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Wege des Lebens - Kinostart: 13.08.2020

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Will man eine große Darstellung sehen, dann ist man bei ...
 
... WEGE DES LEBENS – ROADS NOT TAKEN perfekt aufgehoben. Denn Jarvier Bardem spielt sich hier die Seele aus dem Leib. Aber das ist im Grunde auch alles, was dieser Film bietet, der nicht im Mindesten mit dem Adjektiv „unterhaltsam“ beschrieben werden könnte. Er ist vielmehr ein dröger, trister Film, der keine Freude aufkommen lässt.
 
Das Leben und wie es sein könnte
 
Es ist im Grunde kein aufregender Tag. Molly bringt ihren Vater zum Zahnarzt und zum Augenarzt. Außerdem gibt es einen Abstecher in der Notaufnahme. Davor und danach liegt ihr Vater Leo reichlich regungslos in seinem Bett. Leidet er an einer Depression? Ist es Demenz? Das wird nie klar, aber während dieses ereignislosen Tags merkt man, dass Leo weit mehr als das erlebt.
 
Er führt ein weiteres Leben, ein anderes Leben. Eines, das er hätte haben können, wenn er sich anders entschieden hätte. Das sind die Träume, denen er nachhängt. Oder aber auch Erinnerungen an ein Leben, das den falschen Weg genommen hat, dessen Konsequenzen er nun erleidet.
 
Der Weg vor uns Jeder hat sich schon mal die Frage gestellt: Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn ich einen anderen Weg gewählt hätte, wenn ich rechts anstelle von links gegangen, wenn ich dies anstelle von jenem getan hätte. Wäre das Leben ein Besseres? Oder ein Schlechteres? Oder einfach nur gleich, weil jeder Lebensweg seine Herausforderungen, Freuden und Schmerzen mit sich bringt? Dieser Film, der stark in Arthaus-Richtung geht, hat darauf keine Antwort. Er will sie auch nicht haben, weil er es dem Zuschauer nicht leicht macht, wirklich in die Geschichte einzudringen.
 
Es ist zu undurchsichtig, was wirklich passiert, was Leo sich nur vorstellt, was Erinnerungen sind. WEGE DES LEBENS – ROADS NOT TAKEN ist ein erzählerischer Haufen Wirrnis. Eine linearere Struktur – oder ein besseres Verständnis dafür, diese disparaten Momente ein Gefühl von Zugehörigkeit zu geben, hätte dem Film immens geholfen.
 
 
Opfer der Konfusion
 
Autorin und Regisseurin Sally Potter hatte eine durchaus interessante Idee. Man kann bei diesem Film erkennen, dass die Saat für ein großes Werk vorhanden ist. Inhaltlich, aber auch, weil Potter auf ein herausragendes Ensemble zurückgreifen kann. Zwar haben sowohl Laura Linney als auch Salma Hayek kaum etwas zu tun, Elle Fanning hat aber auch eine dankbare Rolle. Sie alle werden jedoch von der verwirrenden Narrativen verraten, denn sie ist es, die den Zuschauer schon sehr früh aus der Geschichte befördert.
 
Man entwickelt kein Verständnis für die Figuren. Schlimmer noch, kein richtiges Gefühl. Man betrachtet diesen kunstvoll gestalteten, aber leider auch sehr drögen Film mit zunehmendem Desinteresse. Etwas, das angesichts der Story und der Schauspieler niemals sein sollte, und doch passiert ist. Das macht WEGE DES LEBENS – ROADS NOT TAKEN zu einem Film, der ein Meisterwerk hätte sein können, aber zur Enttäuschung geraten ist.
 
 
Fazit
 
Im Grunde sollte der Film ansprechen, weil jeder etwas bereut und sich schon einmal ausgemalt hat, wie es wäre, wenn man andere Entscheidungen getroffen hätte. Darum müssten die Figuren mit dem Zuschauer räsonieren, aber sie tun es nicht. Vielmehr fühlt sich der Film an, wie die Hauptfigur in der gegenwärtigen Handlung erscheint: leer, ausgehöhlt, ziellos. Kein Film für das große Publikum, im Grunde nur einer für Fans großen Schauspielkinos. Denn das muss man dem Werk auch zugestehen: Jarvier Bardem ist großartig.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor/in: Peter Osteried
  • Regisseur: Sally Potter
  • Drehbuch: Sally Potter
  • Besetzung: Javier Bardem, Elle Fanning