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The Darkest Minds - Kinostart:16.08.2018

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Es ist ein altbekanntes und abgenutztes Thema: Der Kampf zwischen ...
 
... Gut und Böse, in der Regel von einem sexy Helden geführt. Ob dieser nun auf den Namen James Bond, Superman oder Nick Tschiller hört, meist rettet er im egoistischen Alleingang die bedrohte, restliche Menschheit.
 
Die USA – bedroht von Kindern mit Superkräften
 
Allerdings wird dieser Kampf in The Darkest Minds – Die Überlebenden nicht von einem vom Sexismus geprägten, männlichen Idealbild geführt, sondern von Kindern. Diese spielen die zentrale Rolle in der Geschichte: Spielort des Filmes ist die USA. Dort bricht plötzlich eine seltsame Krankheit aus, von der niemand weiß, woher sie kommt und wie man sie stoppen kann. Als Folge davon sterben 90% der Kinder.
 
Die wenigen, die überleben, haben sich verändert und sind plötzlich mit verschiedenen Fähigkeiten versehen. So sind die einen beispielsweise überdurchschnittlich clever, die anderen können Gegenstände durch die Luft werfen, ohne sie zu berühren (Matilda lässt grüßen), wieder andere können Elektrizität zu ihrem Nutzen manipulieren, etc.. Da die Regierung nicht weiß, wie sie mit diesen Kräften umgehen soll, werden alle Kinder in Camps gebracht; die Gefährlichsten aussortiert und die Restlichen kleingehalten. Eines der bedrohlichsten Kinder schafft es jedoch, sich als harmlos zu tarnen und so zu überleben: die Hauptfigur Ruby Daly. Im Laufe des Filmes gelingt ihr die Flucht aus dem Camp. Jedoch ist die scheinbare Freiheit voll von versteckten Gefahren und unerkannten Feinden…
 
Muss es auf Teufel komm raus eine Liebesgeschichte werden?
 
Ähnlich oft, wie die Menschen, denen Ruby begegnet, von Freunden zu Feinden wechseln, hat sich auch meine Haltung zum Film während der Vorstellung geändert. Stellenweise schafft es der Film durch plötzliche handlungstechnische Wendungen, extreme Spannung aufzubauen. Leider fehlt drehbuchtechnisch jedoch die richtige Sensibilität und die Grenzen zum Unglaubwürdigen werden überschritten.
 
Der Gipfel ist die Liebesgeschichte zwischen Ruby und Liam, einem weiteren Campausreißer, dem sie auf ihrer Flucht begegnet. Die zum Scheitern verurteilte Liebe der Teenager wirkt, als würde sie Romeo und Julia drama-technisch Konkurrenz machen wollen. Ähnlich, wie bei Shakespeares Tragödie kann man sich nun fragen, wie ernst man es nehmen sollte, wenn so junge Menschen (Ruby ist 16!) von Liebe sprechen. Zudem entsteht diese Liebe in einem sehr kurzen Zeitraum, wobei nie erzählt wird, wie sich die Figuren wirklich kennenlernen. Trotzdem sind beide bereit, sich für den anderen aufzuopfern, obwohl sie keine Ahnung haben, wer ihr Gegenüber eigentlich ist. Im Gegenteil:
 
Die Figuren sind zwar schwach, jedoch unversehrt vom Sexismus-Klischee.
 
Die Charaktere sind blass gezeichnet, das einzige, was man über das Innenleben der Hauptfigur erfährt, ist der Schmerz über den Verlust ihrer Familie. Selbst ein Vergewaltigungsversuch scheint nicht übermäßig viel in ihr auszulösen, zumindest sind Rubys Gefühle dem Zuschauer nicht zugänglich. Über die Nebenrollen, wie beispielsweise Liam erfährt man kaum mehr, als, dass Liam Liam heißt. Dennoch muss man positiv erwähnen, dass es den Filmemachern hier gelungen ist, kein Stereotypenbild einer weiblichen Heldin abzuzeichnen, die in Kampfszenen sexy Kleidung trägt und sportlich und geschickt posiert. Im Gegenteil, alle Kinder sind hier natürlich gekleidet, tragen Hosen, Tops und natürliches Make-Up und wirken damit authentisch.
 
 
Der Film bekommt den Stempel okay.
 
Wenn man den Film abstempeln müsste, würde man ihn vermutlich mit dem Wort okay versehen.
 
Die Schauspielerei ist okay, es gibt Szenen, die extrem gut gelungen sind, beispielsweise die Stelle, an der Ruby von ihrer eigenen Mutter nicht mehr wieder erkannt wird. Darauf folgen leider oft Szenen, die den Film ins Lächerliche ziehen, zum Beispiel der Moment, in dem Ruby einer Kopfgeldjägerin per Telepathie den Befehl gibt, sie laufen zu lassen, woraufhin diese den eingepflanzten Befehl wiederholt, als würde sie Tabu spielen und hätte das Wort Roboter gezogen.
 
Die Geschichte ist okay, wie bereits erwähnt, in manchen Momenten echt überraschend, z.B., wenn sich herausstellt, wer der von allen gesuchte Flüchtling ist. Zum anderen ist die Handlung aber auch platt und scheint nicht gut durchdacht, wenn man beispielsweise die unfertige Charakterisierung der Rollen genauer betrachtet.
 
Auch die Special Effects fallen unter das Urteil okay. Die Macher schaffen es, den Absturz eines Helikopters zu 100% real darzustellen, scheitern allerdings daran überzeugend zu zeigen, wie Menschen in einem Auto hin- und hergeschleudert werden, das sich um sich selbst dreht. Hier wurde also leider viel verschenkt, trotzdem, aufgrund der guten Momente und dem Frauenbild, das für Teenager gesunde Identifikationsfläche bildet, Daumen nach oben.
 
 
Lieblingsmoment
 
Wer hier jedoch ein großes Lob verdient, sind die Szenenbildner, Ausstatter und Requisiteure. Die Bilder sind liebevoll gestaltet, authentisch und so eindrucksvoll, dass viele sich in das Gedächtnis gebrannt haben und im Gegensatz zu vielem anderen auch lange nach dem Filmgucken im Kopf bleiben.
 
Allen voran das verlassene Einkaufszentrum, das Ruby, Liam und zwei weitere Kinder auf der Suche nach Nahrung und Kleidung durchwühlen. Es ist mehrstöckig, verstaubt und besteht aus Resten von alten Waren. Die Spannung aus dem bekannten Bild eines Einkaufszentrums und der ungewohnten Verlassenheit und des Grusels der deswegen entstanden ist, haben bei mir große Lust auf mehr geweckt.
 
 
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  • Drehbuch: Chad Hodge
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