Eine Ära geht zu Ende. „Downtown Abby: Das große Finale“ bildet den nostalgischen Abschluss ...
... des langwierigen Dramas.
Übergabe zwischen den Generationen
Die adlige Familie hat nach dem Börsencrash von 1929 finanzielle Einbußen zu befürchten und muss einige schwere Entscheidungen fällen. Doch wer diese Entscheidungen treffen darf bleibt offen, denn Familienoberhaupt Lord Grantham (Hugh Bonneville) kann sich nicht von seiner Machtposition trennen, welche eigentlich an Lady Mary Talbot (Michelle Dockery) übergehen sollte.
Diese ist nach ihrer Scheidung in Verruf geraten und wird von der anerkannten Gesellschaft ausgestoßen. Auch bei den Dienstleuten gibt es eine Übergabe zwischen den Generationen, denn Mrs. Hughes (Phyllis Logan) und Mr. Carson (Jim Carter) gehen in den wohlverdienten Ruhestand. Das Auftauchen des mysteriösen Finanzberaters Gus Sambrook (Alessandro Nivola) bringt den Familienalltag zusätzlich durcheinander…
Luxus und Reichtum
Im letzten Teil der Reihe führt Simon Curtis erneut Regie, welcher bereits den zweiten Teil (2022) zu verantworten hatte. Auch hier kann das Publikum sich wieder auf wunderschöne Sets freuen mit pompösen Schlössern, riesigen Rennbahnen und detaillierten Inneneinrichtungen. Auch die Kleidung kann sich sehen lassen, denn nicht nur Lady Mary erstrahlt in edlen Kleidern, auch der Rest der Familie kommt im gewohnten luxuriösen Stil daher. Wer für teure Mode schwärmt, ist hier also genau richtig.
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Alles beim Gewohnten
Neben dem schönen Anblick gibt es vor allem viel Drama, Emotionen und sehr viele ausführliche Unterhaltungen. Doch obwohl viel geredet wird, bleibt der Konflikt relativ simpel und unspannend. Nach 7 Staffeln und 2 Spielfilmen, sind die privilegierten Probleme von adligen Personen dann eben doch auserzählt. Einige Momente schaffen es jedoch zu überraschen und bringen einen dazu sich im Kinostuhl nach vorne zu lehnen. Die rührseligen Verabschiedungen und Rückblicke bilden insgesamt auch ein sehr entspanntes und nostalgisches Ende. Im Großen und Ganzen bleibt es inhaltlich aber wenig schockierend.
Englischer Humor
Auch ein Tribut an Maggy Smith, die das Franchise maßgeblich beeinflusst hatte, darf nicht fehlen. Nach ihrem Tod, ist ihre Abwesenheit stark im Film zu spüren, denn ihre Sprüche und ihr Wesen waren immer ein Highlight der Geschichte. Der restliche Cast schafft es trotzdem regelmäßig einige freche, englische Sprüche zu bringen und sorgt damit für einige Lacher. Alle spielen ihre Rollen überzeugend und sehr sympathisch, denn die Chemie zwischen den Dienstleuten, aber auch in der Familie ist ansteckend. Zu beobachten, wie die Figuren mit den Veränderungen der Zeit umgehen, ist witzig und nachempfindbar.
Die Romantik der Unterdrückung
Doch auch wenn der Film ein gelungenes und emotionales Ende bietet, so bleibt die Botschaft oberflächlich und die Kritik an den gezeigten Dynamiken fehlt an vielen Stellen. Die Privilegien der Reichen und der Gehorsam der Dienstleute wird oft romantisiert und verherrlicht. Lady Mary wird von allen Seiten bemitleidet, weil sie nicht mehr zu Feiern eingeladen wird. Der gescheiterte Drehbuchautor Mr. Molesley (Kevin Doyle) wird jedoch von dem Film eher zur Witzfigur gemacht und sein Leid nicht ernstgenommen.
Und auch die Demütigung, dass die Dienstleute getrennt im Keller essen müssen, bietet Material für Witze, statt für eine unterschwellige Kritik. Klar ist aber: Downtown Abby war nie eine Plattform um Machtdynamiken zu hinterfragen. Es geht um dramatische Geschichten, schöne Orte und Kleider und den englischen Humor. Genau das bietet auch das große Finale.
Ein würdiges Finale
Auch ohne die 6 Staffeln oder die vorigen Filme gesehen zu haben, wäre dieses Finale gut zu verstehen. Das Publikum wird nicht überfordert, aber bekommt genau das, was es von Downtown Abby eben erwartet. Nach Maggy Smith fehlt es zwar etwas an den schroffen Sprüchen, aber an Nostalgie und herzzerreißenden Momenten fehlt es nicht. Für Fans ist auch das Finale natürlich ein Muss, für Neulinge aber trotzdem auch absolut schaubar und unterhaltsam.“ …
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