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Deadpool 2 - Kinostart: 17.05.2018

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Dass „Deadpool“ eine Fortsetzung erfahren würde, stand schon fest, bevor ...
 
... der erste Teil in die Kinos kam. Nun kommt der zweitbeste … Verzeihung, … der zweite Teil in die Kinos.
 
Wolverine, Yentl, James Bond, ….
 
Deadpool ist wieder unterwegs. Und wie! Rund um die Welt erschießt, ersticht, erschlägt, verbrennt und zerstückelt er nun die Bösewichte. Nach einer persönlichen Tragödie wollen ihn die X-Men wieder mal für sich gewinnen. An seinem ersten Tag als X-Men-Azubi trifft er auf den jungen Mutanten Russell. Wie bei Deadpool nicht anders zu erwarten, läuft der Einsatz nicht ganz im Sinne der X-Men. Russell und er werden in einem Spezialgefängnis für Mutanten eingesperrt. Doch plötzlich taucht dort der Cyborg Cable auf. Dieser ist aus der Zukunft gekommen, um zu töten. Aber wen …?
 
Als vor zwei Jahren der erste Film rauskam, mochten wir ihn doch vor allem, weil er so erfrischend anders war. Einfach alles war anders, als bei anderen Superhelden. Wo andere Helden mit sich und ihrer Verantwortung hadern, knallt Deadpool einfach kaltblütig jeden ab, der ihm in die Quere kommt. Während andere Kostümträger ganze Städte und auch mal die Welt retten, interessiert sich Wade Wilson nur für seinen ganz persönlichen Rachefeldzug. Mögen andere Helden zu den sinfonischen Klängen der Hintergrundmusik von Hans Zimmer oder Michael Kamen agieren, metzelt der Mutant mit der Maske seine Feinde zu den Klängen von Juice Newtons „Angel of the Morning“ dahin. Unser Held hat keinen Spezialjet oder Helicarrier. Zu seinen Kämpfen kommt er mit dem Taxi. Und vor allem macht Deadpool sich über alles und jeden lustig. Nicht nur Gegenspieler, Nebenfiguren und Verbündete werden ständig verarscht. Auch die gesamte populäre Kultur der letzten fünfzig Jahre wird ständig parodiert, persifliert und zitiert.
 
Superheldenlandung!
 
Selbstverständlich macht sich auch Teil 2 wieder über alles und jeden lustig. Aber schon der Vorspann im Stil der Bondfilme ist zwar eine Parodie, will aber doch auch gerne irgendwie cool sein. Das Mutantengefängnis mit den Plexiglaszellen sieht dann genauso aus, wie man sich ein Mutantengefängnis in jedem gewöhnlichen Film rund um die X-Men vorstellen würde. Da hätte man hier doch etwas Witzigeres erwartet. Auch ein Kampf im Gefängnis muss ganz ohne schrägen Humor auskommen und könnte genauso auch in jedem anderen Superheldenfilm zu sehen sein. Wenn dann eine Actionsequenz mit AC/DCs „Thunderstruck“ musikalisch untermalt wird, ist das nicht nur nicht witzig. Es ist auch kein bisschen originell. Hört man in einem Film einen Song, der bereits in einem anderen Film als Untermalung einer Szene mit ähnlicher Stimmung verwendet wurde, ist das einfach nur ein Zeichen für die Faulheit der Filmemacher.
 
Genauso faul waren die Drehbuchautoren auch bei der Rolle des Schurken. Im ersten Teil war Francis (ja, „Francis“ und nicht „Ajax“) ein herrlich mieser Drecksack, den man zusammen mit dem Helden so richtig vom Herzen hassen konnte. So eine Rolle fehlt hier komplett. Natürlich sind das alles bloß einzelne Wermutstropfen. Zusammen machen sie aber mehr als einen guten Schluck aus und sorgen dafür, dass der Martini einfach ein wenig bitter schmeckt.
 
Aber wir haben immer noch 5 Teile Wodka auf einen Teil Wermut. Und die Teile des Films die funktionieren, funktionieren sehr gut. Ein humoristischer Höhepunkt ist sicher das Casting für Deadpools neue „X-Force“. Seit den „Mystery Men“ hat man keine beknacktere Gurkentruppe mehr gesehen. Wie „super“ diese Helden sind, zeigt sich dann auch bald während ihres ersten Einsatzes. Hier sehen wir auch das überraschendste von vielen köstlichen Cameos.
 
Aber nicht nur humoristisch kann Teil 2 beinahe an den Vorgänger anknüpfen. Auch die Action und die Effekte sind für einen Film, der mit einem Viertel des Budgets anderer Superheldenfilme auskommen muss, durchaus wieder gelungen. Vor allem die Ausstattung zeigt wieder viel Liebe zum Detail. Köstlich war vor allem der Wein im Tetrapack beim romantischen Zusammensein des Helden mit seiner Partnerin. Deadpool is a working-class-hero.
 
 
“Family is not an f-word“
 
Selten kann man über einen Schauspieler wirklich sagen, er sei für eine Rolle geboren worden. Man kann sich kaum vorstellen, wer außer Sylvester Stallone „Rocky“ spielen hätte können. Aber sonst gibt es nur wenige solcher Beispiele. Ryan Reynolds ist so ein Fall. Sein „Green Lantern“ hat ja unter anderem deshalb nicht funktioniert, weil er schon damals versucht hat, ein bisschen den Deadpool zu geben. Das Filmplakat hat recht: Ryan Reynolds ist Deadpool. Punkt. Mehr gibt es nicht zu sagen.
 
Josh Brolin spielt nach „Avengers: Infinity War“ innerhalb kurzer Zeit wieder eine Figur aus dem Marvel-Universum. Und so wie Thanos kein besonders interessanter Charakter ist, lässt uns auch Cable ziemlich kalt. Das ist aber die Schuld der Drehbuchautoren, die einem interessanten, vielseitigen Schauspieler nicht viel zu tun geben.
 
Morena Baccarin ist wieder bezaubernd als Deadpoools große Liebe Vanessa. T.J. Milller ist wieder irgendwie schleimig als Weasel. Brianna Hildebrand ist als Negasonic Teenage Warhead wieder viel zu kurz zu sehen. Und Karan Soni ist wieder witzig als indischer Taxifahrer Dopinder. So weit, so bekannt.
 
Der noch weitgehend unbekannte sechzehnjährige Julian Dennison verleiht dem Film mit seiner Darstellung eines jugendlichen Mutanten die dringend benötigte menschliche Dimension.
 
Der großartige Eddie Marsan kann einfach alles spielen. In manchen seiner Rollen ist er zum Knuddeln. In anderen Rollen eher nicht. Hier ist er ganz und gar nicht zum Knuddeln.
 
 
Fazit
 
„Deadpool 2“ hat seine Schwächen, bietet aber immer noch alles was man erwartet. Zusätzlich bekommen wir am Ende die netteste, witzigste, überraschendste und coolste „mid-credit-scene“ aller Marvel-Filme zu sehen. Auf die Art kann Teil 3 von mir aus gerne bloß zehn Minuten lang sein und dann anderthalb Stunden Abspann zeigen.
 
 
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  • Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: David Leitch
  • Drehbuch: Ryan Reynolds
  • Besetzung: Ryan Reynolds, Josh Brolin
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