun auch die Adaption des dritten Romans in die Kinos.
Katja von Garnier hat sich erneut um die Inszenierung gekümmert und wartet hier mit traumhaft schönen Bildern auf. Denn auf dem Reiterhof Kaltenbach spielt der Film nur am Anfang und Ende, dazwischen geht es nach Andalusien. Die wilden Pferde Mika (Hanna Binke) hat Visionen von einem Symbol. Das ist, wie ihr klar wird, das Brandzeichen von Ostwind. Nachforschungen ergeben, dass es für ein Gestüt in Andalusien steht, am fast schon legendären Ort Ora, wo früher grandiose Pferderennen abgehalten wurden.
Mika beschließt, dass sie mit Ostwind nach Andalusien reisen muss. Dort kommt sie auf einem Hof an, wo man sie anheuert, um mit den Pferden zu arbeiten. Sie lernt aber auch Sam (Lea van Acken), die Tochter des Ranchers Pedro (Thomas Sarbacher), kennen und erfährt mehr über Ora. Hier leben die letzten Wildpferde frei. Pedros Schwester Tara (Niclette Krebitz) lebt bei diesen Pferden. Sie hat sich mit ihrem Bruder überworfen, weil er mit Pferden Geld verdienen will, sie jedoch eine andere Lebensart präferiert und propagiert. Aber schon bald geht es um mehr als nur um Geschwister, die nicht mehr miteinander reden, denn der Lebensraum der Wildpferde ist bedroht. Aber das wollen Mika und ihre Freunde nicht zulassen.
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Ein klein wenig ernst
Das Thema des Dressurreitens – und der damit einhergehenden hässlichen Auswüchse –, das die ersten Filme noch bestimmt hatte, ist hier nicht mehr Kern der Geschichte. Ganz ohne ein ernstes Thema kommt man aber auch hier nicht aus, selbst wenn dies eher simpel gestaltet ist. Es geht um die Frage, wie Pferde leben sollten. Und mehr noch: Dass jedes Lebewesen frei leben sollte. Das ist der Konflikt zwischen den Geschwistern Pedro und Tara, in dem Mika aber vermittelnd eingreift. Darüber hinaus hat man mit Tara eine Figur, die im Grunde genauso wie Mika ist. Beide sind Pferdeflüsterinnen, die einen Zugang zu diesen Tieren haben, der anderen Menschen abgeht.
So propagiert „Ostwind – Aufbruch nach Ora“ auch ein „Zurück zur Natur“, eine ökologische Lebensweise, die im Einklang mit der Umwelt steht. Eine schöne Botschaft, die auf dem Rücken der Pferde recht majestätisch daherkommt. Das weiß von Garnier auch schön in Szene zu setzen. Immer wieder gibt es ansprechende Montagen vor grandioser landschaftlicher Kulisse, die mit peppiger Musik fast schon an Musikvideos erinnern. Das sind im Grunde Showstopper, die die Geschichte zum Halten bringen, aber schön anzusehen.
Gut besetzt
Hanna Binke überzeugt abermals durch ihre Natürlichkeit. Man nimmt ihr die besondere Beziehung zu Ostwind ab. Das übrige Ensemble ist auch gut, wobei Lea van Acken als Neuzugang in der Geschichte die größte Herausforderung hat. Wie schon bei „Bibi & Tina: Tohuwabohu total“ hat sie auch hier die undankbare Rolle, eine Figur zu spielen, die ihr nicht so ganz liegt. Weniger emotional, als vielmehr optisch. War sie bei dem anderen Film eine Albanerin, so ist sie hier eine Spanierin, aber ihre elfenbeinweiße Haut wirkt da einfach unpassend. Aber gut, das schluckt man, ebenso wie den Umstand, dass die deutschen Schauspieler sich als Spanier ausgeben – und natürlich auch alle lupenrein deutsch sprechen.
Das Ende des Films ist konsequent, sowohl in Hinblick auf Mikas Entwicklung, aber auch auf Ostwinds Schicksal. Das ist im Grunde das Ende der Geschichte, aber bei Erfolg lässt sich noch mehr machen – und das nicht nur, weil Ende letzten Jahres ein vierter Roman erschienen ist.
Fazit
„Ostwind – Aufbruch nach Ora“ ist natürlich ein Mädchenfilm, aber einer, der sehr schön gemacht ist und ausgetretene Pfade etwas hinter sich lässt. Zudem gibt es mit den andalusischen Drehorten tolle Landschaften zu sehen, die dem Film einen ganz eigenen Look bescheren. Gut gespielt, mit hübscher Botschaft und schönen Bildern, erweist sich der dritte Ritt auf Ostwind als durchaus hübscher Film.
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