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Guardians of the Galaxy: Vol. 2

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"Guardians of the Galaxy Vol. 2" kommt endlich in die Kinos. Lange wurde die Fortsetzung erwartet und ...
 
dementsprechend hoch ist der Erwartungsdruck, den Vorgänger noch zu übertreffen. Ein Kunststück, dass Marvel tatsächlich zu gelingen scheint.
 
Wenn die Handlung zum reinen Spielwiese wird
 
Bereits das Handlungsgerüst des ersten Teils war eher unübersichtlich und schier endlos ist die Zahl der verschiedenen Völker, Rassen und Planeten die gerettet, beklaut oder verfolgt werden müssen. Überhaupt ist das Marvel-Kino-Universum ohne entsprechendes Hochschulstudium kaum zu überblicken. Auch hier wird die Handlung zunehmend nebensächlich, je länger der Film dauert. Das tut dem Spaß am Zuschauen aber keinen Abbruch.
 
Grundsätzlich geht es darum, dass Peter Quill, oder Starlord wie er sich selbst nennt, immer noch auf der Suche nach seinem Vater ist. Zunächst befreien die Guardians allerdings noch einen Planeten von einem Monster mit großem Appetit auf teure und seltene Energiequellen, nur um gleich darauf ebendiese Batterien zu klauen. Das führt zu einer Verfolgungsjagd, die erst durch das unerwartete Erscheinen einer Gottheit beendet wird. Diese Gottheit ist, welch ein Zufall, Quills verschollener Vater.
 
Nun gilt es allerlei Vater-Sohn Gespräche nachzuholen und einen wunderschönen Planeten zu erkunden. An dieser Stelle, nach einer guten halben Stunde scheint die Handlung zunächst beendet, doch natürlich gilt es noch ein dunkles Geheimnis zu enthüllen, und das bestohlene Volk, immer noch sauer auf die Guardians, beauftragt einen alten Bekannten mit der Wiederbeschaffung des Diebesgutes. Doch wie unter Ganoven üblich gibt es etliche Machtkämpfe und die wahre Loyalität ist nicht immer gleich offensichtlich.
 
Ironie als Heilmittel für kitschige Momente
 
Es scheint als hätte Marvel mal wieder das große Los gezogen und alles richtig gemacht. Vom Drehbuch über die Darsteller bis hin zum Marketing läuft die Geldmaschine ohne Stottern immer weiter. Von Rekord zu Rekord hangeln sich die Kinostarts und man fragt sich wie das gelingt. Doch wenn man genauer hinschaut kommen altbekannte Rezepte zum Einsatz die längst kein Hexenwerk mehr sind. Nur ist Marvel eben besonders konsequent in der Umsetzung.
 
Wo die Avengers eher noch mit unseren eigenen Ängsten vor Terror spielen und einen klaren Bezug zur aktuellen politischen Lage finden, entfernen sich die Guardians recht eindeutig von unserer Realität. Es ist bezeichnend, dass die einzige menschliche Figur aus den 70er Jahren kommt, als die Welt noch bessere Musik hatte und grundsätzlich fröhlicher war. Alle anderen Charaktere sind klassische Fabelwesen, ein sprechender Baum, ein Waschbär und andere Aliens. Dieser Eskapismus, der das klassische Hollywoodkino schon immer auszeichnet, wird hier auf die Spitze getrieben.
 
 
Dazu kommt die selbstironische Einstellung der Protagonisten zu sich selbst und der sie umgebenden Welt. Sie stolpern als Helden und Komiker slapstickartig durch die Handlung und scheinen selbst bei Todesgefahr nicht um einen lustigen Spruch verlegen zu sein. Durch die Guardians bleibt das Chaos und der Wahnsinn also immer erträglich, weil sie sich durch ihre ironischen Kommentare selbst ständig davon distanzieren. Diese gelungene Dynamik hat schon bei Fluch der Karibik zu großen Einnahmen an der Kinokasse geführt und seither etliche Nachahmer gefunden.
 
Eine klassische Ensembleleistung ohne Allüren
 
Diese Ironie funktioniert aber nur bei einem stimmigen Cast, wo die einzelnen Charaktere auch klar voneinander abgegrenzt sind. Jeder hat seine ganz eigenen Schwachstellen und dunklen Seiten, aber trotzdem bilden sie zusammen eine große Familie. Dieses starke Motiv sorgt auch beim Zuschauer für die nötige emotionale Bindung und lässt die kitschigen Momente authentisch erscheinen und alles Absurde erträglich. Dass die Handlung über weite Strecken zwischen beliebig und ballaballa liegt, wird dadurch ebenso klaglos hingenommen.
 
Da Marvel ja die Entwicklung seines Universums bis 2022 minutiös geplant hat, ist es spannend zu verfolgen wie und ob sich in Zukunft die Tonalität dieses Marvel-Ablegers verändert. Vor allem wenn die Figuren wie geplant irgendwann auf die Avengers treffen und dann wirklich ernsthaft die Erde retten müssen. Ob dann noch eine Kassette mit entspannter Musik alle Probleme wegfegen kann, bleibt abzuwarten. Doch bis dahin schauen wir einfach Groot weiter beim Tanzen zu und fühlen uns irgendwie glücklich.
 
 
Fazit
 
Dieser Blockbuster verbindet tolle Special Effects mit coolen Dialogen und einer guten Portion Ironie. Wer keine tiefschürfende Story erwartet und Sience Fiction Filme grundsätzlich mag, wird voll auf seine Kosten kommen.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Sascha Fersch
  • Regisseur: James Gunn
  • Drehbuch: James Gunn
  • Stars: Chris Pratt, Zoe Saldana, Vin Diesel
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