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Alien: Covenant

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Android David (Michael Fassbender) sitzt an einem Steinway-Flügel und ...
 
... spielt Richard Wagners “Einzug der Götter in Walhall”, während er sich mit seinem Schöpfer Peter Weyland (Guy Pearce) unterhält. Die Schlüsselfrage dieser Eröffnungsszene von Ridley Scotts “Alien: Covenant” erinnert an seinen Vorgänger “Prometheus - Dunkle Zeichen”: Woher kommen wir? Doch es soll nicht bei philosophisch-existenzialistischen Unterhaltungen zwischen Mensch und Maschine bleiben.
 
Regisseur Ridley Scott entschied sich diesmal den Fans das zu geben, worauf sie gewartet haben: Klaustrophobische Szenen, Horror und jede Menge Xenomorphe in unterschiedlichen Größen und Arten. Für viele Fans war Scotts Prequel “Prometheus” zu seinem Meisterwerk “Alien” (1979) eine Enttäuschung: zu philosophisch, thematisch und stilistisch zu weit entfernt vom Original. Nun versucht der Altmeister (stolze 79 Jahre!) zu der beklemmenden Atmosphäre seines Kultfilmes zurückzukehren und beantwortet dabei auch offene Fragen aus “Prometheus”.
 
Im Mittelpunkt der Story von “Alien: Covenant” steht das Kolonisationsschiff Covenant, dessen Crew sieben Jahre vor der planmäßigen Ankunft auf dem abgelegenen Planeten Origae-6 von Androiden Walter (baugleiches Modell zu David aus “Prometheus”: Michael Fassbender) aus ihrem künstlichen Tiefschlaf geweckt wird. Ein explodierender Stern droht das Raumschiff samt seiner 2000 Passagiere zu zerstören. Die Crew muss gleich nach dem Aufwachen einen verheerenden Verlust einstecken: Bei dem Unfall verliert Besatzungsmitglied Daniels (Katherine Waterston) ihren Ehemann (James Francos womöglich kürzester Leinwandauftritt aller Zeiten), der auch gleichzeitig der Captain der Crew war.
 
Erprobte Science-Fiction-Liebhaber werden viele Parallelen zu anderen Filmen aus dem Genre entdecken. Eine Kolonie auf dem Weg in eine bessere Welt, vorzeitiges Erwachen aus dem Tiefschlaf, technische Störungen auf dem Raumschiff und zwischenmenschliche Konflikte an einem Ort, wo es kein Entrinnen gibt - das waren erst kürzlich die Zutaten von “Passengers” mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Science Fiction ist wohl eines der Genres mit den dramaturgisch meisten Übereinstimmungen.
 
“Alien: Covenant” - Science Fiction und allerfeinster Horror
 
Doch Ridley Scott bleibt nicht nur bei Science Fiction. “Alien: Covenant” ist wie schon sein Original vor über drei Jahrzehnten allerfeinster Horror. Der nimmt seinen Anlauf als die Crew ein Notsignal in Form des Country-Klassikers „Take Me Home, Country Roads“ empfängt und spontan beschließt diesem nachzugehen. Der Ursprung des Signals stammt von einem nahegelegenen Planeten. Die Crew, angeführt von ihrem neuen Captain Oram (Billy Crudup), hegt große Hoffnungen, dass dieser mysteriöse Planet ihre neue Heimat werden könnte - besser als weitere sieben Jahre auf Origae-6 zu warten.
 
 
Auf ihrer Expedition zwischen wunderschönen Bergen und Wasserfällen entdecken sie menschlich angebautes Weizen. Aber wieso finden sie keine Menschen und hören keine Vögel zwitschern? Das wird innerhalb kürzester Zeit aufgeklärt. Der erste Xenomorph lässt nicht lange auf sich warten und reißt sich mit ekelerregender Genauigkeit aus dem Rückgrat eines infizierten Crewmitglieds raus (was musste der Trampel auf Pilze treten?!).
 
Tümpelte “Alien: Covenant” in der ersten Hälfte leicht vor sich hin, so nimmt er prompt an Fahrt auf und lässt eine Schreckensszene auf die nächste folgen. Ridley Scott sparte nicht an Kunstblut, es spritzt aus allen Richtungen. Wer einen empfindlichen Magen hat sollte definitiv nicht zu Leckereien von der Kinotheke greifen - eventuell bleibt es nach Verzehr nicht dort, wo es hingehört…
 
Die Szenen auf dem Planeten knüpfen stark an “Prometheus” an und klären einige Rätsel auf. Zwischenzeitlich befürchtet man sogar Tempoverlust, doch Suspense-hungrige Zuschauer können (nicht) aufatmen: Das letzte Drittel von “Alien: Covenant” hat es wirklich in sich und lässt keine ruhige Sekunde zu. Hier passiert endlich das worauf Fans des Alien-Klassikers gewartet haben. Klaustrophobisch beklemmende Szenen zurück auf dem Raumschiff beschwören Sigourney Weavers Tour de Force als Ripley herauf. Mit “Alien: Covenant” gelang Ridley Scott ein düster spannender Blockbuster, der sich durchaus sehen lassen kann.
 
Einzig die Charaktere der Protagonisten kommen viel zu kurz. Es mag schon etwas heißen, wenn die Figur mit der größten Persönlichkeit ein Android ist. Michael Fassbenders Doppelleistung als David und Walter rettet den Streifen vor der Versenkung ausgelöst durch unscheinbare Charaktere. Immerhin bietet ansatzweise Captain Oram ein weiteres psychologisch interessantes Subjekt. Billy Crudup holt das meiste aus der spärlich ausgearbeiteten Figur und auch Katherine Waterston macht als Daniels einen ganz guten Job.
 
 
Fazit
 
Die meisten Figuren in “Alien: Covenant” sind austauschbar und mindern die großartig erzählte Story, dessen Atmosphäre tatsächlich hier und da an den ersten Teil herankommt. Besser als “Prometheus”, schlechter als “Alien” - zumindest das Letztere hat sicherlich kein Fan anders erwartet und so bleibt die Freude über eine positive Weiterentwicklung der Story seit dem letzten Prequel.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Timea Sternkopf
  • Regisseur: Ridley Scott
  • Drehbuch: John Logan
  • Stars: Michael Fassbender, Katherine Waterston
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