Bleed for this

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Autor und Regisseur Ben Younger fühlte sich von Vinny Pazienzas Geschichte angesprochen.
 
Weil es nicht die typische Geschichte eines Boxers ist, sondern weil es vielmehr die inspirierende Geschichte eines Mannes ist, der im Grunde alles verloren hat, aber einfach nicht aufgab. Und: Sie ist wahr. Das macht sie umso beeindruckender!
 
Wie ein wilder Stier
 
Vinny (Miles Teller) ist ein erfolgreicher Boxer, der von Kevin Rooney (Aaron Eckhart) trainiert wird. Leicht hat er es aber nicht, da sein Manager der Meinung ist, er sollte sich aus dem Geschäft zurückziehen, da er zu oft im Krankenhaus landet – selbst, wenn er gewinnt. Aber Vinny denkt gar nicht daran, seine große Leidenschaft aufzugeben.
 
Allerdings scheint ihn das Leben dazu zwingen zu wollen. Denn Vinny gerät in einen verheerenden Autounfall. Als er im Krankenhaus wieder aufwacht, erklären ihm die Ärzte, dass er nie wieder gehen wird. Doch das will der Kämpfer nicht einfach so hinnehmen, er lässt sich auf eine brandgefährliche Operation ein, der Monate an Reha folgen. Aber Vinny hat ein Ziel vor Augen: Er will wieder in den Ring steigen!
 
Mehr als nur ein Boxer-Drama
 
„Bleed for this“ steht in der Tradition von Filmen wie „Million Dollar Baby“ und „The Fighter“. Dies ist kein „Rocky“, schon gar nicht einer von den späteren Teilen, sondern ein packendes und intensiv gestaltetes Drama, das genau die richtigen emotionalen Knöpfe drückt. Darüber hinaus konzentriert sich der Film auf das, was die besten Boxer-Geschichten schon immer ausgezeichnet hat: Dass das außerhalb des Rings weit interessanter und spannender ist als der Kampf zweier Kontrahenten im Ring.
 
Das ist auch hier so, was umso eindringlicher funktioniert, weil man miterlebt, wie ein Mann, der nie mehr gehen können sollte, dennoch nicht aufgegeben und mit einem Fixateur rund um den Kopf trainiert hat. Er ließ sich nicht gehen – und das ist imposant. Hauptdarsteller Miles Teller, der sich in den letzten Jahren zu einem der interessantesten Schauspieler seiner Generation gemausert hat, spielt die Rolle mit Hingabe. Er schafft es, die teils arrogante Art des Mannes herauszustellen, zeigt aber auch die Menschlichkeit dieses Mannes, der sich weigerte, sich der Verzweiflung hinzugeben.
 
 
Aber nicht nur Miles Teller, auch das übrige Ensemble ist großartig. Sehr gut ist Ciaran Hinds als Vinnys Vater, wirklich großartig ist jedoch Aaron Eckhart, der in den letzten Jahren nicht viele Rollen hatte, die ihn irgendwie herausgefordert hätten. Der echte Trainer Kevin Rooney ist aber so eine Rolle, wobei er einem Chamäleon gleich die Manierismen und die Bewegungsabläufe des Mannes imitiert.
 
Der Kampf
 
„Bleed for this“ funktioniert aber nicht nur, weil der innere Kampf eines Mannes, der zurück ins Leben will, so packend dargestellt ist. Auch die Szenen im Ring haben Dampf, vom ersten Kampf bis zum letzten, bei dem der Film sich einige dramaturgische Freiheiten nimmt, aber damit auch unterstreichen will und kann, wie groß die Leistung des Boxers wirklich war.
 
Younger inszenierte das Boxer-Drama sehr intim. Er bleibt mit der Kamera nahe dran, und das nicht nur im Ring, sondern auch außerhalb. Damit zieht er den Zuschauer stärker in die Geschichte, da er sie greifbarer werden lässt.
 
 
Fazit
 
„Bleed for this“ ist ein packendes, emotional mitreißendes und inspirierendes Drama, das auf einer wahren Geschichte basiert und zeigt, wozu der Mensch fähig ist, wenn der Wille nur stark genug ist. Großartig inszeniert, noch besser gespielt, ist dies ein Film, der sich für Preise geradezu empfiehlt.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor:in: Peter Osteried
  • Regie: Ben Younger
  • Drehbuch: Ben Younger
  • Besetzung: Miles Teller, Aaron Eckhart