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Angel Has Fallen - Kinostart: 29.08.2019

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Nach „Olympus“ und „London“ fällt nun auch noch „Angel“. Somit ist das also der ...
 
... dritte Fall, auch Dativ genannt. Wie in „Wem sollte man den Mordversuch am Präsidenten besser nicht in die Schuhe schieben?“
 
Eine verschwörerische Verschwörung …
 
Eine Privatarmee im Auftrag des Vizepräsidenten versucht den US-Präsidenten (Morgan Freeman) zu ermorden. Mike Banning (Gerard Butler) kann das wieder mal verhindern und der Präsident überlebt vorerst, liegt aber im Koma. Die bösen Verschwörer schieben die Schuld an dem Anschlag ausgerechnet Banning in die Schuhe. Seine Kollegen, sämtliche beteiligten Ermittler und auch der ganze Rest des Landes glauben die Anschuldigungen sofort und nun muss Banning flüchten und sehr viele Leute erschießen um seine Schuld zu beweisen …
 
Verschwörungen wie diese haben wir in Dutzenden Filmen gesehen. Und egal ob in hervorragenden Filmen („Die Drei Tages des Condor“), oder einfach nur in guten Filmen („Captain America: Civil War“) oder in weniger guten Filmen („Der Mordanschlag“), die Verschwörungen ergeben selten viel Sinn. Die Verschwörung in „Angel Has Fallen“ ist aber einfach nur kompletter Unsinn. Die Verschwörer schieben die Schuld an dem Attentat einem anerkannten Helden in die Schuhe. Dann sorgen sie dafür, dass der den Anschlag als einziger seines Teams überlebt. Bald danach befreien sie ihn sogar. Irgendwie haben diese Verschwörer nie verstanden, dass tote Sündenböcke sich nicht so gut wehren können wie lebendige.
 
Fly on, my sweet angel …
 
Und wehrhaft ist der Held dieses Films. Ich habe irgendwann nicht mehr mitgezählt, wie viele Bösewichte die Hauptfigur im Verlauf von knapp zwei Stunden totschießt. Es waren eine Menge. Grundsätzlich spricht ja rein gar nichts gegen fortwährendes Totschießen von Bösewichtern im Film. Nur sollte die ganze Totschießerei dann auch gut gemacht sein. Das ist hier leider nicht der Fall.
 
Die erste Actionsequenz hätte wohl eine Pointe haben sollen. Leider ist diese bereits in der ersten Einstellung absehbar. Bei einem furchtbar umständlichen Drohnenangriff lernen wir, die Spannung steigt nicht mit der Anzahl der eingesetzten Drohnen. Ein Kampf in einem fahrenden Auto spielt sich weitegehend im Dunkeln ab und bleibt daher leider eher unspannend. Ein kurzer Schusswechsel an einer Tankstelle findet auch im Dunkeln statt und ist viel zu schnell vorbei um spannend zu sein. Eine Verfolgungsjagd mit einem Sattelschlepper führt wieder durch die dunkle Nacht und bietet keinerlei Spannung. Zu einer Schießerei, bei der viele Bösewichte genau richtig über Sprengsätzen stehen, kommt es dann konsequenterweise auch in einem nächtlichen Wald.
 
Und wenn man sich gerade fragt, warum die Actionsequenzen dieses Actionfilms immer im Dunkeln stattfinden und daher praktisch nie etwas zu sehen ist, kommt es zu einer Schießerei bei Tageslicht und wir stellen fest: wenn mal was zu sehen ist, dann fällt das auch langweilig aus. Die Schießereien sind einfallslos inszeniert und die computergenerierten Effekte wirken billig. Am finalen Zweikampf auf dem Dach eines Gebäudes fällt dann nur noch auf, wie unecht der Hintergrund wirkt und wie offensichtlich die ganze Sequenz in einem Studio gedreht wurde.
 
 
„Wir sind Löwen“
 
Die Verschwörung ist lächerlich und die Action langweilig. Dazu passend klingen die Dialoge sowohl lächerlich als auch langweilig. Danny Huston erzählt Gerard Butler dauernd, sie seien beide Löwen meint damit aber wohl nicht ihr Sternzeichen. Butler wiederum belehrt seinen Vater über dessen Kriegstrauma. Und verschiedene Nebendarsteller erklären einander immer und immer wieder gegenseitig die Handlung.
 
Nach dem Finale wollten uns die Autoren Robert Mark Kamen („Taken“), Matt Cook („Boston“) und Co-Autor und Regisseur Ric Roman Waugh („Snitch“) noch einen witzigen Epilog präsentieren. Weil alle drei Ideen dazu gleichermaßen vorhersehbar und witzlos waren, konnte man sich nicht für eine entscheiden. Also hat man einfach alle drei in den fertigen Film gepackt.
 
Das Team Gerard Butler fiel vor fünfzehn Jahren erstmals in „Lieber Frankie“ auf. Danach verkörperte er den Leonidas in Zack Snyders „300“. Seither vermochte er aber kaum noch zu beeindrucken. Das liegt vielleicht nicht nur an den teilweise furchtbaren Filmen in denen Butler zu sehen war („Geostorm“, „Kiss the Coach“), sondern auch an ihm selbst. Butler sieht man stets an, wie viel Mühe er sich gibt cool zu wirken. Und gerade deshalb wird er wohl niemals cool wirken.
 
Morgan Freeman ist Morgen Freeman ist Morgan Freeman. Den amerikanischen Präsidenten hat er bereits vor 20 Jahren in einem sehr viel besseren Film gespielt. Der Mann war schon mal Nelson Mandela und in einem anderen Film sogar Gott. Seine Rolle in diesem Film vermag diesen Darsteller nicht zu fordern. Das sieht man ihm an.
 
Während Gerard Butler versucht cool zu wirken, versucht Jada Pinkett Smith als FBI-Agentin kompetent zu wirken und scheitert ebenso an ihrer Aufgabe wie Butler an seiner. Danny Huston („Wonder Woman“) spielt eine Rolle, die er schon viel zu oft gespielt hat um sie so schlecht zu spielen. Nick Nolte wieder mal zu sehen, war nett. Es wäre noch netter gewesen, ihn in einer besseren Rolle in einem besseren Film zu sehen. Aber man kann nicht alles haben.
 
 
Fazit
 
„Angel“ fällt, fällt aber nicht angenehm auf. Tatsächlich fällt er sogar durch. Muss nach dem 3. Fall auch noch der 4. Fall kommen? Auf keinen Fall!
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: Ric Roman Waugh
  • Drehbuch: Robert Mark Kamen
  • Besetzung: Gerard Butler, Morgan Freeman