Am Anfang des Films finden sich die vier ursprünglichen Reiter, ...
... wie sich die Magier nennen, die Gaunern gerne das Geld abnehmen, um es gerechter zu verteilen, wieder zusammen. Und das nach zehn Jahren. In der echten Welt sind nur neun Jahre vergangen, seit der zweite Teil 2016 in die Kinos kam. Kurioserweise wurde vor dessen Kinostart schon ein dritter Teil angekündigt, aber eine Pandemie und zwei Streiks sowie die Schwierigkeit, alle Beteiligten auf einen Termin festzunageln, hat seine Zeit gekostet. Sehr viel davon.
Neu und alt
Bosco, Charlie und June sind Jung-Magier, die einen Kryptobetrüger bei ihrer Show ausnehmen. Angelockt haben sie ihn, weil sie so taten, als würden die Reiter, jene legendären Magier, die schon so manchen Kapitalismusauswuchs bekämpft haben, wieder zusammenfinden. Nach ihrem Auftritt treffen sie auf J. Daniel Atlas, einen der Reiter, der von der geheimnisvollen Organisation „Das Auge“ einen Auftrag erhalten hat und die drei rekrutiert, da seine alten Mitstreiter längst die Segel gestrichen haben.
Es geht darum, der südafrikanischen Veronika Vanderberg den größten Diamanten der Welt zu stehlen. Sie hat es verdient, weil sie den Diamanthandel nutzt, um über den Marktpreis hinaus Preise aufzurufen, die von Waffenhändlern und ähnlich zwielichtigen Leuten bezahlt werden, weil sich so ihr Geld waschen lässt. Aber als es darum geht, den Diamanten zu stehlen, brauchen die Vier Hilfe – von den ursprünglichen Reitern.
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Frischzellenkultur
Der Film ist nicht nur eine Fortsetzung zu den bisherigen Teilen der Reihe, sondern auch ein echter Neustart, da mit ganz neuen Figuren nicht nur frisches Blut, sondern auch eine eigene Dynamik eingebracht wird. Die funktioniert, etwa dann, wenn June und Wilder als Schlossknacker miteinander konkurrieren. Überhaupt: Die neuen Figuren ergänzen sich gut mit den alten. Sie reiben sich auch ein wenig aneinander. Kurz gesagt: Die Reihe mutet so sehr frisch an.
Das ist auch nötig, denn die Handlung ist überkonstruiert. Es ist pure Oberfläche, die hier dominiert. Ja, DIE UNFASSBAREN 3 macht Spaß und ist kurzweilig, aber wenn man kurz innehält, um über die Geschichte nachzudenken, dann zerfällt sie in alle Einzelteile, weil die Logik – nun ja – nicht unbedingt nachzuvollziehen ist. Das ist eine Schwäche, die auch schon die anderen Filme hatten. Aber sie übertünchen das in der Regel, weil sie schnell erzählt ist, tolle Bilder und ein cooles Ensemble haben. Darum gefällt auch der dritte Teil.
Dass das alles hanebüchen ist, wird aber spätestens dann klar, wenn man sich vor Augen führt, dass der Plan sehr viel einfacher hätte umgesetzt werden können und dass dafür nicht einer der alten Wegbegleiter der Reiter ins Gras hätte beißen müssen.
Tolle Sequenz
Eine der besten Szenen des Films ist, als alle Magier sich in ihrem Element befinden und nicht nur dem Zuschauer, sondern einander etwas vormachen. Das ist nämlich eine komplett ungeschnittene, in einer Einstellung aufgenommene Sequenz, bei der in der Postproduktion wiederum einiges an Effekten eingebracht werden musste, damit sie funktioniert. Das hat sich aber gelohnt, die in einem alten französischen Chateau stattfindende Szene ist einfach nur klasse.
Der Rest ist gefällig. Es gibt schöne Wortgefechte, guten Humor, ein bisschen Spannung und Dramatik und sogar ein wenig Action. Darüber hinaus bereitet der Film alles dafür vor, in Serie zu gehen. Denn bei einem künftigen Teil könnten alle oder auch nur ein paar der bekannten Reiter dabei sein, während der Fokus auf den neuen Reitern liegt. Der Twist am Ende zeigt, dass das ja ohnehin so ist. Apropos Ende: Da gibt es dann noch einen Gastauftritt, den man eigentlich nicht mehr erwartet hätte, für Fans aber schön ist.
Fazit
Der von Ruben Fleischer (ZOMBIELAND) inszenierte Film ist inhaltlich kein Gigant, aber unterhaltungstechnisch schon. Er macht Lust, mit Rosamund Pike ist eine schöne Schurkenfigur dabei (im Original mit einem mehrheitlich gelungenem südafrikanischen Akzent) und die Zauberszenen haben im Grunde schon MISSION: IMPOSSIBLE-Flair.
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