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Follow Me - Kinostart: 20.08.2020

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Ein Großteil von „Follow Me“ spielt in Russland. Nicht nur deshalb ...
 
... erinnert der Film an Dashcam-Videos auf youtube …
 
Das ist kein Spiel, Mann!
 
Der Held dieses Films betreibt einen Vlog namens „Escape Real Life“, der ihn bei immer gefährlicheren und abenteuerlicheren Aktionen zeigt. Zum zehnten Jubiläum folgt er einer Einladung zum wildesten, intensivsten und exklusivsten „Escape Room“ Moskaus … und irgendwie habe ich keine Lust mehr, über den Inhalt dieses Films zu berichten. Der Trailer gibt ohnehin praktisch die ganze Handlung wieder. Und jeder Mensch, der in seinem Leben mehr als ein Dutzend Filme gesehen hat, kann sich auch vorstellen, wie der Film ausgeht.
 
Das schlimmste an „Follow me“ ist gar nicht, wie schlecht der Film ist. Sicher der Film ist schlecht. Aber ich habe schon schlechtere Filme gesehen. Sehr viele sehr viel schlechtere Filme. Alleine in den letzten zwei Wochen, habe ich mehrere schlechtere Filme gesehen. Es geht gar nicht darum, wie schlecht der Film ist. Es geht darum, „wie“ der Film schlecht ist. Dieser Film ist auf langweilige, vorhersehbare und komplett unoriginelle Weise schlecht.
 
Regisseur und Drehbuchautor Will Kernick nimmt das alte Konzept eines Spiels das irgendwann kein Spiel mehr zu sein scheint, fügt nicht genug neue Ideen hinzu um einen halbwegs brauchbaren Kurzfilm daraus zu machen und streckt das Ganze auf knapp anderthalb Stunden. Das Konzept seines Films ist so alt und Kernick hatte so wenig Ideen zu seinem Film, dass er „Follow Me“ in einem „Escape Room“ spielen lässt, während sein bisher einziger weiterer Spielfilm von 2017 nicht nur ebenfalls in einem „Escape Room“ spielte, sondern auch noch „Escape Room“ hieß. Das ist ein bisschen so als hätte James Cameron nach „Avatar“ einen Film gedreht, der „Blaue Aliens auf ihrem schrägen Planeten“ heißt. Zum Glück heißt Camerons nächster Film natürlich tatsächlich „Avatar 2“, gefolgt von „Avatar 3“ und der Fortsetzung „Avatar 4“ und hoffentlich dem Abschluss der Serie „Avatar 5“ …
 
Aber zurück zu „Follow Me“: Natürlich ist das Konzept alt und die Handlung doof. Aber James Cameron hat vor einigen Jahren „Der sich den Wolf tanzt“ mit blauen Aliens statt amerikanischen Ureinwohnern gedreht und trotzdem hat der Film halbwegs funktioniert. An „Follow Me“ funktioniert nichts richtig. Im Vergleich zur Eröffnungssequenz im Erster-Klasse-Abteil eines Linienflugzeugs wirken die Szenen in „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ hyperrealistisch. Ein russischer Oligarchensohn lädt in einen der heißesten Clubs Moskaus. Hauptfigur und Freunde sind natürlich begeistert von dieser Location, in der keine Zwanzig Gäste ausgelassen zu Musik „feiern“, die mit weniger als Gesprächslautstärke durch den halbleeren Raum klingt.
 
 
Das war ne echt schräge Nacht
 
Ich habe die Protagonisten eben als „Hauptfigur und Freunde“ bezeichnet, weil es unprofessionell wäre, sie als „der eine und die anderen“ zu bezeichnen. Diese Figuren sind von Drehbuchautor Kernick mit so wenig Geschichte, Charakter und ganz allgemein Eigenschaften ausgestattet worden, dass ich mir ihre Namen beim besten Willen nicht merken konnte. Meistens gehe ich gegen Ende einer Rezension gerne auf die Leistungen der einzelnen Darsteller ein. Bei „Follow Me“ frage ich mich, wozu das gut sein sollte.
 
Die Hauptfigur wird von einem jungen, gutaussehenden Schauspieler dargestellt, den ich vielleicht mal in einer Fernsehserie gesehen habe. Andererseits vielleicht auch nicht, das ist schwer zu sagen, weil der Hauptdarsteller aussieht und spielt wie praktisch jeder junge, gutaussehende Schauspieler in praktisch jeder Fernsehserie.
 
Die Hauptdarstellerin hat langes, rotes Haar und es würde mich nicht überraschen, wenn man sie auch schon mal in einer Fernsehserie gesehen hätte. Oder in einem anderen lieblos heruntergedrehten, unoriginellen, zweitklassigen Film. Würde mich gar nicht überraschen …
 
Die Rollen von drei weiteren Freunden werden von einer anderen jungen Schauspielerin, einem anderen jungen Schauspieler und noch einem weiteren jungen Schauspieler verkörpert. Alle Drei erledigen ihren Job nicht besonders gut, aber auch nicht furchtbar schlecht.
 
Einige Russen werden von Schauspielern gespielt die durchaus Russen oder russischer Abstammung sein könnten. Immerhin sprechen sie im Film russisch. Ob sie das gut oder schlecht anstellen, kann ich nicht beurteilen, weil ich den Russisch-Unterricht im Fernsehen schon seit bald Vierzig Jahren nicht gesehen habe. Einer der Schauspieler aus „Follow Me“ hat, meine ich, sogar schon in „The Big Bang Theory“ einen Russen gespielt. Leicht möglich, dass der tatsächlich Russe ist …
 
 
Fazit
 
Ein Film wie ein Dashcam-Video: absolut vorhersehbar, kein bisschen originell, komplett unnötig und am Ende ist viel Schaden entstanden. Ach ja, …. das Meiste spielt in Russland.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: Will Wernick
  • Drehbuch: Will Wernick
  • Besetzung: Keegan Allen, Holland Roden