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LEGO Star Wars Holiday Special - Disney+-Start: 17.11.2020

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Dieses Lego-Filmchen ist etwas albern und hat, obwohl prallvoll mit ...
 
... Figuren, Raumschiffen und Welten aus dem „Star Wars“-Universum, nur wenig mit dem zu tun, was „Star Wars“ wirklich war oder sein sollte. Aber das war bei den Episoden VII, VIII und IX auch nicht anders …
 
„Möge die Macht ...”
 
Die Handlung dieses Films setzt nach Episode IX ein. Rey versucht Finn zum Jedi auszubilden. Weil der sich aber beim Üben mit Lichtschwert und Trainingsdrohne so ungeschickt anstellt, verzweifelt die Meisterin. Auch das Studium alter Jedi-Schriften bringt sie nicht weiter. In einem verlassen Tempel findet Rey ein Artefakt, das es ihr und BB-8 ermöglicht durch Raum und Zeit zu reisen und frühere Jedi-Meister und ihre Schüler zu beobachten. Aber dann fällt dieser magische Schlüssel in die falschen Hände …
 
Ja, die Handlung dieses Films ergibt nicht viel Sinn. Aber das war bei den Episoden VII, VIII und IX auch nicht anders. Sie widerspricht vielem, was wir in früheren Filmen erfahren haben und die Figuren tun Dinge, die nicht zu ihren Charakteren passen. Aber das war bei den Episoden VII, VIII und IX auch nicht anders. Die wichtigsten Elemente dieser Handlung wurden in früheren Filmen nie erwähnt und vom Drehbuchautor extra für diesen Film aus dem Hut gezaubert. Aber das war bei den Episoden VII, VIII und IX auch nicht anders.
 
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Und den Machern scheint es herzlich gleichgültig zu sein, dass hier nichts zusammenpasst. Aber das war bei den Episoden VII, VIII und IX auch nicht anders. Der wichtigste Unterschied zwischen diesem Film und den Episoden VII, VIII und IX besteht wohl darin, dass sich die Macher dieses Films all dessen bewusst sind. Sie präsentieren uns diesen bunten Mix aus fan-fiction, Parodie und Greatest-Hits-Medley nicht mit dem lächerlichen Ernst eines J. J. Abrams. Regisseur Ken Cunningham hat bisher unter anderem „Lego Marvel Spider-Man: Vexed by Venom“ und einige Folgen von „Lego Jurassic World“ inszeniert. Drehbuchautor David Shayne hat bisher für die Serien „Lego Ninjago“, „Lego Star Wars: Die Abenteuer der Freemaker“, „Lego Jurassic World“ und „Lego Star Wars: All Stars“ geschrieben.
 
Und wie all diese Lego-Serien ist auch „LEGO Star Wars Holiday Special“ ganz nett geraten. Es ist witzig, wenn es sich über die Originalfilme lustig macht, ohne jemandem wirklich auf die Zehen zu treten. Einige wenige Stellen sind sogar halbwegs originell. Ein kurzer Dialog zwischen zwei Klon-Soldaten spricht ein Thema an, das in Episode II und III nie erwähnt wurde und doch so naheliegend erscheint. Aber meistens bieten die Gags nur unterhaltsamen Fan-Service. So zum Beispiel wenn eine jüngere und eine ältere Version des gleichen Helden einander begegnen und besprechen, wer von ihnen nun zuerst schießen darf oder wenn sich alle Figuren einig sind, dass Kylo Ren gefälligst ein Hemd anziehen soll.
 
