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Whatever Happened to Monday? - Kinostart: 12.10.2017

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In der Zukunft bekämpft man die Überbevölkerung mit drastischen Maßnahmen. ...
 
Eine ungewöhnliche Großfamilie versucht trotzdem zu überleben. Tommy Wirkolas neuer Film ist zunächst originell und dann unerwartet spannend.
 
Von der Dystopie zum Action-Thriller und zurück
 
In der Zukunft darf jede Familie nur ein Kind haben. Überzählige Kinder werden vom Kinder-Zuteilungsbüro abgeholt und in Kälteschlaf versetzt. Daher kommen die Settmann-Siebenlinge in einer illegalen Klinik zur Welt. Nachdem die Mutter bei der Geburt stirbt, werden sie von ihrem Großvater aufgezogen.
 
30 Jahre später leben die 7 Schwestern alle zusammen außerhalb ihrer Wohnung ein einziges Leben. Jede darf an einem anderen Tag der Woche das gemeinsame Leben in der Außenwelt leben, während die anderen Schwestern sich daheim verstecken. Unter dem Namen „Karen“ arbeitet ihre gemeinsame Identität im Management einer großen Bank. Daheim trägt jede der Frauen den Namen ihres Wochentags. Wie unterschiedlich die Frauen in ihrem Wesen sind, sieht man zunächst nur in der Abgeschiedenheit ihrer Wohnung.
 
Das Drehbuch von Max Botkin und Kerry Williamson beschreibt eine Welt, die von unserer nicht allzu weit entfernt ist. Eine beruflich erfolgreiche Frau wird immer noch angefeindet. Und die politischen Lösungen für die ökologischen und ökonomischen Probleme dieser Welt erscheinen jedem, der in den letzten Jahren aufmerksam die Nachrichten verfolgt hat, nicht allzu weit hergeholt. Zunächst ist der Film also eine originelle Dystopie. Als „Monday“ eines Tages nicht von der Arbeit heimkommt, ändert der Film seinen Kurs und wird zum knallharten Action-Thriller in dem die sieben Frauen zunächst um ihr Leben und dann um noch viel mehr kämpfen müssen. Im letzten Bild zeigt der Film dann noch einmal auf sehr realistische Weise, wie extrem das politische Pendel hin und her schwingen kann.
 
Heldin mal sieben
 
Bereits in den frühen Szenen vergisst man schnell, dass hier nicht tatsächlich sieben verschiedene Frauen zu sehen sind. Die Hauptdarstellerin Noomi Rapace steht nicht einfach neben den ebenfalls von ihr gespielten Schwestern im Bild. Sie streitet mit ihnen, hilft ihnen beim Schminken und interagiert im Laufe des Films auf unterschiedlichste Weise mit ihren anderen Inkarnationen. Die Verfolgungsjagden in der zweiten Hälfte des Films sind erfrischend altmodisch inszeniert. Alles passiert auf Augenhöhe. Die Kämpfe sind nicht als Ballett inszeniert, wie in anderen Science-Fiction-Filmen der letzten Jahre. Hier zeigen Schläge und Tritte physische Wirkung. Kugeln fliegen nicht in Super-Zeitlupe. Stattdessen werden Körper von Projektilen zerfetzt und zerstört.
 
 
7 Hauptrollen und die Nebendarsteller
 
Hollywood ist durch die „Millenium-Trilogie“ auf Noomi Rapace aufmerksam geworden. Nachdem Sie in Ridley Scotts „Prometheus“ seltsam kühl wirkte und in „Sherlock Holmes – Spiel im Schatten“ komplett fehlbesetzt war, spielt sie hier die 7 Schwestern jeweils als eigenständige Wesen mit unterschiedlichen Charakteren. So steht zum Beispiel die ehrgeizige, kontrollierte „Monday“ im Gegensatz zur zornigen „Thursday“. Während die athletische „Wednesday“ ihren Gegnern mit Kraft und Ausdauer begegnet, ist „Friday“ zurückhaltend aber genial. Und ein intimes Geständnis des Partygirls „Saturday“ kommt nicht nur für die Schwestern überraschend.
 
Glenn Close hat in ihrer Karriere viele verschiedene starke Frauen gespielt. Mit feinem Gespür spielt sie die Leiterin des Kinder-Zuteilungsbüros nicht als machtbesessene Wahnsinnige. Ihre Figur ist überzeugt, das Richtige zum Wohle aller zu tun. So erinnert sie auf beunruhigende Weise an aktuelle Politiker auf beiden Seiten des Atlantiks, die gerne einfache Lösungen für komplexe Probleme anbieten.
 
Willem Dafoe spielt den Großvater der sieben Schwestern. Man hätte gerne noch ein oder zwei Szenen mit ihm gesehen, um besser zu verstehen, was ihn seine Entscheidungen treffen lässt und wie er mit den Konsequenzen umgeht.
 
Marwan Kenzari spielt einen Mitarbeiter des Kinder-Zuteilungsbüros, der sich in eine der Schwestern verliebt hat. In seinen Liebesszenen mit Noomi Rapace spürt man eine Zärtlichkeit, die dem Film eine zusätzliche menschliche Note verleiht.
 
 
Fazit
 
Vor 20 Jahren hat „From Dusk til Dawn“ als Gaunerkomödie begonnen, um dann nach einer halben Stunde zu einem Vampir-Splatter-Action-Spektakel zu werden. „What happened to Monday?“ schafft ein ähnliches Kunststück. Noomi Rapace spielt sieben Schwestern in einem berührenden Science-Fiction-Drama und überzeugt zwischendurch noch als Action-Heldin. Als besonderen Bonus kann man sich am Ende des Films fragen, ob die gezeigte Welt nun besser dran sein soll als am Anfang.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: Tommy Wirkola
  • Drehbuch: Max Botkin
  • Stars: Willem Dafoe, Glenn Close
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