deensvtr

Plötzlich Familie - Kinostart: 31.01.2019

Artikel bewerten
(1 Stimme)
Sean Anders kann bei seiner neuen Komödie „Plötzlich Familie“ aus ...
 
... dem Vollen schöpfen, denn die Erfahrungen, die er in diesem Drehbuch verarbeitet hat, hat er selbst gemacht, als seine Frau und er beschlossen, gleich mehrere Kinder auf einmal zu adoptieren. Nicht alles, was man im Film sieht, basiert auf wahren Ereignissen, manches aber schon. Wohl auch das hat geholfen, den Film so sympathisch werden zu lassen, weil man spürt, dass die Geschichte von Herzen kommt.
 
Aus zwei mach fünf
 
Pete (Mark Wahlberg) und Ellie (Rose Byrne) sind seit Jahren ein glückliches Ehepaar mit Jobs, die ihnen gefallen. Sie genießen ihre Freiheit, haben aber irgendwann das Gefühl, dass etwas in ihrem Leben fehlt. Die Freunde in ihrer Umgebung bekommen allesamt Nachwuchs, sie aber nicht. Aber vielleicht ist es das, was ihrem Leben fehlt. Nur wollen sie einen etwas anderen Weg gehen. Sie denken über Adoption nach.
 
Zuerst freunden sie sich mit dem Gedanken an, dann sehen sie sich ein paar Kinder an, die nach einem neuen Zuhause suchen. Begeistert sind die beiden von Lizzy, einem Teenager-Mädchen, das sich nichts gefallen lässt und rotzfrech ist. Aber da sie noch zwei jüngere Geschwister hat, beschließen Pete und Ellie, dass sie gleich alle drei adoptieren. Was anfangs so idyllisch erscheint, erweist sich jedoch schnell als Herausforderung, da die Kinder nicht an sie und sie nicht an die Kinder gewohnt sind. Schon bald fragen sich die frischgebackenen Eltern, ob sie einen Fehler gemacht haben.
 
Ein wenig Tiefgang
 
Anders ist vor allem für seine „Daddy’s Home“-Komödien bekannt, die in erster Linie von überbordender Situationskomik leben. Solche gibt es auch hier, sie ist jedoch deutlich gemäßigter. Ein paar Schenkelklopfer hat man schon, in erster Linie ist der Humor aber etwas anderer Art, da er auch mit den melodramatischen und sentimentalen Elementen des Films harmonieren muss. Dazu kommt ein klein wenig Tiefgang, denn Anders nähert sich der Thematik schon mit dem nötigen Respekt und nimmt verschiedene Perspektiven ein.
 
Die der Eltern, die sich von der Situation überfordert fühlen, die Kinder aber dennoch lieben, und die der ältesten Tochter, die am liebsten zu ihrer leiblichen Mutter zurückwill, auch wenn die ihrer Drogensucht wegen gar nicht ihren Kindern gerecht werden kann. Das reizt Anders konsequent aus, bietet dann aber auch ein Ende, das natürlich reichlich happy sein muss. Alles andere käme bei einer Geschichte wie dieser auch gar nicht in Frage.
 
 
Die heimlichen Stars
 
Es sind nur Nebenrollen, die Octavia Spencer und Tig Notaro hier spielen. Sie sind die Frauen, die die Vermittlung der Kinder in Adoptivfamilien regeln. Aber es sind die mit Abstand besten Rollen des Films. Einerseits, weil die beiden mit der gegenseitigen Kabbelei so wunderbar harmonieren, andererseits, weil gerade in diesen Szenen sehr viel zum Lachen vorkommt, was als Gegenpol zu den etwas rührseligeren Momenten schon gut und wichtig ist.
 
Das übrige Ensemble ist auch gut, ihre „Eltern“ Mark Wahlberg und Rose Byrne spielt die Newcomerin Isabela Moner, die auch schon in „Sicario 2“ großartig war, aber locker an die Wand. Sie ist es, die den Film ganz und gar zum Leben erweckt, weil sie viel Esprit ausstrahlt und mit einer Frische und Natürlichkeit agiert, die sehr schön ist. Von dieser jungen Frau wird man künftig sicherlich noch sehr viel sehen.
 
