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The Lego Batman Movie

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Dass es die mit Abstand erfolgreichste und populärste Spielzeug-Marke der Welt erst im Jahre 2014 ...
 
... zu einer abendfüllenden Verfilmung brachte, war fast so überraschend wie das erstaunlich gute Resultat. „The Lego Movie“ war schließlich ein verdammt detailgetreuer und toll animierter Film für die ganze Familie, der vor allem mit bis in die kleinste Nebenrolle grandios besetzen Charakteren begeistern konnte. Darunter war etwa der von Will Arnett gesprochene Batman, der nun mit dem Spin Off „The Lego Batman Movie“ tatsächlich seinen eigenen Film bekommt. Und was erfreulich jedoch auch bitter zugleich ist: Der Film ist bis jetzt mit Abstand der beste Ableger des neuen DC Universe.
 
Besser als das übliche Franchise
 
Denn das seit „Man of Steel“ gestartete Kino-Multiversum von DC bot bislang bestenfalls unteres Mittelmaß. „The Lego Batman Movie“ nun in den Kanon mit einzuordnen, mag zwar etwas weit hergeholt sein, schließlich hat die Geschichte nichts mit den Zack Snyder Blockbustern zu tun, dennoch bekommen wir hier endlich mal eine gelungene Comic-Verfilmung im DC Universum, seit dem jenes 2013 den Neuanfang erfuhr.
 
„The Lego Batman“ schafft es sogar, seinen geistigen Nachfolger „The Lego Movie“ mühelos in den Schatten zu stellen und bietet überragende Unterhaltung mit abermals grandioser Detailverliebtheit, die vor allem echte Batman-Fans vor Freude springen lassen. Doch zunächst einmal zur Handlung, die selbst eher eine konventionelle Batman-Story im gewohnten Gewand darstellt.
 
Denn der Konflikt des Dunklen Ritters mit seinem Erzfeind, dem Joker, steht hier wieder mal im Mittelpunkt. Aber auch die Vergangenheit wie der Verlust der Eltern oder die innere Zerrissenheit, ein normales Leben ohne Maske nicht bewältigen zu können, stellen die Motive der Geschichte dar. Einerseits ist so der Verlauf dieser recht vorhersehbar, andererseits punktet der an ein junges Zielpublikum gerichtete Animationsfilm so mit ungewohnt viel Tiefgang. Gewohnte Lego-Absurditäten haben allerdings natürlich auch ihren großen Anteil.
 
So beschließt der Joker etwa, Superman´s Phantomzone zu öffnen, um die darin gefangenen schlimmsten Bösewichte aller Bösewichte zu befreien und auf Gotham loszulassen. Wir wollen hier nichts vorweg nehmen aber die gemeinten Schurken, die aus allen denkbaren Filmen hier mit auftreten, haben es verdammt in sich und sind an kuriosen Cameo-Auftritten kaum zu überbieten.
 
Cameos und YouTuber
 
Doch auch die normalen bekannten DC Schurken bekommen ihre Auftritte. In der deutschen Synchronfassung macht das besonders Spaß, weil nahezu alle Figuren die gleichen Sprecher spendiert bekommen haben, die wir auch aus den „The Dark Knight“-Filmen oder eben den neuen DC Werken kennen. Besonders amüsant ist das etwa bei Muskelprotz Bane, der wie in „The Dark Knight Rises“ herrlich seltsam daher nuschelt.
 
Eine Ausnahme ist jedoch ausgerechnet Oberschurke Joker selbst, den Warner Brothers bewusst auf den deutschen jungen Markt gezielt, mit YouTube-Star Gronkh besetzt hat. Dieser immer wachsende Trend, statt auf bekannte Schauspieler oder Synchronsprecher zurückzugreifen, YouTuber für Spielfilme herzunehmen, ist zurecht umstritten, doch hier geht die Rechnung tatsächlich auf. An die Stimme, die man sonst aus Minecraft Let´s Plays kennt, muss man sich zwar wirklich stark gewöhnen, doch Gronkh macht seinen Job erstaunlich gut und verschafft zumindest dem Joker die nötige Präsenz, wenn auch auf eine ganz neue und andersartige Weise.
 
 
Während „The Lego Movie“ noch durch sein völlig verrücktes Szenendesign auffiel, welches ganz dem Lego-Prinzip einfach zahlreiche verschiedene Szenarien in einen bunten Haufen war, was ein irres und manchmal auch anstrengendes Tempo beinhaltete, kommt das Batman-Spin-Off dagegen viel geerdeter daher. Die Lego-Prämisse dient diesmal mehr als optisches Gimmick und hat weniger Eingriff auf die eigentliche Geschichte. So spielt das eigentliche Bauen, um Herausforderungen zu bewältigen, in Gotham nur noch eine untergeordnete Rolle.
 
Gags am laufenden Band
 
„The Lego Batman“ ist mehr Batman als Lego und selbst die von Lorne Balfe komponierte Musik könnte auch genauso gut der Score zum nächsten Batman-Streifen mit Ben Affleck sein. Doch der Grundton ist natürlich wie in „The Lego Movie“ überwiegend herrlich lustig und skurill. Die Gagdichte ist wirklich hoch und bringt mit seinen zahlreichen popkulturellen Referenzen auch das ältere Publikum zum Lachen.
 
Wirklich grandios sind die selbstironischen Referenzen an die eigenen Filme und hier lässt der Film wirklich keinen der Dutzend Batman-Filme aus. Selbst ganze Comic-Frames bekommen hier ihr Fett weg. „The Lego Batman Movie“ ist so immer dann am besten, wenn es sich selbst zitiert und immer wieder mit einer witzigen Reminiszenz überrascht. Als Batman-Fan fühlt man sich hier einfach unglaublich wohl und weiß die Liebe zum Detail und den Respekt zur Vorlage zu schätzen.
 
Aber auch die genialen Sets wie auch die famos inszenierten Action-Szenen verblüffen wie schon in „The Lego Movie“ mit ihren tausenden Lego-Bausteinen, die genial modelliert und animiert daherkommen.
 
 
Fazit
 
Es ist schon gemein und etwas traurig, wenn ein Kinderfilm deutlich besser ausfällt als die sagenhaft misslungenen DC Blockbustern des letzten Jahres. Nach „Batman V Superman“ und „Suicide Squad“ kann man die DC-Welt samt ihrer Helden und Schurken endlich wieder auf der Leinwand genießen, wenn auch in ungewohnter Optik.
 
Statt stählernem Zack Snyder-Grau in all ihrer bedeutungsschwangeren Ernsthaftigkeit tut die Leichtigkeit eines „The Lego Batman Movie“ unheimlich gut, auch da der Humor und die zahlreichen Gags größtenteils zum Brüllen Komisch geraten sind. „The Lego Batman“ ist nicht nur richtig gute und toll anzusehende Unterhaltung für die ganze Familie, sondern ein verdammt guter Film geworden.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Alexander Friedrich
  • Regisseur: Chris McKay
  • Drehbuch: Seth Grahame-Smith
  • Stars: Will Arnett, Zach Galifianakis, Ralph Fiennes
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