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Mädelstrip

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Ob dem deutschen Verleih wohl bewusst war, dass man den Titel „Mädelstrip“ auf zweierlei Art lesen kann?
 
Vielleicht war das aber auch Absicht. Und das wohl in der Hoffnung, ein paar Zuschauer zu locken, aber wie sagt schon ein Kolumbianer zu Goldie Hawn und Amy Schumer? Sie müssten sich beide keine Sorgen machen, als Sexsklaven zu enden, weil sie zu alt und zu hässlich sind. Immerhin: Der Film verfügt über Selbstironie.
 
Entführt
 
Emily (Amy Schumer) wird von ihrem Freund verlassen, aber davon möchte sie sich den Trip ihres Lebens auch nicht kaputtmachen lassen. Sie hat eine Reise nach Ecuador gebucht – und die lässt sich nicht stornieren. Da sie niemand begleiten will, drängt sie schließlich ihre Mutter (Goldie Hawn), mit ihr nach Südamerika zu fliegen. Die ist eigentlich gar nicht davon begeistert, da sie sich für ein Abenteuer zu alt wähnt. Zudem ist sie ohnehin sehr auf Sicherheit bedacht. Aber dann lässt sie sich breitschlagen.
 
Das Resort zu verlassen, kommt Emilys Mutter aber gar nicht in den Sinn, bis ihre Tochter sie bedrängt. Denn immerhin hat sie einen attraktiven Mann kennengelernt, der beiden Frauen das Land zeigen will. Was für eine Gelegenheit – um entführt zu werden! Das Schicksal droht den beiden Frauen, die flugs die Flucht ergreifen, aber irgendwie vom Regen in die Traufe kommen …
 
Goldie Hawns Rückkehr
 
Für Goldie Hawn ist dies der erste Film seit 15 Jahren. Das Studio wollte sie eigentlich gar nicht, aber Amy Schumer bestand darauf, dass Hawn für die Mutterrolle engagiert wird. Sie drohte sogar, selbst aus dem Projekt auszusteigen, wenn man ihrem Wunsch nicht nachkäme. Letzten Endes hat es sich gelohnt, denn die Chemie der beiden Frauen trägt den Film schon ganz gut. Muss sie auch, denn inhaltlich ist eigentlich nicht viel geboten. Am Kuriosesten ist sicherlich noch, dass man den Inhalt des Films zusammenfassen und klingen lassen kann, als sei er ein ernsthaftes Entführungsdrama – oder ein Actionfilm.
 
 
Letzten Endes ist er eine Slapstick-Komödie, die aber immerhin ein paar Gewaltspitzen hat, wenn Emily sich verteidigt. Ob nun freiwillig oder versehentlich, das lassen wir mal dahingestellt. Es sorgt aber zumindest für eine Eskalation der Situation. Generell versteht sich das Skript darauf, immer neue Probleme und Hindernisse zu präsentieren, so dass die Geschichte rasant erzählt wird, kein Leerlauf aufkommt und dementsprechend auch jeder Anflug von Langeweile vertrieben wird. Das macht die Mischung aus Humor und Action, die auch sein muss, weil die Geschichte eigentlich unendlich flach ist. Und das gilt nicht nur für den Entführungsplot, sondern auch für den zu lösenden Konflikt zwischen Mutter und Tochter.
 
Derb-zotig
 
Der Humor zielt schon auch mal unter die Gürtellinie oder driftet total ins Absurde ab (Stichwort: Bandwurm), aber das zumindest mit solcher Chuzpe, dass man nur zustimmend mit dem Kopf nicken kann – gleich, nachdem man laut aufgelacht hat. Nicht jeder Gag bei „Mädelstrip“ funktioniert, aber es gibt doch eine große Menge an spaßigen Momenten, die manchmal auch recht böse sind. Man denke hier nur an die wundervolle Nebenfigur Roger, der von „Law & Order: SVU“-Star Christopher Meloni gespielt wird und sich wie Indiana Jones gebärdet, aber eigentlich von Tuten und Blasen keine Ahnung hat.
 
Gehaltvoll ist „Mädelstrip“ nicht. Der Film ist Fast Food. Schnell gesehen, flott verdaut, noch schneller vergessen. Aber während er läuft, ist er durchaus unterhaltsam, wenn man mit seichter Comedy kein Problem hat.
 
 
Fazit
 
Das Nichts an Geschichte wird von den beiden Stars getragen. Darüber hinaus gibt es ein paar gelungene Nebenfiguren – Christopher Meloni und Joan Cusack punkten hier am meisten –, so dass sich ein durchaus amüsantes Filmerlebnis einstellt. Nur allzu große Erwartungen darf man an eine Slapstick-Komödie wie diese natürlich nicht stellen.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Peter Osteried
  • Regisseur: Jonathan Levine
  • Drehbuch: Katie Dippold
  • Stars: Goldie Hawn, Amy Schumer
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