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Wahrheit oder Pflicht - Kinostart: 10.05.2018

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Laut Pressetext wollte Regisseur Jeff Wadlow „einen Film machen, der gleichzeitig ...
 
... komisch, schlau und gruselig ist“. Wie Meat Loaf zu singen pflegte, „Two out of three ain‘t bad“.
 
„Unser letzter Springbreak!“
 
Olivia (Lucy Halle) sieht aus wie die kleine Schwester und hat das Herz eines Engels. In ihren Frühjahrsferien möchte die Studentin Häuser für arme Menschen bauen. Ihre beste Freundin Markie (Violett Beane) sieht aus und benimmt sich wie sich die typische blonde Tussi in einem Horrorfilm. Daher bringt sie Olivia mit emotionaler Erpressung dazu, mit ihr und dem Rest ihrer Clique zum Springbreak nach Mexiko zu fahren. Dort lernt Olivia an der Bar den jungen Carter kennen. Als die Bar schließt, lädt er sie und ihre Freunde zu einer Runde „Wahrheit oder Pflicht“ in eine verlassene Kirche ein. Aber nach der ersten Runde verschwindet Carter. Wieder zuhause merken die Freunde, dieses Spiel ist noch lange nicht zu Ende. Und sie spielen gegen einen mächtigen Dämon …
 
Die Handlung dieses Films ist wirklich dumm. Nicht so dumm, wie die handelnden Personen, aber beinahe so dumm. Die jungen Menschen in diesem Film folgen mal eben mitten in der Nacht in einem fremden Land einem Fremden durch ein Loch im Zaun in die verlassene Ruine einer Kirche. Als der Fremde mit Ihnen „Wahrheit oder Pflicht“ spielen will, erklärt er, „Wenn man es richtig spielt, könnt ihr die tiefsten Geheimnisse eurer Freunde ergründen und sie Dinge tun lassen, die sich nicht tun wollen.“ Einer der jungen Männer antwortet doch tatsächlich: „Das klingt irgendwie ein bisschen interessant.“ worauf dann auch gleich die ganze Gruppe mitmacht. Dämon oder nicht, diese Deppen hatten wirklich Glück, überhaupt wieder aus Mexiko zurückzukehren. Trotzdem hat dieser Film seine Qualitäten.
 
Blumhouse presents …
 
Der Film lief gerade drei Minuten, als es mir auch schon gereicht hat. Wenn ich die Hauptfiguren nach so kurzer Zeit schon am liebsten anschreien möchte, läuft ein Film für mich doch irgendwie in die falsche Richtung. Aber relativ bald musste ich feststellen, was ich an dem Film auszusetzen hatte, war sein Inhalt. Und im Gegensatz zu anderen Leuten Mitte vierzig, habe ich nicht komplett vergessen, wie es war als ich selbst jung war. Damals haben sich fast nur Teenager Filme wie „Freitag der 13.“ oder „Nightmare on Elm Street“ angesehen. Das war auch absolut in Ordnung, weil diese Filme ja vor allem für Teenager gedacht waren. Und ebenso verhält es sich mit Filmen wie „Paranormal Activity“, „Happy Deathday“ oder nun „Wahrheit oder Pflicht“, alle von Jason Blums Produktionsgesellschaft „Blumhouse“ gedreht.
 
 
Natürlich ist es dumm, wenn die Freunde in diesem Film immer wieder ein anderes Mitglied der Gruppe allein lassen. Aber die jungen Leute in „Freitag der 13.“ sind auch immer in den Wald gegangen, obwohl jeder wusste, wie gefährlich das war (Gut, die wollten dort Sex haben. Dafür hätte ich damals die Möglichkeit zerstückelt zu werden auch in Kauf genommen.). So lange es Horrorfilme gibt, haben sich junge Leute in diesen Filmen dumm angestellt. Daran kann man nichts ändern. James Bond lässt sich auch immer von den Schurken gefangen nehmen. Und der war immerhin in Eton.
 
Abgesehen von der Handlung und dem unterirdischen IQ der handelnden Figuren ist an diesem Film nichts auszusetzen. Alles ist recht kompetent in Szene gesetzt. Der Look des Films wirkt sehr viel hochwertiger als der vieler Horrorklassiker von früher. Und auch die jungen Darsteller machen zum größten Teil nichts verkehrt. Dabei betrug das Budget dieses Films nur lächerliche 3,5 Millionen Dollar. „Shades of Grey – Befreite Lust“ hat fünfzehnmal mehr gekostet. Und die Figuren dort waren mindestens so dumm wie die jungen Leute in „Wahrheit oder Pflicht“.
 
Wir haben hier einen handwerklich gut gemachten, auf seine Art recht spannenden Thriller, der nun mal einfach nicht für Angehörige meiner Generation gemacht wurde. Das Zielpublikum ist fünfundzwanzig Jahre jünger als ich. Und diese jungen Leute stört es nicht, dass mir der Effekt mit den verfremdeten Gesichtern so bekannt vorkommt. Die waren doch alle noch gar nicht geboren, als Soundgarden „Black Hole Sun“ rausgebracht haben. Junge Leute wollen sich gruseln und unterhalten. Und beides bietet dieser Film. Was will man mehr?
 
Warnung:
 
Wer seine schmutzige Wäsche selbst wäscht, statt sie zur Mama zu bringen oder beim Geruch von Wodka mit Red Bull würgen muss oder vielleicht sogar schon mal ein Buch gelesen hat, ohne anschließend darüber eine Arbeit schreiben oder ein Referat halten zu müssen, sollte sich gut überlegen, ob er diesen Film sehen möchte. Menschen, mit Kindern im Alter der Protagonisten, sollten diesen Film unbedingt meiden. Sie würden während der ganzen Vorstellung bloß zornig die Figuren auf der Leinwand anschreien. Da hat niemand was davon.
 
 
Fazit
 
„Wahrheit oder Pflicht“ ist stellenweise tatsächlich komisch und auch ganz schön gruselig. Schlau ist dieser Film nicht. Ganz sicher nicht.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: Jeff Wadlow
  • Drehbuch: Jeff Wadlow
  • Besetzung: Lucy Hale, Tyler Posey
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