deensvtr

American Assassin - Kinostart: 12.10.2017

Artikel bewerten
(1 Stimme)
Die Verfilmung seines Romans hat Autor Vince Flynn nicht mehr miterlebt.
 
Er starb 2013 an den Folgen von Prostata-Krebs. Bis dahin hatte er bereits 15 Abenteuer mit seiner Figur Mitch Rapp ersonnen, den man als so etwas wie den Punisher der Terroristenszene beschreiben könnte. Die Verfilmung „American Assassin“ orientiert sich allerdings nicht am ersten Roman, sondern greift den auf, der chronologisch am Anfang steht. Denn Flynn hat seine Geschichten in wilder Kontinuität veröffentlicht.
 
Von einem Moment zum anderen
 
Für Mitch Rapp (Dylan O’Brien) ändert sich in einem Augenblick alles. Gerade noch hat er sich mit seiner Freundin am Strand verlobt, schon zerschlagen islamistische Terroristen alle Lebensträume, die er einmal hatte. Er wird verletzt, seine Verlobte stirbt. 18 Monate ziehen ins Land – und Mitch Rapp ist ein anderer Mensch geworden.
 
Er kann kämpfen, exzellent schießen, spricht arabisch und hat es geschafft, die Terrorgruppe zu infiltrieren, die ihm alles genommen hat, was ihm jemals wichtig war. Sein Ziel ist es nun, Terroristen zu töten, wo auch immer er sie findet. Ein solches Talent bleibt von der CIA nicht unbemerkt, weswegen er rekrutiert und von dem erfahrenen Hurley (Michael Keaton) trainiert wird. Dann folgt der erste Einsatz, der nach Istanbul und Rom führt. Denn ein Söldner Ghost (Taylor Kitsch) will Plutonium meistbietend verkaufen …
 
Modern und Packend
 
Kurios ist, wie wandelbar die Hauptfigur gestaltet ist. Denn eigentlich wollte man Chris Hemsworth für die Rolle, der auch interessiert war, aber aus Termingründen absagen musste. Sein Ersatz Dylan O’Brien, bekannt aus der Serie „Teen Wolf“ und den „Maze Runner“-Filmen, ist zwar ein gänzlich anderer Typ, funktioniert aber dennoch ziemlich gut. Vielleicht sogar besser, da man es ihm eher abnimmt, vor diesem einschneidenden Ereignis ein ganz normaler Mensch gewesen zu sein.
 
Die Geschichte wurde für den Film allerdings modernisiert. Im Roman spielt sie nämlich Ende der 1980er Jahre und verarbeitet das Lockerbie-Attentat, hier ist es ein Angriff auf Urlauber. Das zeigt Wirkung, da man das auch aus den Nachrichten kennt, zumal diese Anfangsszene auch sehr eindringlich und mitreißend gestaltet ist. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie die Panik bei einem solchen Ereignis um sich greift.
 
 
Der eigentliche Star des Films ist aber Michael Keaton. Denn seine Figur handelt in der Geschichte aus einem persönlichem Antrieb heraus. Der Söldner war nämlich einst sein Schüler. So dreht sich im Grunde alles um Keaton und Kitsch als Gegner, während Mitch Rapp als Figur recht losgelöst ist. Stärker wäre es hier gewesen, ihm auch eine persönliche Motivation zu geben, die darüber hinausgeht, dass er bei jedem Terroristen den Mörder seiner Freundin vor Augen sieht.
 
Altbekannt
 
Ansonsten ist die Story alles andere als originell. Ähnliches hat man schon in zahlreichen Agenten-Action-Streifen gesehen. Lediglich die Umsetzung ist sehr solide gelungen. Das täuscht dann auch ein wenig darüber hinweg, dass es hier keine Überraschungen gibt. Und die, die da sind, ergeben sich aus den Konventionen des Genres. Man erwartet diese Entwicklungen einfach.
 
Trotzdem macht „American Assassin“ als Actionfilm durchaus Spaß, zumal man schon spürt, dass hier Potenzial für mehr vorhanden ist. Der Film muss jetzt nur noch gut laufen, dann kann das alles in Serie gehen, da das produzierende Studio auch schon die Rechte am achten Roman erworben hat. Und wenn es mit dem Kinoerfolg doch nicht klappen sollte, dann würde sich die Figur des Mitch Rapp mit Sicherheit auch für eine Fernsehserie sehr gut eignen.
 
 
Fazit
 
„American Assassin“ erfindet das Rad nicht neu, kann jedoch durch solide Erzählweise, vor allem aber auch mit knallharter Action überzeugen. Mit einem großartigen Michael Keaton, der fast noch überzeugender wirkt als der Hauptdarsteller.
 
