Wegen der Corona-Krise musste man mehr als ein Jahr auf den Film warten.
Universal war eines der ersten Studios, das seine Filme nicht nur zurückzog, sondern auch gleich weit in die Zukunft verlegte. Bei FAST & FURIOUS 9 hat sich das nun gelohnt. Der Kinoeinsatz in Fernost lief gut und das erste Wochenende in den USA zerschmetterte den Rekord von A QUIET PLACE 2, womit FAST & FURIOUS 9 der erfolgreichste Neustart seit Beginn der Pandemie ist.
Auf ins All
Dom und Lettie haben sich mit seinem Sohn Brian eigentlich zur Ruhe gesetzt, doch dann kommen ihre Kumpels mit einem Notruf, den Mr. Nobody abgesetzt hat. Der hatte Cypher gefangen, sie wurde jedoch befreit. Der Trupp macht sich also auf die Suche nach Mr. Nobody und findet heraus, dass er zwei Hälften einer technologischen Errungenschaft versteckt hat, mit der man die Welt kontrollieren kann. Hinter der ist nun niemand anderes als Jacob her, der Bruder von Dom Torreto.
Das Team muss schneller als Jacob sein und weit über sich hinauswachsen. Zwei von ihnen ist gar bestimmt, ins Weltall aufzubrechen …
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Kritik prallt ab
Mit den Mustern der klassischen Filmkritik kann man dem Phänomen, aber auch den einzelnen Filmen der FAST & FURIOUS SAGA nicht mehr beikommen. Wir alle wissen, dass dies strunzdumme Filme sind, bei denen die Logik gerne mal über Bord geht bzw. im Staub des Asphalts hinter sich zurückgelassen wird. Ebenso übertrumpft man sich von Film zu Film mehr mit dem, was der Trupp um Dom Torreto nicht nur hinbekommt, sondern auch aushält.
Der Film macht sich sogar selbst darüber lustig, wenn er Roman darüber sinnieren lässt, dass sie unbesiegbar sind und einfach alles ohne jeden Kratzer überstehen. Während der von Tyreese Gibson gespielte Roman das bierernst meint, veralbern ihn seine Kumpels. Vor allem ist das aber eine Szene, die anerkennt, dass der Film und die ganze Reihe völlig von jedem Anspruch auf Realitätsnähe entkoppelt ist. Das Einzige, was zählt: Alles muss noch höher, schneller, besser, aufregender, actionreicher, ungewöhnlicher, kreativer, wilder sein. Das gelingt FAST & FURIOUS 9 auch sehr gut.
Familie
Das ewige Thema der Reihe – die Familie – wird hier auch auf die Spitze getrieben. Nach acht Filmen erfährt man gar mal, dass Dom einen Bruder hat. John Cena sieht Vin Diesel zwar kein bisschen ähnlich (noch so ein Ding, dass der Film anerkennt, um Kritikern gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen), aber im Herzen sind sie schon gleich, auch wenn sie hier auf unterschiedlichen Seiten stehen. Aber es ist, wie es bei den FAST-Filmen fast immer ist. Der Gegner von heute ist der Freund, zumindest aber der zeitweise Partner von morgen. Auch auf diese Art wurde die „FAST-Familie“ immer mehr erweitert.
Entsprechend gibt es auch kurze Auftritte von Kurt Russell und Helen Mirren. Eigentlich sind beide überflüssig, aber hey … Familie, Familie, Familie. Da gehört irgendwann jeder dazu, darum muss auch jeder im Film dabei sein. Selbst die Toten. Außen vor ist dabei Paul Walker, da der wirklich tot ist, aber selbst an ihn denkt man, während ein filmischer Toter zurückgebracht wird. Das geschieht auf völlig ideenfreie Art. Aber egal: Der alte Kumpel ist zurück, was will man mehr?
Alles egal, Hauptsache viel Action. Davon gibt es reichlich, allesamt so irre wild wie bei jedem neuen Superheldenfilm. Aber ein bisschen kreativ ist das alles dann schon. Der Einsatz von Magneten sorgt hier für reichlich Spektakel und Zerstörung.
Fazit
Gut ist der Film nach klassischen Maßstäben nicht, im Rahmen der FAST & FURIOUS-Reihe bietet er, was man von einem neuen Teil erwartet. Die Action ist wie immer superb, so dass zumindest was fürs Auge geboten wird. Übrigens: Nicht gleich mit Beginn des Abspanns aus dem Kino laufen. Es kommt noch eine Szene mit einem unerwarteten Gaststar. Die bereitet dann wohl den Boden für die nächsten beiden Filme, mit denen nach Vin Diesels Willen die FAST-Saga ihren Abschluss finden soll.
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