Rechtzeitig zu Weihnachten kommt der dritte Kinofilm rund um den ...
... kleinen Raben Socke in die Kinos. Diesmal wird ein Schatz gesucht …
Erst wird der Wald aufgeräumt
Weil er den anderen Waldbewohnern die Party verdorben hat, verdonnert Frau Dachs den kleinen Raben Socke zum Dachbodenaufräumen. Dabei geht natürlich auch etwas schief. Aber dadurch entdeckt Socke das Zimmer des verschollenen Großvaters der Familie Dachs. Dieser Opa hat in dem Zimmer noch eine Schatzkarte hinterlassen, die zu einem Königsschatz führen soll. Wer es schafft, diesen Schatz zu finden, soll König des Waldes werden. König zu sein wäre genau das Richtige für Socke. Und so zieht er zusammen mit seinem Freund Eddi-Bär los …
Vor mehr als zwanzig Jahren haben Annet Rudolph und Nele Moost das erste von über 100 Büchern mit dem Raben Socke herausgebracht. Bald danach liefen Kurzfilme mit dem Vogel in der Reihe „Unser Sandmännchen“. 2012 kam der erste Film in die Kinos, 2015 folgte Teil zwei. Ab 2016 lief eine eigene Fernsehserie auf KIKA. Und nun läuft der dritte Spielfilm im Kino. Aber wer soll sich diesen Film ansehen?
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Ich unterscheide seit Jahren zwischen „Familienfilmen“ und „Kinderfilmen“. Disney, Pixar, Illumination und andere Studios produzieren „Familienfilme“, die sich die ganze Familie ansehen kann. Die Kinder lachen zusammen mit den Eltern, an einigen Stellen lachen vor allem die Kinder und die Eltern schmunzeln vielleicht und zuweilen lachen nur die Eltern, weil einzelne Gags gar nicht für Kinder gedacht sind. Filme wie „Der kleine Rabe Socke – Suche nach dem verlorenen Schatz“ hingegen sind „Kinderfilme“. Über diesen Film können sich nur Kinder amüsieren. Eltern, die ihre Kinder in diesen Film begleiten, sollten sich einen großen Becher Cola mit in den Saal nehmen. So vergeht die Zeit zwar nicht schneller, aber man schläft wenigstens nicht ein.
Denn eines muss klar sein: Die Kinder, für die dieser Film gemacht wurde, sind viel zu klein, um ihn ohne erwachsene Begleitperson sehen zu können. Mit Kindern unter drei Jahren geht man ja üblicherweise nicht ins Kino. Der durchschnittliche Siebenjährige wird sich bei diesem Film aber eher langweilen (vor allem wenn er vorher schon mal irgendeine Produktion aus dem Hause Disney gesehen hat). Also müssen Mama und/oder Papa mit.
Und Mama und/oder Papa werden sich langweilen. Eine andere Kritikerin hat diesen Film als „Ein bezauberndes Zeichentrickabenteuer für alle Altersklassen“ bezeichnet. Das ist kompletter Unsinn. Die Story ist lächerlich und hätte vielleicht für eine Episode der Fernsehserie gereicht. Die Qualität der Animation liegt gerade noch auf Fernsehniveau. Und über die visuellen Gags werden nur sehr kleine Kinder lachen können. In einer der ersten Szenen geht es bereits darum, eine mehrschichtige Torte vor Schaden zu bewahren. Das ist Slapstick für Vorschulkinder.
Als Erwachsener hält man so etwas aus, sowie man auch schon mal auf einem Kinderkarussell mitfahren kann. Wer zwei Kinder unterschiedlichen Alters haben sollte und meint, er könne diesen Film mit einem Vorschulkind und einem Schulkind zusammen ansehen, dem muss klar sein, dass er dem älteren Sprössling anschließend etwas schuldig sein wird. Denn auch über die Dialoge wird ein Schulkind kaum lachen können. Da hilft es auch nicht, wenn Socke den kleinen Dachs auch mal „Hosenschisser“ nennt.
Wie bei Stulle unterm Sofa
Die Synchronisation klingt besser als die Animation aussieht. Das liegt aber vor allem an der Animation. Jan Delay darf wieder einmal dem Titelhelden seine Stimme leihen und hat nun wieder keinen Grund, sich endlich mal die Polypen entfernen zu lassen.
Die stets verlässliche Anna Thalbach spricht wieder Mutter Dachs und ihre Tochter Nellie Thalbach ist wieder als kleiner Dachs zu hören. Warum man sich die Chance entgehen ließ, Opa Dachs konsequenterweise von Anna Thalbachs Vater, Vladimir Weigl, sprechen zu lassen, ist unklar. So bekommt man eben Dieter Hallervorden zu hören, was auch ganz nett ist.
Fazit
Kinder zwischen 3 und 6 Jahren werden sich über diesen Film amüsieren können. Für ältere Kinder laufen zurzeit geeignetere Filme im Kino.
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