„Mein Meister, meines Meisters Meister, meines Meisters Vater, meines Meisters Vaters Meister, …“
 
Bei all den netten Gags für Klein und Groß, scheinen es Autor Shayne und Regisseur Cunningham mit ihrem Film ein bisschen sehr eilig gehabt zu haben. Sie lassen Rey zunächst folgende Orte und Zeiten besuchen: Dagobah in Episode V, das Droiden-Kontrollschiff über Naboo, Coruscant in Episode II, die Schlacht von Yavin, den zweiten Todestern, die Schlacht von Hoth, Mustafar in Episode III, das Podrennen auf Tatooine, … An der Stelle an der Rey auch noch „The Mandalorian“ und seinem Schützling begegnet, stehen uns noch die Hälfte dieses Filmchens und jede Menge weitere Begegnungen bevor. Manche dieser Begegnungen dauern keine Minute. Und manche der Helden aus früheren Filmen sehen wir in zwei- oder dreifacher Ausführung. Dabei gehen Gags wie die blaue Milch, die es auch in der Tüte gibt, beinahe unter.
 
 
Und dann muss dieses Filmchen ja auch noch familientauglich sein und Bezug zu den kommenden Festtagen zeigen. Daher wird auf Kashyyyk der „Life Day“ aus dem berüchtigten „Holiday Special“ gefeiert, das 1978 im US-Fernsehen lief und danach nie wieder legal ausgestrahlt oder veröffentlicht wurde. Hier möchte ich übrigens alle Leser ausdrücklich ermutigen, sich dieses „Holiday Special“ im Internet anzusehen. Wenn die arme Carrie Fisher eine festliche Hymne zu den Klängen des „Star Wars“-Themas singen muss, ist das nicht das Schlimmste an diesem fast vergessenen Machwerk.
 
Ja, das „Holiday Special“ von 1978 war schräg. Und weitgehend misslungen. Aber wenigstens hat man damals etwas Neues versucht. Disney geht mit seinem „LEGO Star Wars Holiday Special“ keinerlei Risiko ein und bietet, wie bereits bei Episode VII, VIII und IX, wieder vor allem Fan-Service. Aber Fan-Service alleine ist doch nicht abendfüllend. Disney hat 2012 viereinhalb Milliarden Dollar für das „Star Wars“-Franchise bezahlt. Und alles was man den Fans dieser Saga im Jahr 2020 an Neuem zu bieten hat, sind mehr oder weniger gelungene Scherzchen, die von animierten Legofiguren präsentiert werden? Das können wir zur Not auch auf youtube auch billiger haben.
 
Disney muss dringend mal wieder etwas Neues versuchen. Vielleicht ist es den Entscheidungsträgern nicht klar. Aber sie haben für diese viereinhalb Milliarden Dollar ein ganzes Universum gekauft. Das bedeutet, man hätte unendliche Möglichkeiten zur Verfügung. Vor vier Jahren hat man den ersten „Star Wars“-Film herausgebracht, der tatsächlich ein Kriegsfilm war. Warum nicht weiter so? Warum probiert man nicht wieder etwas Neues? Warum dreht man nicht einen Krimi, der im „Star Wars“-Universum spielt, einen Action-Film, einen Horror-Film, … von mir aus auch gerne eine romantische Komödie. Zum Beispiel könnte ein erfolgreicher Fabrikant von Sternenzerstörern geschäftlich nach Tatooine kommen, für einige Tage eine weibliche Begleitung brauchen und dafür eine der Tänzerinnen aus Jabbas Palast bezahlen. Diese Geschichte wäre zwar nicht komplett neu. Aber wenigstens mal etwas Anderes.
 
TV-Serien und Animationsserien für Kinder sind ja ganz nett. Aber das ewige Bemühen, den Fans so viel als möglich von dem zu geben, was ihnen an den alten Filmen gefallen haben mag, ist furchtbar unkreativ und wird schön langsam langweilig. Kino ist wie alles im Leben: nur wenn es sich verändert, ist es lebendig. Wenn sich das „Star Wars“-Franchise nicht bald verändert, ist es so gut wie tot.
 
 
Fazit
 
Dieses alberne, kleine Filmchen bietet durchaus gelungene Familienunterhaltung. Um „Star Wars“ am Leben zu erhalten, muss sich Disney aber mehr einfallen lassen und vor allem mehr Mut zeigen.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: Ken Cunningham
  • Drehbuch: David Shayne
  • Besetzung: Billy Dee Williams, Anthony Daniels
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