 
Unterstütze CinePreview.DE:
                                                                                                                                        
 
 

Ähnliche Kritiken

Der dunkle Turm Der dunkle Turm basiert auf einer Romanreihe von Stephen King, die Handlung fesselt ...   ... den Zuschauer, lässt aber auch viele Fragen offen. Eine Geschichte zu groß für einen Film.   Wenn Kinder und Narren die Wahrheit sagen   Es ist oft so, dass Kinder ein...
King Arthur Die Geschichte von König Arthur und der Tafelrunde ist schon häufig erzählt worden.   Entsprechend gut ist es, dass Guy Ritchie bei seinem Film einiges an Variation einbringt. Er erzählt im Grunde die Ursprungsgeschichte von Arthur, gerade so, als wäre er ein Superh...
Bleed for this Autor und Regisseur Ben Younger fühlte sich von Vinny Pazienzas Geschichte angesprochen.   Weil es nicht die typische Geschichte eines Boxers ist, sondern weil es vielmehr die inspirierende Geschichte eines Mannes ist, der im Grunde alles verloren hat, aber einfach nicht aufgab. Und: ...
Barry Seal - Only in America Aus der Geschichte um einen Piloten, der sowohl für die CIA als auch ...   ... für das Medellin-Kartell gearbeitet hat, hätte man so einiges machen können. Eine bissige Polit-Satire. Oder eine Gangster-Lebensgeschichte. Oder auch eine Analyse Amerikas während der Re...

Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Peter Osteried
  • Regisseur: Michael Cuesta
  • Drehbuch: Stephen Schiff
  • Stars: Dylan O’Brien, Michael Keaton
hnews hsolo rh
Ron Howard ist der Regisseur des immer noch titellosen “Star Wars”-Ablegers zu Han Solo. Dank Howard und dessen Twitter-Konto wissen wir, dass die…
hnews br 1
Am 27. Dezember 2018 kehrt eine der größten Musik-Ikonen aller Zeiten auf die große Leinwand zurück! In BOHEMIAN RHAPSODY verkörpert Rami Malek („Mr.…
hnews jfranco1
Elysium Bandini Studios ist in Hollywood einzigartig. Das Filmstudio produziert nämlich nicht für den größtmöglichen Gewinn, sondern für den guten…
hnews bond craig
Endlich gibt es Klarheit: Daniel Craig, der seit “Casino Royale” 2006 den smarten Agenten im Auftrag seiner Majestät mimt, wird noch einmal zu “007”!…
hnews 007 re
Fans von James Bond sollten sich den 8. November 2019 rot im Kalender markieren. Dann kommt der 25. Bond-Film ins Kino, wie “The Hollywood Reporter”…
laff srm header2
“Jetzt haben wir es geschafft, sind aber auch fast pleite”, lacht Gabriele Hayes, als FantasticMovies sie zur Premiere ihrer Dokumentation “Skid Row…
laff header1
Kurioserweise findet das Film Festival von Los Angeles nicht in Hollywood, sondern im ziemlich verschlafenen Stadtteil Culver City im Südwesten der…
hnews mioe
Regisseur Kenneth Branagh ist es gelungen, zur Neuverfilmung des Klassikers "Mord im Orient Express", nach dem gleichnamigen Bestseller von Agatha…
hnews duniverse
Das „Dark Universe“ wird uns das Fürchten lehren! Zum Kinostart von DIE MUMIE hat Universal Studios das geplante Filmuniversum rund um die legendären…
hnews mmia2a
"Mamma mia, here we go again" - unser liebster Musical-Film kommt zurück! Universal Pictures bringt nächsten Sommer die Fortsetzung zu "Mamma Mia" in…
hnews pmc1
Paul McCartney ist bereit, in See zu stechen! Der Sänger teilte auf seinem Twitter-Profil das erste offizielle Foto in Piraten-Kostüm. Mit langem…
hnews mtv017
Am Sonntag (7. Mai) fanden in Los Angeles die MTV Movie & TV Awards statt. Trotz der Regen-und Hagelschauer holten sich viele Stars ihre Preise…
hnews jffla
“Morris Blaibtroi”, so ganz einfach kommt den Amerikanern der Name des deutschen Schauspielers noch nicht über die Lippen. Bleibtreus Film “Es war…
hnews rdogs
Quentin Tarantinos erster Kinofilm “Reservoir Dogs” feiert seinen 25. Geburtstag. Zu diesem Anlass kamen der Regisseur und seine Hauptdarsteller beim…
hnews ff so
Es sieht ganz so aus, als ob eine der erfolgreichsten Film-Reihen der letzten Jahre bald Nachwuchs bekommt. Wie Brancheninsider “The Hollywood…