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Hampstead Park

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Die Geschichte von „Hampstead Park – Aussicht auf Liebe“ begann im Jahr 2007, ...
 
... als Harry Hallowes Schlagzeilen machte. Der Mann lebte tatsächlich unter recht primitiven Umständen im Hampstead Park, was den Produzenten Robert Bernstein faszinierte. Er wollte einen Film produzieren, der aber nicht die Lebensgeschichte von Hallowes erzählen sollte. Vielmehr interessierte ihn dessen ungewöhnlicher Lebensstil, den Autor Robert Festinger als Grundlage für die Geschichte nahm.
 
Alte Liebe
 
Emily (Diane Keaton) ist seit einem Jahr Witwe. Sie lebt in einer Eigentumswohnung am exklusiven Hampstead Park, die Schulden wachsen ihr jedoch über den Kopf. Donald (Brendan Gleeson) wiederum interessieren Schulden nicht. Viele halten ihn für einen Obdachlosen, aber er hat ein Zuhause: eine Hütte im Hampstead Park. Die hat er selbst errichtet, doch nun möchte man ihn daraus vertreiben. Denn eine Baufirma plant, hier Luxuswohnungen zu errichten.
 
Nachdem Emily den etwas polternden Mann, der am liebsten für sich ist, kennen lernt, will sie ihm helfen. Aber eigentlich will er keine Hilfe. Stattdessen versucht er, ihr zu zeigen, wie einfach das Leben sein kann, wenn man es wie er lebt. Sie sind beide eigentlich recht unterschiedlich, aber sie genießen die gegenseitige Gesellschaft – und vielleicht wird daraus auch mehr.
 
Doch erst noch muss Donald für sein Recht kämpfen und vor Gericht aussagen …
 
Simpel
 
Es ist eine einfach gestrickte Geschichte, die hier erzählt wird. Eine, die ebenso einfache Botschaften transportiert. Vom Leben und leben lassen – das ist das Motto der von Brendan Gleeson gespielten Hauptfigur, die dieses Recht auch für sich einfordert. Dabei ist er ein vielschichtiger Mann. Jemand, der vor vielem in seinem Leben davongelaufen ist, dann aber einen Weg gefunden hat, wie er sich dem stellen kann. Er lebt von der Welt losgelöst, wird durch Emily aber wieder in sie hineingezogen.
 
Es ist höchst amüsant, Diane Keaton und Brendan Gleeson agieren zu sehen. Vom ersten langsamen Kennenlernen, nachdem sie ihm hinterherspioniert hat, bis zu den wundervollen gemeinsamen Essen, die etwas Wildromantisches haben, das es in unserer Welt kaum noch gibt.
 
Ein Film mit Aussage
 
„Hampstead Park“ ist nicht nur eine Geschichte zweier unterschiedlicher Menschen, die sich kennen lernen, sondern auch eine, die sich mit unserer Gesellschaft befasst. Mit dem Umstand, dass man sich mit einem Leben arrangiert, das einem nicht mehr gefällt, dass man das Gefühl hat, Zwängen unterworfen zu sein, die man auch abstoßen kann, dass Geld die Welt regiert, aber eben hin und wieder doch nicht gewinnt.
 
 
Das ist ein starker Unterbau für die Geschichte. Ebenso wie der Hampstead Park ein ästhetisch prächtiger Hintergrund für die Geschichte ist, weil sich auch an ihm zeigt, wie der Konflikt von Natur gegen Zivilisation aussieht, will man doch Teile des Parks wegknapsen, um darauf Luxuswohnungen zu bauen, während die Ärmeren keinen Ort mehr finden, an dem sie leben können.
 
 
Fazit
 
„Hampstead Park“ ist ein ruhiger, schöner, besonnener Film mit zwei wundervoll aufgelegten Hauptdarstellern, die einander noch anspornen. Das könnte man als „Rentnerfilm“ verspotten, das, was diesen Film jedoch ausmacht, ist universell und unabhängig vom Alter. Sicherlich ist dies ein Film, der ein älteres Publikum ins Kino ziehen kann, wenn es an FX-Bombast nicht interessiert ist, aber auch jüngere Zuschauer finden hier durchaus etwas zum Genießen.
 
Weil die Geschichte nicht nur Verstand, sondern vor allem auch Herz hat. Ein leichter, prickelnder Film, der auch zeigt, dass man für die Liebe nie zu alt ist – und auch nicht, um sein Leben zu ändern, wenn man damit nicht mehr zufrieden ist.
 
 
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  • Kritik-Autor/in: Peter Osteried
  • Regisseur: Joel Hopkins
  • Drehbuch: Robert Festinger
  • Stars: Diane Keaton, Brendan Gleeson
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