 
Fazit
 
„Plötzlich Familie“ ist kein neuer „Daddy’s Home“. Vor und hinter der Kamera gibt es Übereinstimmungen, der neue Film von Sean Anders ist aber ernsthafter und ein wenig tiefsinniger. Gut, ein wenig kitschiger ist er auch, aber das ist gefällig, zumal die Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit sehr gut gehalten wird. Wenn es etwas zu lachen gibt, dann herzhaft, und wenn das Ganze sentimental wird, dann ist auch das wirklich berührend. Alles in allem ein schöner Film für einen Abend zu zweit im Kino.
 
 
pfamilie gewinn banner1
 
 
Unterstütze CinePreview.DE:
                                                                                                                                        
 
 

Ähnliche Kritiken

The Death of Stalin Der Film entführt uns in eine nicht nachzuvollziehende Welt, in der wenige ...   ... machtbesessene Menschen um die Herrschaft eines riesigen Reiches ringen. Satirisch, komisch und doch beängstigend. „The Death of Stalin“ ist eine Satire, bei dem sich einfach nicht das...
Mamma Mia! Here we go again - Kinostart: 19.07.2018 Bereits „Mamma Mia“ war vor zehn Jahren kein wirklich gelungener Film. Und so ...   ... wie Teil eins ein überlanges Musikvideo für „ABBA Gold“ war, so ist Teil zwei nun ein überlanges Musikvideo für „More ABBA Gold“.   &bd...
Der Wein, der Wind und das Meer Cédric Klapisch lädt ein ins wunderschöne Burgund, wo sich zwischen ...   ... Weinreben ein Familiendrama abspielt. Der französische Regisseur Cédric Klapisch ist auf zwischenmenschliche Auseinandersetzungen spezialisiert. In der „L’Auberge Espagnole...
Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft Bei dem Titel denkt man natürlich als erstes an die Disney-Filme mit Rick Moranis, ...   ... die schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Ob sich die Autorin der Romanvorlage davon inspirieren ließ, weiß man nicht, mit „Hilfe, ich habe meine Eltern geschrumpft“ ...

Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Peter Osteried
  • Regisseur: Sean Anders
  • Drehbuch: John Morris
  • Besetzung: Mark Wahlberg, Rose Byrne
hnews gg019 header
In der Nacht zum 07. Januar 2019 fand in Los Angeles wie in jedem Jahr die Verleihung der „Golden Globes“ statt. Und das bereits zum 76. Mal.…
hnews moma
Bei einer Benefitzveranstaltung des Museum of Modern Art 2018 ehrten Robert De Niro, Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Emily Mortimer und weitere Stars…
hnews joker
Nachdem Alec Baldwin letzten Monat den Cast verlassen hatte, übernimmt Brett Cullen die Rolle von Thomas Wayne im kommenden "Joker"-Film. Joaquin…
hnews hbfm18
Freddie Mercury, der legendäre Rocksänger der Siebziger und Achtziger Jahre, wurde heute vor zweiundsiebzig Jahren auf der Insel Sansibar (heute…
hnews tg2c
Jennifer Conelly soll neben Tom Cruise die weibliche Hauptrolle im "Top Gun" - Sequel spielen, welches 2019 in die Kinos kommen wird. Und zwar eine…
hnews dumbo tburton
Diese Woche hat Disney den Teaser-Trailer für seine neueste Live-Action-Adaption eines animierten Klassikers veröffentlicht: Dumbo. Basierend auf dem…
hnews 007ds
Daniel Craig wird als 007, der legendäre britische Geheimagent, zurückkehren. Und der mit dem Oscar® ausgezeichnete Regisseur Danny Boyle (Slumdog…
hnews 2019
2019 scheint gefühlt noch ziemlich weit weg zu sein, aber in Hollywood ist man schon jetzt damit beschäftigt, die nächsten Blockbuster zu…
hnews i5ds
Regisseur Steven Spielberg höchstpersönlich hat in seiner Dankesrede am 18.03.2018 bei den „Rakuten TV Empire Awards“ bestätigt, dass die…
hnews oscar2018
Die Oscars haben ihren 90. Geburtstag gefeiert. Und das politisch sehr korrekt und anfangs auch noch ziemlich unterhaltsam, doch dann wurde die…
bp mag header
Fans auf der ganzen Welt können Tom Cruise nun so nah sein wie nie zu vor, denn ab sofort betreibt er seinen ersten offiziellen Instagram-Channel…
hnews mm wof
Am 22. Januar 2018 ehrte die Handelskammer von Hollywood Disneys Minnie Maus offiziell mit einem Stern auf dem Hollywood „Walk of Fame“. Zu den…
hnews tdca
Was für eine Knaller-Besetzung! Wie das US-Branchenblatt "Variety" schreibt, soll Leonard DiCaprio im neuen Film von Quentin Tarantino mitspielen.…
gg018 mag header
Die Golden Globes 2018 waren so politisch wie noch nie zuvor. Fast alle Gäste trugen schwarz und einen "Time'sUp"-Anstecker. Damit zeigten sie sich…
hnews mdamon trauer
"Kent Damon hat den langen Kampf gegen den Krebs verloren!" Diese weniger erfreuliche Mitteilung veröffentlichte Matt Damon´s Pressesprecher…