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Suicide Tourist - Kinostart: 02.07.2020

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Es dauerte fünf Jahre, bis Jonas Alexander Arnby nach seinem ...
 
... Debütfilm WHEN ANIMALS DREAM sein nächstes Werk präsentieren konnte. Erneut arbeitete er mit Autor Rasmus Birch zusammen - und wie bei ihrem ungewöhnlichen Werwolffilm versuchen sie auch hier, genretypische Gesetzmäßigkeiten zu beugen.
 
Im Hotel des Todes
 
Allerdings gelingt es weniger gut. Denn SUICIDE TOURIST hat zwar tolle Bilder und einen überragenden Hauptdarsteller, bleibt aber in seiner Aussage zu diffus. Das Ende ist in vielerlei Art interpretierbar. Häufig ist das ein Vorteil, hier jedoch nicht, da der Bruch zu abrupt kommt und dann zu diffus ist.
 
Die Hauptrolle spielt der Königsmörder Nikolaj Coster-Waldau, der den Versicherungsagenten Max spielt. Er ermittelt im Fall des verschwundenen Arthurs, da die Auszahlung der Lebensversicherung bei Selbstmord nicht geleistet wird. Dabei stößt er auf ein mysteriöses Hotel, in dem Menschen in den Selbstmord begleitet werden. Von einer eigenen Existenzkrise gebeutelt, sucht Max das Hotel schließlich selbst auf. Dort stört er auf eine Wahrheit, die ihn erschüttert.
 
Ungewöhnliche Stimmung
 
In erster Linie überzeugt der Film als existenzialistisches Drama. Er stellt nicht die Frage nach dem moralischen Recht, dem eigenen Leben ein Ende zu setzen. Vielmehr versucht er, die Hauptfigur psychologisch zu fassen zu kriegen.
 
Der Gedanke, mit Würde abzutreten und sich und den Geliebten Pein zu ersparen, lässt sich wohl von jedem nachvollziehen. Die Art, wie es geschieht, ist es, was den Film aus den Gefilden des reinen Dramas herausreißt.
 
Denn Birch und Arnby bauen zur Mitte hin eine ungewöhnliche Stimmung auf, die auch mit dem in norwegischer Wildnis gelegenen Hotel zu tun hat. Natürlich fragt man sich eingedenk des vorherigen Werks der beiden, ob dies wirklich nur ein Drama ist. Oder ob an diesem düsteren Ort nicht noch weit Düstereres geschieht.
 
Der Film liefert dann eine Antwort, aber das ist ein Fall von „zu wenig zu spät“, zumal er sich einer Festlegung versagt. Stattdessen versucht er, möglichst offen zu sein, wird aber zu ungreifbar - bis hin zum Ende, das in alle Richtungen interpretierbar, aber damit eben auch gar nichts ist.
 
 
Symbole
 
Der Film sieht hervorragen aus. Die in kühlen Farben gezeigten norwegischen Landschaften sind in ihrer rauen Beschaffenheit schön. Man kann sie als Sinnbild dafür sehen, wie es im Inneren der Hauptfigur aussieht, denn das Wissen um den nahenden Tod hat auch in Max eine gewisse Kargheit zurückgelassen. Er ist betäubt und letztlich unsicher, ob der gewählte Weg der Richtige ist.
 
Während er noch darüber nachdenkt, sinniert man als Zuschauer, ob Autor und Regisseur sich nicht etwas zu sehr auf die Ambivalenz des Mysteriösen verlassen und dabei doch nur klischierte Versatzstücke liefern. Immerhin hat man Coster-Waldau, der seine unendlich träge Figur genau so spielt. Das mag nach wenig aussehen, Coster-Waldau ist aber zu weit mehr fähig. Entsprechend ist es bewusstes Spiel, die Figur so trist und tranig anzulegen.
 
 
Fazit
 
Irgendwo mag in SUICIDE TOURIST ein richtig guter Film stecken. Er geht jedoch im Gebotenen verloren, weil das Skript zu ungenau und die Inszenierung zu wenig inspiriert ist. Wenn man die Spielerei mit den verschiedenen erzählerischen Zeitebenen nicht als großes Novum betrachtet, dann bleibt am Ende nicht viel. Nur die Hoffnung, dass Birch und Arnby bei ihrem nächsten Projekt wieder inspirierter sind.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor/in: Peter Osteried
  • Regisseur: Jonas Alexander Arnby
  • Drehbuch: Jonas Alexander Arnby
  • Besetzung: Nikolaj Coster-Waldau, Tuva Novotny