Der Roman von Jan Weiler war im Jahr 2014 ein großer Erfolg. In 22 Geschichten erzählt er ...
... da, wie das Zusammenleben mit einem Teenager für einen Vater so ist. Ziemlich nervenaufreibend, das muss man wohl sagen. Auch herausfordernd. Und nicht so schön, wie man sich das vielleicht vorgestellt hat, als das Kind noch klein war. Das Buch war so erfolgreich, dass es dieses Jahr nicht nur einen Kinofilm, sondern auch eine Fernsehserie gibt.
Das hauseigene Kriegsgebiet
Der Journalist Hannes Wenger (Jan Josef Liefers) kann sich noch gut erinnern, wie sein Mädchen klein und niedlich war. Jetzt ist sie 13, der 14. Geburtstag steht an und eine große Party soll veranstaltet werden. Eine, bei der die Freunde auch übernachten sollen, was Hannes gleich den Angstschweiß auf die Stirn treten lässt. Denn sein kleines Töchterchen ist jetzt ein Pubertier mit allen Anwandlungen, die mit der Pubertät nun mal daherkommen: langes Schlafen, Aufmüpfigkeit, Unverfrorenheit, konstantes Genervtsein.
Und nun hat Hannes sich entschieden, dass seine Frau Sara (Heike Makatsch) arbeitet, während er zuhause bleibt und an seinem Roman schreibt. Eigentlich dachte er, er könnte eine lockerer Zeit mit Clara (Harriet Herbig-Matten) verbringen, aber das Mädchen macht ihm das Leben schwer, zumal er in Sachen Party, Zeltlager und erster Liebe auch kein Fettnäpfchen auslässt.
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Film und Serie
Es ist eine höchst kuriose Sache. Im Kino gibt es „Das Pubertier“ als Film, im September dann kann man im Fernsehen miterleben, wie das Leben mit einem Teenager so ist. Das Merkwürdige daran: Bei der Fernsehserie wird man sich mit einer ganz neuen Besetzung anfreunden müssen. Vermutlich wird es aber schon so sein, dass der Stoff als Fernsehserie besser aufgehoben ist. Denn beim Kinofilm fällt auf, wie holprig und episodisch er erzählt ist.
Es gibt zwar einen roten Faden, aber der reicht längst nicht aus, um das Potpourri an kleinen Abenteuern wirklich miteinander zu verbinden. Darum hängt der Film auch etwas in der Luft, da das Ganze in dieser Geballtheit überzogen wirkt. Es ist geradezu klischiert, wenn der Vater den Bewuchs an der Hausmauer hochklettert, um zu sehen, was seine Tochter und ihre Freunde so treiben. Das kann man mit Wohlwollen oder als überzogene Satire ansehen, letzten Endes ist es aber extrem platter Humor, den man so auch wirklich schon in einer ganzen Reihe von Filmen gesehen hat.
Das gilt leider für viele Momente in „Das Pubertier – Der Film“. Er hangelt sich von einem Klischee zum nächsten Stereotyp, ohne jemals wirklich einen Grad an Originalität zu erreichen. Nur in Hinblick auf zwei Nebenfiguren kann er punkten.
Buck rettet den Film
Detlev Buck und Monika Gruber spielen die Freunde des Ehepaars. Sie sind die heimlichen Stars des Films, weil ihr Kampf mit dem eigenen Pubertier in seiner überdrehten Art und Weise funktioniert, aber auch, weil sie sich gegenseitig fast an die Gurgel gehen. Dazu ist Bucks Figur Kriegsberichterstatter, der lieber wieder in Afghanistan wäre, weil er die Regeln eines Krisengebiets kennt, während der Teenager zuhause ihn vor ernste Probleme stellt.
Fast beeindruckend ist zudem, wie es das produzierende Studio Constantin geschafft hat, auch gleich noch für die eigenen Produkte zu werben. An den Wänden von Claras Kinderzimmer hängen nämlich einige Poster von Constantin-Produktionen. Aber damit nicht genug, ein Star von zwei der finanziell einträglichsten Filme der Firma kommt hier auch zu Cameo-Ehren. Auch das ist immerhin eine ganz amüsante Szene.
Fazit
In erster Linie regiert bei „Das Pubertier – Der Film“ das Klischee. Das nervt, weil man das Gefühl hat, dass hier durchaus mehr drin gewesen wäre. Aber zumindest ein paar Gags funktionieren dann doch, wobei fast alles mit Detlev Buck Gold ist. Ansonsten scheint der Film vor allem eine Warnung zu sein: Dass man darüber nachdenken soll, ob man wirklich Kinder haben will. Aber ob das die beabsichtige Botschaft des Films ist?
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