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Resident Evil: The Final Chapter

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Man mag es kaum glauben: The Final Chapter. Endet “Resident Evil” tatsächlich nach sechs Teilen? Ist es nun wirklich vorbei?
 
Wieso geißelt sich Paul W. S. Anderson, Schöpfer der Reihe, mit diesem Zusatz, wenn am Ende des Films der Satz “Es gibt noch viel zu tun” erklingt? Das sind die Fragen, auf die es keine endgültigen Antworten gibt. Vielleicht ist die Filmserie “Resident Evil”, wie seine Protagonistin Alice einfach nicht totzukriegen. Bereits in Resident Evil: Apokalypse (2004) verstarb Alice. Scheinbar. Das Ende muss nicht das Ende sein. Wir sprechen hier schließlich über einen Zombiefilm.
 
Doch fürs Erste scheint dies nun das letzte Kapitel der erfolgreichsten Videospielverfilmung aller Zeiten zu sein. Hauptdarstellerin Milla Jovovich legt die Waffen nieder und geht in Zombierente. Sie feiert einen gebührenden Abschied. “Resident Evil: The Final Chapter” ist genau das, was man erwartet: Actiongeladene Kost für zombiehungrige Fans. Bei der Wertung des Films muss ganz klar unterschieden werden: Aus der Sicht eines treuen Fans oder aus der Sicht eines Zuschauers, der sich ohne Vorkenntnisse in den Apokalypse-Streifen verirrt.
 
Zu Beginn frischt eine kurze Zusammenfassung die Erinnerung an die letzten fünf Teile auf. Wer Alice allerdings zum ersten Mal begegnet, bleibt womöglich ein wenig ratlos. Wer ist sie denn genau, was motiviert sie bei der Zombiejagd? Wieso hat sie überlebt wenn Milliarden andere Menschen gestorben sind? Sinngebende Fragen bei sinnentleerter Unterhaltung bleiben sinnlos. Bereits nach einigen Minuten katapultiert Regisseur Anderson die Zuschauer ohne Gnade mitten ins Geschehen. Die hektischen Schnitte sind selbst für Actionerprobte eine Zumutung in 3D. Das Zuschauerauge darf sich bei der Zombiejagd genauso wenig erholen, wie Alice.
 
So etwas wie Ruhe kehrt optisch und erzählerisch erst in der zweiten Hälfte ein. In dieser letzten Folge von “Resident Evil” geht es dorthin zurück, wo alles begann - in das unterirdische Forschungslabor “The Hive”. Die teils klaustrophobischen Szenen bieten spannenden Nervenkitzel und das Tempo fährt endlich einen Gang zurück. Regisseur Anderson nimmt sich hier mehr Zeit zum erzählen und verleiht der Geschichte ein dramaturgisches Upgrade.
 
Zombiewürdige Dialoge
 
Einzig die Dialoge bleiben auf voller Strecke ihrer Anspruchslosigkeit treu. Alice trifft in Racoon City auf eine Gruppe echter Menschen, mit dabei ihre wiedergefundene Freundin Claire Redfield (Ali Larter). Die Gespräche zwischen den Überlebenden beschränken sich auf Sätze, die vielleicht sogar der ein oder andere Zombie mit wenig Mühe ausspucken könnte. Doch bei “Resident Evil” geht es schließlich nicht um Philosophie und Rhetorik.
 
Wobei gerade in diesem letzten Teil vermehrt biblische Vergleiche gezogen werden. Oberbösewicht Dr. Isaacs (zum dritten Mal im Bunde: Ian Glen aus “Game of Thrones”) versucht mit Bibel, Kruzifix und “Gott sei mit Ihnen!”-Sprüchen die Zombieapokalypse zu verschönern. Die beste Dialogzeile des Drehbuchs gebührt Dr. Isaacs: “Die Dreifaltigkeit der Schlampen”. Gemeint ist damit Alice - soviel sei an dieser Stelle verraten.
 
 
Ein unerwarteter Twist sorgt am Ende von “The Final Chapter” für eine Auflösung, die die traurige Fangemeinde versöhnen sollte. Paul W. S. Anderson hält eine Überraschung bereit. Wer mit Alice zum ersten Mal Bekanntschaft macht im Kino wird allerdings nicht viel anfangen können mit der Handlung.
 
Größtenteils sind die Nebendarsteller in “Resident Evil: The Final Chapter” austauschbar, da ihre Figuren so tiefgründig, wie der Plattensee ist. Neben Models wie Ruby Rose (“Orange Is the New Black”) oder dem japanischen Sternchen Rola sticht ein ehrwürdiger Schauspieler wie der Schotte Ian Glen regelrecht hervor. Seine Performance als bitterböser Dr. Isaacs erinnert an einen Bilderbuch-Fiesling aus James Bond: elegant, aalglatt, gewissenslos.
 
Ob man die “Resident Evil”-Reihe nun mag oder nicht, eines ist sicher: Milla Jovovich ist der Inbegriff von Frauenpower. Das ehemalige Model, die ihren Durchbruch als Schauspielerin mit “Das fünfte Element” feierte, machte sich als Zombiekämpferin Alice einen Namen in der Filmgeschichte. Sie ist in allen sechs Folgen die Heldin. Frauen verkörpern im Action-Genre meist nur den Sidekick, die Partnerin des männlichen Helden. Milla Jovovich machte seit 2002 eine gute Figur als Alice und trug dazu bei, dass “Resident Evil” weltweit fast eine Milliarde Dollar einspielte. Für die kaum gealterte Action-Amazone und Regisseur Paul W. S. Anderson, der mittlerweile ihr Ehemann und der Vater ihrer Kinder ist, geht eine Ära vorbei.
 
 
Fazit
 
“Resident Evil: The Final Chapter” bedient Fans der Reihe mit einem überraschenden Plot, den gewohnt actiongeladenen Kampfszenen und einem Wiedersehen im düsteren “The Hive”. Wer Milla Jovovich bereits in den ersten fünf Teilen anbetete, der wird es auch diesmal tun.
 
Zuschauer, die zum ersten Mal mit von der Zombie-Partie sind, werden kurzweilig unterhalten, vorausgesetzt, sie schrauben ihren Anspruch auf Effekte und Zombie-Kämpfe mit einer unverwundbaren Powerfrau herunter.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Timea Sternkopf
  • Regisseur: Paul W. S. Anderson
  • Drehbuch: Paul W. S. Anderson
  • Stars: Milla Jovovich
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