Manchmal fragt man sich, wie bei Filmstudios die Entscheidungsprozesse ablaufen.
Im Fall von AFTERBURN kaufte man die Verfilmungsrechte eines ziemlich unbekannten Comics. Schön und gut. Aber was dann? An welchem Punkt merkt man, dass man Hauptdarsteller hat, die keinen Bock haben, weil sie mit einem Skript arbeiten müssen, das jede KI besser hinkriegen würde, und in Action versumpfen, die halbgar ist? Wann sagt man sich: „Okay, wir geben mehr als 50 Millionen Dollar aus, wird schon gutgehen“?
Nach der Sonneneruption
Eine gewaltige Sonneneruption hat die weltweite Elektronik zerstört. Die Menschheit verfällt wieder in einen Zustand der Barbarei. Sechs Jahre nach dem Ereignis sind die Regierungen längst vergessen, an ihre Stelle traten Warlords, die die Welt unter sich aufteilen. In England herrscht der selbsternannte König August (Samuel L. Jackson), weil er denkt, dass die Monarchie der beste Weg zurück zur Normalität ist.
In Frankreich herrscht General Volkov, der eigentlich nur an Tod und Zerstörung interessiert ist. Genau dorthin schickt der König seinen unwilligen Untertanen Jake, einen Abenteurer, der alles besorgen kann, und mit einem Segelboot entlohnt werden soll, wenn er die Mona Lisa aus einem Geheimversteck holen und nach England bringen soll. Läuft natürlich nicht so, wie geplant …
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Einfach schlecht
Die Dialoge sind schmerzhaft schlecht. Manche sollen wohl auf cool getrimmt sein, tun aber einfach nur weh. Bei AFTERBURN ist vor allem Fremdschämen angesagt. Oder auch eigenes Schämen, da man ja vor sich verantworten muss, sich diesen Film anzusehen. Der kommt mit einer so miesen Geschichte daher, dass man sie kaum als solche bezeichnen kann. Das liegt auch daran, dass man nur die Ausgangslage des obskuren Comics nutzt, denn eigentlich sind es wirklich Schatz- und Kunstjäger, die in der Endzeit mit Mutanten agieren. Im Film nicht, da geht es – wie sich zeigt – letztlich nicht mal um die Mona Lisa. Was man dem König von England aber eh nicht abgenommen hat.
Der Film pfeift auf seine eigene Logik. Bestes Beispiel: Als die Figuren von Olga Kurylenko und Dave Bautista aus einem Haus vor Menschenfressern fliehen, schreit sie ihm noch zu, dass sie sich beeilen müssen. Kaum aus dem Haus raus, gehen sie so gemütlich, als wäre es nur ein Spaziergang. Muss halt sein, damit die Slow-Mo kickt und die Explosion dahinter schön aussehen kann (tut sie aber nicht; überhaupt: Die Explosionen sind alle mies mit CGI getrickst).
Der Schurke ist ein GAME OF THRONES-Veteran und schreckt vor den schaurig-schlechten Dialogen auch nicht zurück. Überhaupt diese Figur des General Volkov. Der Typ ist mit einem Zug unterwegs und hält es für eine gute Idee, den Zugführer zu töten. Einen anderen scheint es nicht zu geben, dass keiner weiß, wie man bremst, ist dann ja aber auch nicht Volkovs Problem. Weil die Drehbuchautoren wissen ja, was kommt. Bremsen unnötig.
MCU-Stars
So lustlos wie hier hat man Dave Bautista (der nun wirklich schon in beschissenen Filmen wie IN THE LOST LANDS mitgewirkt hat), Olga Kurylenko (die hauptsächlich kleine B-Filme macht) und Samuel L. Jackson selten erlebt. Man sieht jedem von ihnen an, dass es nicht das Skript, sondern die Gage war, die sie zu dem Projekt gelockt hat. Kurylenko verzieht kaum eine Miene, Bautista auch nicht, Jackson bietet Dienst nach Vorschrift. Drei Stars aus Marvel-Filmen, denen völlig klar war, in welcher filmischen Monstrosität sie hier auftreten müssen.
Fazit
Der Großteil der Handlung spielt in Frankreich. Das erinnert häufig an THE WALKING DEAD: DARYL DIXON, nur ohne Zombies – und weniger gut (und zwar egal, für wie gut oder schlecht man die Serie hält … dieser Film ist schlechter). AFTERBURN wäre sogar im Streaming ein Ärgernis, wenn er nichts kosten würde, erwirbt man ein Kinoticket, wird man sich richtig ärgern. Wer aber das volle Programm will, darf bei Einsetzen des Nachspanns nicht gleich das Weite suchen, sondern muss noch ein bisschen abwarten. Es gibt noch eine Szene. Als ob es die gebraucht hätte …
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