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Daddy´s Home 2

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Wenn eine Komödie mit wenig überraschender Handlung erfolgreich war, ist ...
 
... es keine Überraschung, wenn bald danach eine Fortsetzung erscheint. Und wenn die Handlung dieser Fortsetzung nicht besonders überraschend ausfällt, darf das niemanden überraschen. Bleibt bloß die Frage, ob der Film lustig ist.
 
Eine Weihnachtsgeschichte
 
Weniger als zwei Jahre nach dem ersten Film, kommt nun eine Fortsetzung zu einer Komödie über das Elternsein ins Kino. Im zweiten Film kommt nun auch die ältere Generation zum Einsatz. Und das Ganze spielt zur Weihnachtszeit. Klingt irgendwie vertraut? Ja, aber bloß weil man vor gerade mal zwei Wochen „Bad Moms 2“ gesehen hat. Was also hat „Daddy’s Home 2“ zu bieten?
 
Nun, Dusty (gespielt von Mark Wahlberg) hat natürlich seine Lektionen aus dem ersten Film gelernt und ist nun verantwortungsvoller geworden. Brad, der von Will Ferrell gespielte Stiefvater von Dustys Kindern, ist aber leider immer noch ein Vollidiot. Und schon fragt man sich; warum durfte sich nur eine der beiden Hauptfiguren entwickeln?
 
Wir sehen wie Brad auf einem Kinderspielplatz k.o. geht, mit einer Schneefräse die Weihnachtsbeleuchtung und Dustys Auto zerstört, nicht kapiert wie eine moderne Dusche oder auch nur ein Spiegel funktionieren und beim Weihnachtsbaumschlagen fast ums Leben kommt. Keiner dieser Gags ist besonders lustig. Dabei bietet der Film dazwischen auch witzige kleine Einsichten in das Leben moderner Familien. Wenn eine Lehrerin vor einer Schulaufführung erklärt, dass die Eltern die Handykameras stecken lassen können oder wenn die Kinder ihre Sachen immer im jeweils anderen Haus liegen lassen, dann ist das amüsant und fein beobachtet.
 
Väter und Söhne …
 
Mark Wahlberg muss in diesem Film wieder den „straight man“ neben Will Ferrell spielen. Leider hat Drehbuchautor und Regiseur Sean Anders seine Hausaufgaben nicht gemacht. Jerry Lewis konnte durchgeknallt sein, weil Dean Martin neben ihm immer cool geblieben ist. Bing Crosby ist neben Bob Hope immer er selbst geblieben. Die Rolle des Dusty hätte viel cooler geschrieben werden müssen. Oder eben sehr viel lustiger. Aber so spielt Wahlberg einfach nur den Part mit den wenigsten Lachern. Wenigstens sein Kindheitstrauma um „Do they know it’s Christmas?“ findet eine witzige Bewältigung.
 
Will Ferrell ist immer dann am lustigsten wenn er komplett durchgeknallt ist. Sein „Ron Burgundy“ und seine Nebenrollen in „Starsky & Hutch“ oder „Die Hochzeits-Crasher“ waren köstlich weil sie herrlich schräg waren und nicht einfach nur dämlich. Hier muss Ferrell nun allzu oft den Deppen geben. Dabei ginge das leicht auch anders. In einer der besseren Szenen des Films sind seine Ratschläge zum Umgang mit dem anderen Geschlecht nicht nur furchtbar sondern auch beängstigend. Der schräge Höhepunkt des Films ist dann eine Unterhaltung von einem Scheidungskind zum anderen mit dem Nachbarsmädchen. Hätte man Ferrell mehr solcher Szenen geschrieben, hätte der Film dadurch gewonnen.
 
John Lithgow spielt Brads Waschlappen-Vater. Er ist übersensibel, küsst seinen erwachsenen Sohn auf den Mund und erzählt ständig ewiglange Geschichten die nur seinen Sohn interessieren. Lithgow ist ein hervorragender Schauspieler, der auch sehr witzig sein kann. Seine Rolle hier wirkt aber recht schnell so erbärmlich, dass wir nicht mehr darüber lachen können. Er hat ein Geheimnis, das so offensichtlich ist, dass sogar die Figuren im Film kommentieren, wie augenscheinlich es ist.
 
 
Schon der Trailer zeigt uns deutlich, wer der Star des Films ist: Mel Gibson spielt Dustys Vater als Alpha-Tier und Macho. Und natürlich ist es immer witzig, wenn ein großer Star im Film mit seinem Image spielt. Warum funktioniert das dann in diesem Fall mehr schlecht als recht? Nun zunächst ist Gibson als Kurt nicht einfach nur ein Macho sondern ein gemeiner Mistkerl.
 
Seine Kommentare sind nicht ironisch, sondern nur verletzend. Jede Krise des Films wird von ihm verschuldet oder sogar absichtlich initiiert. Und ein echter Fiesling kann in einer Komödie nun mal nur schwer sympathisch wirken. Aber vielleicht gibt es noch einen zweiten Grund, warum man über Gibson in dieser Rolle nicht recht lachen kann.
 
Es mag Schauspieler geben, bei denen es witzig wirkt, wenn sie in fast jeder Szene trinken und ständig versuchen, jüngere Frauen aufzureißen. Aber wir wissen mittlerweile, wie Mel Gibson sich im wahren Leben verhält wenn er betrunken ist. Er hat die Mutter seiner sieben Kinder wegen einer viel jüngeren Frau verlassen. Und wir wissen, wie er reagiert hat, nachdem diese jüngere Frau die Beziehung beendet hatte. Wenn dieser Schauspieler nun also einem Elfjährigen Flirttyps gibt, die auf sexuelle Belästigung hinauslaufen, fällt einem das Lachen schwer. Man will ja auch nicht O. J. Simpson als „Othello“ sehen.
 
… und ihre Familien
 
Linda Cardellini hätte man als Dustys Ex- und Brads Frau mehr zu tun gewünscht. Das hätte den Film auch ausgewogener gemacht.
 
Alessandra Ambrosio als Dustys neue Partnerin wirkt in diesem Film nicht, als könne sie tatsächlich schauspielern. Aber es wirkt ja auch nicht, als hätte man ihr tatsächlich eine richtige Rolle geschrieben.
 
Owen Vaccaro als Dustys Sohn zeigt uns, welchen Unterschied ein einzelner Punkt beim Bowling machen kann. Später glänzt er in der einzigen wirklich romantischen Szene des Films. Scarlett Estevez spielt seine kleine Schwester Megan. Sie zeigt Interesse an Alkohol und Waffen und lässt so die Gene ihres Film-Großvaters erahnen.
 
 
Fazit
 
Nicht alle Gags in „Daddy’s Home 2“ sind gleich witzig. Die Entwicklung der einzelnen Figuren ist mal mehr, mal weniger überzeugend. Am Ende liefert der Film was man erwarten durfte, aber eben keine Überraschungen.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: Sean Anders
  • Drehbuch: John Morris
  • Stars: Will Ferrell, Mark Wahlberg
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